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Was die Stadtsanierung Dipps gebracht hat

Die Stadt schließt zwei Programme ab. Damit sind für über 15 Millionen Euro Häuser, Straßen und Plätze in Ordnung gebracht worden.

Die Herrengasse in Dippoldiswalde mit ihren schön sanierten Häusern und dem Schuhbrunnen hat von der Stadtsanierung profitiert.
Die Herrengasse in Dippoldiswalde mit ihren schön sanierten Häusern und dem Schuhbrunnen hat von der Stadtsanierung profitiert. © Egbert Kamprath

Wie sich eine Stadt in 29 Jahren verändert kann. 1991 führte noch die B 170 mitten durch Dippoldiswalde über den Obertorplatz und weiter in der engen Kurve am Museum vorbei. Häuser waren heruntergekommen. Viele Dippser gingen noch auf Plumpsklos und haben mit Kohlen geheizt. Daher hat die Stadt damals ihr erstes Stadtsanierungsprojekt für die Innenstadt gestartet.

Das wurde zur Erfolgsgeschichte, wie Christine Borstorff zum Abschluss vor dem Dippser Stadtrat sagte. Sie arbeitet für die Stadtentwicklungsgesellschaft Steg und hatte die Projektleitung für die Sanierung in Dippoldiswalde. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung formell zwei Stadtsanierungprogramme beendet, das Programm „Stadtkern“, das 1991 begonnen hat, und das Programm „Freiberger Straße", das 2007 gefolgt war. Das hat vor allem für die Hauseigentümer Konsequenzen. 

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Erstens können sie wieder frei über ihr Eigentum verfügen. Während der Sanierungszeit hatte die Stadt immer ein Vorkaufsrecht für die Grundstücke in dem betroffenen Gebiet. Zweitens müssen einige von ihnen noch einen Beitrag bezahlen, der den Wertgewinn ihrer Grundstücke ausgleicht, den die Sanierungsmaßnahmen ergeben haben.

Eigentümer müssen im Schnitt 1.250 Euro zahlen

Ein Gutachter hat 2013 ausgerechnet, dass 239 Grundstücke in der Kernstadt eine Wertsteigerung um insgesamt 167.000 Euro erfahren haben. Diese Summe müssen die Eigentümer in die Kasse der Stadtsanierung bezahlen. Rund 200 haben das bisher schon gemacht und dafür einen Nachlass von 20 Prozent bekommen. 38 Eigentümer werden in den kommenden Monaten einen Bescheid erhalten. Denn 47.600 Euro sind noch offen. Im Schnitt werden also pro Grundstück 1.250 Euro fällig.

Etwas anders ist die Lage im Sanierungsgebiet Freiberger Straße. Hier können die Eigentümer von der sogenannten Bagatellregelung profitieren, die im Baugesetzbuch steht. Insgesamt haben sich die Bodenwerte in diesem Gebiet um 23.250 Euro erhöht. Diese Summe verteilt sich auf 39 Grundstücke. Der Verwaltungsaufwand, um diese Summen exakt zu berechnen und umzulegen, wäre höher als der Betrag, der wahrscheinlich in die Kasse käme. Der Dippoldiswalder Stadtrat hat auf seiner Junisitzung entschieden, beide Sanierungsverfahren offiziell zu beenden und im Falle der Freiberger Straße die Bagatellregelung anzuwenden.

Insgesamt sind im Stadtkernprogramm 14,8 Millionen Euro ausgegeben worden. Davon haben Privateigentümer profitiert, aber hauptsächlich die Stadt. Die Sanierung von Rathaus, Oberschule, Bibliothek oder Alter Pforte sind nur mit Geld aus der Stadtsanierung möglich gewesen. Auch die Neugestaltung des Marktplatzes, des Schlosshofs und praktisch aller Straßen in der Innenstadt sind damit bezahlt worden, informierte Borstorff.

Die Alte Pforte neben der Oberschule hat im Rahmen der Stadtsanierung eine neue Aufgabe gefunden als Treffpunkt und wurde saniert.
Die Alte Pforte neben der Oberschule hat im Rahmen der Stadtsanierung eine neue Aufgabe gefunden als Treffpunkt und wurde saniert. © Egbert Kamprath
Stadtgärtnerin Sophie Handrick schmückt den Markt, den die Stadt mit Sanierungsgeldern neu gestaltet hat. Allerdings sind dabei vier Brunnen so gebaut worden, dass sie heute nicht mehr funktionieren. Sie dienen nun als Blumenkübel.
Stadtgärtnerin Sophie Handrick schmückt den Markt, den die Stadt mit Sanierungsgeldern neu gestaltet hat. Allerdings sind dabei vier Brunnen so gebaut worden, dass sie heute nicht mehr funktionieren. Sie dienen nun als Blumenkübel. © Egbert Kamprath

Ein Sanierungsprogramm läuft noch weiter

In der Unterstadt sind kleinere Summen geflossen. Das liegt daran, dass dort das Programm wesentlich kürzer gelaufen ist und dann von einer anderen Förderung abgelöst wurde, über die jetzt zum Beispiel die Museumssanierung läuft. 810.000 Euro wurden insgesamt für die Stadtsanierung an der Freiberger Straße ausgegeben, wie Siegfried Hellwig vorrechnete, der für die finanzielle Abwicklung der Stadtsanierung verantwortlich ist.

Ganz durch ist das Thema Stadtsanierung in Dippoldiswalde damit noch nicht. Ein Sanierungsvorhaben läuft noch für den südlichen Stadtkern. In diesem Rahmen will die Stadt beispielsweise der Obertorplatz neu gestalten und das Haus neben dem Rathaus zum Verwaltungsgebäude umbauen.  

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