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Was die Sächsische Schweiz zukunftsfähig macht

Wie sollen sich Mobilität, Schule und Tourismus entwickeln? Eine To-do-Liste für die Politik.

Der Nationalpark ist für die Sächsische Schweiz einer der wichtigsten Touristenattraktionen.
Der Nationalpark ist für die Sächsische Schweiz einer der wichtigsten Touristenattraktionen. © Archiv/Marko Förster

Die SZ beleuchtet die wichtigsten Themen, die in den nächsten fünf Jahren in der Sächsischen Schweiz anstehen und im Landtag angegangen werden müssen.

Wirtschaft und Tourismus

Die Wirtschaft in der Sächsischen Schweiz ist vom Tourismus geprägt. Das bringt zwar viele Arbeitsplätze, allerdings eher in niedrigeren Lohnbereichen – anders als es beispielsweise bei Industriearbeitsplätzen der Fall ist. Letztere wollen insbesondere Politiker von CDU und FDP im angedachten Industriepark Oberelbe südwestlich von Pirna schaffen. Grüne lehnen das Projekt kategorisch ab. Neben der Ansiedlung innovativer Unternehmen müssen aber auch bestehende Strukturen stabilisiert werden.

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Robustes Zugpferd für den Tourismus ist der Nationalpark mit seinen imposanten Felsformationen. Hier muss der Freistaat immer wieder für Information und Interessensausgleich bei Anrainern und Bewohnern sorgen. Dringend notwendig ist ein effektiveres Konzept für die Vermeidung und Bekämpfung von Waldbränden. Damit sind die Kommunen vor Ort allein überfordert. Zudem sind kontinuierlich Investitionen in den Umbau von forstwirtschaftlichen Flächen in artenreiche Wälder nötig, die sich selbst überlassen werden können. Auch ein Felssturzmonitoring dürfte für die Sicherheit der Besucher an Bedeutung gewinnen.

Als großen Makel nehmen Bewohner und Gäste geschlossene Gastronomiebetriebe war, die teils eine lange Tradition hatten. Hier ist bislang keine politische Lösung in Sicht, die eine Trendwende einleiten könnte. Um dem andauernden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, muss die Region neben der Werbung als Urlaubsziel als attraktive Wohnlage wahrgenommen und entwickelt werden.

Mobilitätsentwicklung

In diesem Bereich kann gar nicht genug investiert werden. Alle Parteien wollen den Öffentlichen Nahverkehr verbessern, Straßen und Radwege bauen und sanieren sowie den Lärm des Güterverkehrs eher heute als morgen aus dem Elbtal in den geplanten Erzgebirgstunnel verbannen. Die Parteien unterscheiden sich da eher in der Prioritätensetzung. Was kommt zuerst, die neue Straße oder der Radweg oder beides?

Nur mittelbar Einfluss hat der Landtag auf Pläne des Bundes wie den Eisenbahntunnel oder etwa die immer noch nicht abgeschlossenen Ersatzpflanzungen, die aus dem Bau der Autobahn A 17 resultierten.

Einfluss nehmen sollten Politiker der Region jedoch auf die Verbesserung der Multimodalität im Nahverkehr, also Busse, Bahnen und den Individualverkehr (Auto) besser vernetzen. Da steht ganz aktuell die Wiederaufnahme der Zugfahrten auf der Müglitztalbahn und auf der Strecke Pirna–Sebnitz an. Beim Straßenbau müssen zügig die Großvorhaben Ortsumfahrung Pirna und die S 177 Wünschendorf umgesetzt werden. Während viele auf eine Entlastung hoffen, gibt es bei diesen Projekten auch Verlierer. Was den Radwegebau und die Instandhaltung bestehender Straßen betrifft, braucht es ein Gesamtkonzept, das aber nicht in Dresden, sondern vor Ort erarbeitet werden sollte. Der Kreistag hat da bereits Vorarbeit geleistet, die Grundlage für landespolitische Unterstützung sein sollte.

Gesundheit und Pflege

Die Bewohner wünschen sich eine Gesundheitsversorgung mit kurzen Wegen zu Ärzten und Krankenhäusern. Hier müssen Politiker für Rahmenbedingungen sorgen, die trotzdem einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen. Bei Senioren werden bezahlbare Plätze in Pflegeheimen zunehmend zum Problem. Dort muss ebenso schnell vom Landtag gehandelt werden.

Innere Sicherheit

Die sogenannte gefühlte Sicherheit ist bei vielen Menschen geringer, als es die Kriminalitätsstatistik nahelegen würde. Erstmals seit 15 Jahren sank 2018 die Fallzahl der allgemeinen Kriminalität im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für ein Jahr unter die Marke von 10 000. Allerdings gibt es einen starken Anstieg der erfassten Zahl von Drogendelikten und von Fahrraddiebstählen. Um Kriminalität besser beizukommen, ist in der Grenzregion insbesondere eine intensive Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden erforderlich. Hier muss die sächsische Politik eine Vorreiterrolle übernehmen. Alle Parteien wollen zusätzliche Stellen bei der Polizei schaffen und überbieten sich teilweise bei der genauen Anzahl. Wichtig wird dabei sein, Mittel und Wege zu finden, um auch genügend Menschen für diesen wichtigen Job zu begeistern und zu befähigen.

Bildung und Schule

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