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Was Dresden ein Abstieg von Dynamo kosten würde

Auch nach dem Sieg gegen Wiesbaden heißt es: Dynamo hofft, kämpft aber gegen den Abstieg. Was dieser für die Stadt bedeuten würde.

Steigt Dynamo ab, muss die Stadt fürs Stadion tief in die Tasche greifen.
Steigt Dynamo ab, muss die Stadt fürs Stadion tief in die Tasche greifen. © dpa-POOL/Robert Michael

Dresden. Dynamo Dresden hat den Abstiegskampf wieder spannend gemacht. Der Sieg gegen Wiesbaden bedeutet wieder Hoffnung, die Zweite Liga halten zu können. Dynamo bleibt Schlusslicht, hat aber noch zwei Nachholspiele. Aber es bleibt nicht mehr viel Zeit, den Abstieg abzuwenden.

Dieser wäre nicht nur für den Verein und die Fans ein Desaster. Auch die Stadt Dresden muss dann kräftig draufzahlen. Ein Stadtrat hat sich bereits mit dem Thema beschäftigt und sich von der Verwaltung die entsprechenden Zahlen zuarbeiten lassen.

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Welche finanziellen Folgen der Abstieg für die Stadt hätte, dazu hat Linke-Fraktionschef André Schollbach eine Anfrage an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gestellt.

In der Antwort erklärt Hilbert erneut das Konstrukt um die Stadion-Verträge: Dresden hat mit der Projektgesellschaft durch Baukonzessionsvertrag 2007 einen Vertrag darüber abgeschlossen, dass die Projektgesellschaft das Dynamo-Stadion baut, finanziert und für 30 Jahre betreibt. Darin ist auch geregelt, was Dresden zu zahlen hat. 

2019 wurde dieses Vertrag angepasst, weil die Projektgesellschaft, die das Stadion gebaut hat, mit der Landesbank Baden-Württemberg einen Nachtrag zum Darlehen vereinbart hat. 

Seither zahlt die Stadt einen neuen festgesetzten Zuschuss. Dieser richtet sich allerdings nach der Liga-Zugehörigkeit. Das bedeutet, in der Bundesliga und Zweiten Liga zahlt Dresden deutlich weniger als in der Dritten Liga. 

Zuschuss steigt um mehr als 1.000 Prozent

Laut Vertrag, so OB Hilbert, zahlt Dresden seit dem 1. Mai 2019 einen festgesetzten Zuschusses von 135.000 Euro im Jahr, plus Umsatzsteuer. Dazu fallen pro Jahr für Zins und Tilgung  gut 1,985 Millionen Euro,  plus Umsatzsteuer, an. Der vertraglich vereinbarte Zuschuss beträgt damit insgesamt 2,12 Millionen Euro netto.

Und jetzt wird es spannend: "Sofern der Verein in der 1. oder 2. Bundesliga spielt, entfällt die Zahlung der Annuität unter Berücksichtigung der im Baukonzessionsvertrag vorgesehenen Reduzierung", so Hilbert. Das bedeutet, der Zuschuss beträgt in der Bundesliga oder der Zweiten Liga insgesamt 135.000 Euro netto pro Saison.

Steigt Dynamo in die  Dritte Liga ab, muss die Stadt zwar nicht den kompletten Zuschuss für Zins und Tilgung zahlen, aber den größten Teil davon. Genau sind es laut Vertrag knapp 1,46 Millionen Euro. "Der Zuschuss beträgt in der 3. Bundesliga damit insgesamt gut 1.59 Millionen Euro netto", so der Oberbürgermeister abschließend. Der Verein selbst erhalte keinen weiteren Zuschuss. 

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Damit kostet der mögliche Abstieg die Stadt pro Saison knapp 1,5 Millionen Euro mehr. Das sollte sich auch aufgrund der klammen Stadtkasse wegen der Corona-Folgen niemand wünschen. 

Das sieht auch Fragesteller und Dynamo-Fan Schollbach so. "Nichts ist teurer als der Abstieg. Das gilt für Dynamo genauso wie für die Stadt. Deshalb sollten alle Dresdner die Daumen drücken, dass es doch noch klappt mit dem Klassenerhalt."

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