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Was die Neusalzaer Rocker fürs Klima tun

Ein Rock-Konzert verursacht viel Müll. Das wollten die Macher des "Grenz Rodeo" nicht länger mitmachen. Was sie dagegen tun, kann man am Wochenende erleben. 

Carolin Hünlich (links) und Nicole Zerbe zeigen die neuen Trinkbecher, die es beim Grenz Rodeo Open Air gibt.
Carolin Hünlich (links) und Nicole Zerbe zeigen die neuen Trinkbecher, die es beim Grenz Rodeo Open Air gibt. © Rafael Sampedro

Das "Grenz Rodeo Open Air" ist schon etwas Besonderes. Wo sonst findet ein Rock-Konzert genau da statt, wo üblicherweise Reitstunden abgehalten werden. Auf dem Sand-Reitplatz am Pferdehof von Thomas Miethe in Neusalza-Spremberg steigt am Freitag und Sonnabend das Festival unter freiem Himmel. Der Hof liegt am Fuß der Schmiedesteine in ziemlich idyllischer Umgebung. Die Familie von Thomas Miethe betreibt den Pferdehof als Hobby. Seine Söhne hatten vor Jahren die Idee, hier in der Abgelegenheit im Grünen ein Rockfestival zu veranstalten. Ihr Beweggrund: etwas für die jüngere Generation auf die Beine stellen.

Das unterstützte der Vater gern. Aus dem ersten Versuch ist inzwischen der gemeinnützige Verein "Kulturbruch" geworden, dessen Vorsitzender Thomas Miethe ist. Etwa 30 Mitglieder hat der Kulturbruch-Verein. Unter der Regie des Vereins findet die Open Air Veranstaltung statt - in diesem Jahr am 23. und 24. August. 

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Rock auf dem Pferdehof - das verpflichtet auch irgendwie zu mehr Umweltbewusstsein. Und so haben sich die Konzert-Macher dieses Jahr von den Wegwerfbechern verabschiedet. "Das hat uns jedes Mal genervt, dass hinterher immer die Plastebecher rumlagen", sagt Thomas Miethe. "Das ist nicht mehr zeitgemäß." Die Kulturbruch-Leute fanden eine andere Lösung und schafften dieses Jahr eine große Anzahl an Pfandbechern für die Veranstaltung an - mit ihrem Logo drauf. Die Becher sind zwar auch aus Plaste, werden aber eben nicht weggeworfen, sondern gründlich abgewaschen und wieder verwendet. "Für so etwas setzen wir unser Geld ein, dass wir als Verein mit den Veranstaltungen einnehmen", erklärt Thomas Miethe. 

"Das ist auch kein Marketing-Gag, wir haben uns wirklich Gedanken gemacht, wie man da was ändern kann", versichert Thomas Miethe. Man müsse was tun für den Umweltschutz. "Uns ist das wirklich wichtig. Wenn es jeder immer nur auf die anderen abwälzt, dann ändert sich nichts." 

Die Musik verbreite sich heute hauptsächlich über's Internet, dort werden die Bands bekannt. Deshalb kommen Fans auch von weit her zu solchen kleinen Festivals wie dem Grenz Rodeo in Neusalza-Spremberg. Und nicht nur die: Nach Neusalza-Spremberg kommt diesmal auch eine bekannte Rock-Band aus Spanien - "Rude Pride" aus Madrid. "Die müssen wir vom Flughafen abholen, uns um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern", schildert Vereinschef Thomas Miethe, was so alles zur Organisation des Festivals gehört. 

Dazu gehört auch, sich darum zu kümmern, dass rundherum alles glatt läuft - zum Beispiel beim Parken. Thomas Miethe empfiehlt Besuchern, die öffentlichen Stellflächen am Spreepark zu  nutzen, da am Hof selbst wenig Platz ist. Von dort sind es nur wenige hundert Meter zu Fuß zum Pferdehof. Das habe immer gut geklappt, sagt der Vereinschef. 

Inzwischen haben die Kulturbruch-Mitstreiter auch am Konzept ihrer jährlichen Veranstaltung getüftelt. Da sich das Festival mittlerweile über zwei Tage erstreckt, gibt es für Rockfans aller Altersgruppen etwas zu hören. "Der Freitag ist für die, naja sagen wir mal, ältere Generation", formuliert es Thomas Miethe. Mit "Starfucker" tritt an dem Tag eine Rolling-Stones-Coverband auf. Außerdem die Gruppe "Quasi 'ne Band" aus Seifhennersdorf. Der Sonnabend gehört dann der jüngeren Generation und den Fans von Runkrock, Ska, Garagenrock. Etwa 300 Musikfans erwarten Thomas Miethe und seine Mitstreiter. "Größer wollen wir auch nicht werden, es soll ja Spaß machen." Das stehe für ihn an erster Stelle. Der Verein wolle sich nicht unter Druck setzen, denn je größer die Veranstaltung, desto aufwendiger die Organisation. Da würden die Mitstreiter dann schnell den Spaß an der Sache verlieren, fürchtet Miethe. 

Außerdem: ein bisschen idyllisch und ein kleiner Geheimtipp soll es ja auch bleiben - das Rock Open Air auf dem Pferdehof. 

Karten für das Grenz Rodeo Open Air gibt es noch bis Donnerstagabend an zwei Vorverkaufsstellen in Neusalza-Spremberg: bei Eisenwaren Mitschke an der Kirchstraße  und beim RadLand an der Talstraße. An der Abendkasse werden ebenfalls noch Tickets erhältlich sein. 

Das komplette Programm gibt's hier

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