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Was die Wetterkugel verrät

Die Sonne machte sich im Osterzgebirge lange Zeit rar. Warum hatte sie sich versteckt?

Von Mandy Schaks

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Die Wetterbeobachter in Zinnwald konnten in die große Glaskugel gucken, wie sie wollten: Viel hatte sie ihnen in den letzten Tagen und Wochen nicht zu erzählen, auch wenn sich das die Osterzgebirgler und ihre Gäste gern gewünscht hätten. Die Wetterkugel ist nämlich kein Hokuspokus, sondern verrät, wie oft sich die Sonne blicken lässt. Und das war im Januar nicht die Wucht.

Nur knapp 23 Stunden zeigte sie sich an den insgesamt 31 Tagen über Zinnwald-Georgenfeld. Das ist wenig und war – gemessen am langjährigen Mittel – nur gut die Hälfte der Zeit, die sich Klärchen normalerweise im Osterzgebirge im Januar zeigt. Doch das ist kein Grund zur Sorge, wie Roman Kristof, der Leiter der Wetterwarte, aus Erfahrung weiß. „Der Januar war zwar zu sonnenscheinarm“, sagt er, „aber nicht außergewöhnlich.“

Hinter dem Grau in Grau braute sich zudem ein Wetterumschwung zusammen. Petrus hat anscheinend die Zeit genutzt, die Wetterküche gründlich durchzuputzen und die Osterzgebirgler mit einem Ferienbeginn nach Maß zu beschenken. Der Januar war für unsere Breiten eindeutig zu nass. Es fielen knapp 138 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das sind statistisch betrachtet 180 Prozent. Da sich die Wolken gern am Erzgebirgskamm stauen, kann es dann passieren, dass die Sonne auch mal längere Zeit nicht zu sehen ist, erklärt Wetterbeobachter Lars Wagner.

Als schließlich endlich kältere Luft ins Bergland strömte, ging der Regen mehr und mehr in Schnee über. Inzwischen liegt die weiße Pracht in Zinnwald 50 Zentimeter hoch. Der Himmel klarte zunehmend auf, und die Sonne ließ sich endlich wieder blicken. „Wir haben alles richtig gemacht“, sagt Lars Wagner mit einem Augenzwinkern. Das Osterzgebirge präsentierte sich am vergangenen Wochenende wie aus einem Wintermärchen. Die Skiregion Altenberg wurde von Wintersportlern regelrecht überrannt. Obgleich das von den Einheimischen einiges an Geduld und Nerven verlangt, für die Tourismuswirtschaft sind solche Wochenenden Gold wert. Auch das lässt sich messen, nicht in der Wetterwarte, aber in den Kassen der Einkehrstätten und Ausflugsziele. „Wir sind auf das weiße Pulver angewiesen“, sagt Jochen Löbel, der Chef vom Hotel Lugsteinhof in Zinnwald. Wenn es einen ordentlichen Winter gibt, dann mache sein Haus gleich 30 bis 40 Prozent mehr Umsatz.

Die Aussichten stehen nicht schlecht. Die Wetterbeobachter können mit Blick auf die Prognosen Mut machen, dass das Winterwetter jetzt anhält. „Es soll die nächsten Tage trocken und kalt bleiben“, sagt Lars Wagner. Da müsste sich auch immer wieder die Sonne zeigen. Die Dauer messen die Wetterbeobachter mit einem automatischen Gerät. Das funktioniert mit einer Photozelle und kann die Sonne auf die Minute genau registrieren.

Die Wetterwarte kann aber noch auf ein zweites Gerät zurückgreifen, falls eine Kontrollmessung nötig ist. Oder sich Besucher angekündigt haben. Dann blicken sie immer fasziniert auf die große Glaskugel. Das ist der Sonnenscheinautograph, ein einfaches wie genaues Messgerät, das genau noch so funktioniert wie vor 60 Jahren. Die Glaskugel wirkt wie ein Brennglas. Der Sonnenstrahl, der darauf fällt, wird gebündelt zu einem Brennpunkt und auf einen Papierstreifen geworfen, erläutert Lars Wagner. Darauf hinterlässt die Sonne, je nach Intensität, eine Brandspur. Damit das Papier bei extrem guter Laune von Klärchen nicht verbrennt, ist es präpariert und mit einer Wachsschicht überzogen. Das Ergebnis ist nicht ganz so exakt wie beim Automaten, aber eindrucksvoll zu sehen. Wenn es denn etwas zu sehen gibt.

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