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Was die Umstellung bedeutet

Schritt für Schritt werden die alten Stromzähler in der Region Löbau-Zittau gegen neue getauscht - in fast 10.000 Haushalten schon in diesem Jahr.

Taki Burghardt, Mitarbeiter der Stadtwerke Zittau, baut einen neuen Stromzähler im Gebäude Markt 5 in Zittau ein.
Taki Burghardt, Mitarbeiter der Stadtwerke Zittau, baut einen neuen Stromzähler im Gebäude Markt 5 in Zittau ein. © Jan Lange

Die Tage der schwarzen, analogen Stromzähler mit Drehscheibe und Rollenzählwerk sind gezählt. Bis spätestens zum Jahr 2032 sollen alle gegen digitale Messeinrichtungen ausgetauscht werden. Das fordert der Gesetzgeber von den Stromversorgern. Allein im Netzgebiet der Enso betrifft das rund 350.000 Stromzähler, wie Pressesprecherin Claudia Kuba erklärt. Das die nicht alle auf einen Schlag ausgetauscht werden können, erklärt sich angesichts der hohen Zahl von selbst. 

"Aussitzen" können es die Stromversorger dennoch nicht. Die ersten zehn Prozent müssen laut gesetzlicher Vorgabe in den kommenden drei Jahren umgestellt sein. Das sind bei der Enso Netz im Landkreis Görlitz rund 7.000 Umrüstungen im Jahr 2019, sagt Frau Kuba. Selbst bei kleineren Stromversorgern ist die Zahl beträchtlich: Die Stadtwerke Zittau tauschen dieses Jahr 1.500 der alten Stromzähler aus. Begonnen wurde damit im April 2019, teilt Matthias Hänsch, Geschäftsführer der Zittauer Stadtwerke, mit. Im selben Monat startete auch bei der Enso die Einführung der digitalen Stromzähler, bei den Löbauer Stadtwerken begann der Wechsel vor mehr als einem Monat.

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"Der Wechsel wird unterschiedlich schnell gehen: Zuerst werden Stromzähler ausgetauscht, deren Eichgültigkeit ausläuft", weist die Enso-Pressesprecherin hin. Ähnlich verfahren die Zittauer Stadtwerke. So hat Mitarbeiter Taki Burghardt vor Kurzem im Objekt Markt 5 in Zittau einen Zähler gewechselt. Bei dem alten Gerät war die Eichfrist abgelaufen. Einige Tage später sind die Stadtwerke-Mitarbeiter erneut am Zittauer Markt zugange, diesmal werden bei Fielmann die Stromzähler ausgetauscht. 

Die Stadtwerke Löbau bauen ebenfalls bei allen Kunden, bei denen die Eichfrist der alten Stromzähler abläuft, künftig neue Messeinrichtungen ein. Dieses Jahr betreffe es etwa 600 Kunden, so Geschäftsführer Joachim Neumann. Diese Anzahl an alten Stromzählern soll nach Möglichkeit jedes Jahr ausgetauscht werden.

Die regionalen Stromversorger kommen dabei auf die betreffenden Kunden selbst zu. Kein Kunde muss sich also bei den Stadtwerken oder der Enso melden. Drei Monate vor dem Zählerwechsel werden die Kunden per Post informiert. Ergänzend gibt es zwei Wochen vorab eine schriftliche Terminankündigung. 

Wenn bei einem Nachbarn die Stromzähler ausgetauscht werden, bedeutet das nicht, dass auch bei ihnen - man ist eh vor Ort - die Messeinrichtungen gleich mit gewechselt werden. Es wäre wirtschaftlich unsinnig, Geräte, deren Eichfrist noch läuft, auszutauschen, erklärt der Stadtwerke-Mitarbeiter.

Der Wechsel ist laut Frau Kuba für die Kunden kostenlos. Und er dauert in etwa 15 Minuten - vorausgesetzt der Zähler ist ungehindert erreichbar. "Während des Zählerwechsels kommt es zu einer kurzen Unterbrechung der Stromversorgung", sagt die Enso-Pressesprecherin und fügt hinzu, dass elektrische Geräte zuvor vom Stromnetz getrennt werden sollten, um Störungen zu vermeiden.

Bei Neubauten und größeren Sanierungen werden bei Kunden mit einem Jahresverbrauch von 6.000 Kilowattstunden ausschließlich moderne Messeinrichtungen (mME) eingesetzt. Sie unterscheiden sich äußerlich nicht oder kaum von bereits im Einsatz befindlichen elektronischen Messeinrichtungen. Im Vergleich zu den schwarzen, analogen Zählern mit Drehscheibe und Rollenzählwerk besitzen die mME eine digitale Anzeige und zusätzliche Bedienelemente um die Anzeige „durchzublättern“. Die obere Zeile des Displays zeigt aktuelle Zählerstände und Werte, wie sie zum Beispiel für Zählerstandsmeldungen zu verwenden sind.

Wer mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, erhält ein intelligentes Messsystem (iMSys). Die Stadtwerke Zittau wollen den Austausch der alten Stromzähler schon bis 2027 abschließen.

Die modernen Messeinrichtungen können mehr als nur messen, sie speichern auch Stromverbrauchswerte an einem Tag, in einer Woche, in einem Monat und für ein Jahr und können diese Daten für die zurückliegenden zwei Jahre wiedergeben. "Es führt zu mehr Transparenz und eröffnet die Möglichkeit, Energie zu sparen und Kosten zu senken", erklärt Claudia Kuba. Die Kunden rufen diese Infos auf der unteren Zeile des Displays ab. Mit weiteren Funktionen kann sich der Kunde die Werte auch auf den persönlichen Laptop übertragen. Auch dabei ist das Ziel, Stromverbrauch, Stromeinspeisung und eventuell Stromspeicherung optimal zu gestalten.       

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