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Toter Fuchs vorm Haus - was tun?

Ein Kipsdorfer hat ein verendetes Tier auf seinem Grundstück gefunden - und auf Hilfe der Behörden gehofft. Vergebens.

Dieser Fuchs ist an einer Straße verendet. Da kümmern sich Jäger und Straßenmeister. Anders sieht es auf Privatgrundstücken innerorts aus.
Dieser Fuchs ist an einer Straße verendet. Da kümmern sich Jäger und Straßenmeister. Anders sieht es auf Privatgrundstücken innerorts aus. © dpa

„Was soll ich jetzt damit anfangen?“, fragte sich Uwe Hickmann, als er diese Woche auf seinem Grundstück in Kipsdorf einen toten Jungfuchs gefunden hat. Dafür sei der Forst oder Jäger zuständig, dachte der Kipsdorfer, rief dort an - und holte sich mehrere Abfuhren. 

Der Forstbezirk Bärenfels richtete ihm aus, dass er das Tier nicht abholen werde. Eine ähnliche Auskunft bekam er vom Ordnungsamt der Stadt Altenberg und der unteren Jagdbehörde im Landratsamt. So griff er also zum Spaten, buddelte ein Loch und beseitigte so den verendeten Fuchs. „Eigentlich hätte ich mir Hilfe von den Behörden erwartet“, sagt er.

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Aber das ist nicht so einfach. Normalerweise sollte man Wildkadaver in der Natur liegen lassen, teilt die Sächsische Staatsregierung in einem Merkblatt mit. Das ist aber keine Lösung, wenn so ein Kadaver an Straßen und in Privatgärten liegt. Wenn also ein totes Tier beseitigt werden muss, gibt es drei Fälle. Liegt es an einer Straße, dann kümmern sich Jäger und die Straßenmeistereien darum. Oder der Kadaver liegt außerorts auf einem Grundstück, wo auch gejagt wird, dann sind die zuständigen Revierjäger die Ansprechpartner. Im Wald bleibt so etwas normalerweise liegen, und Tiere, die von Aas leben, beseitigen solche Kadaver meist recht schnell.

Tierkörperbeseitigung ist eine zuverlässige Lösung

Innerorts, wo nicht gejagt wird, gibt es auch keinen zuständigen Jäger. Hier müssen die Grundstücksbesitzer selbst aktiv werden. „Entweder vergraben oder die Tierkörperbeseitigung, das sind die beiden Lösungen“, sagt Richard Wittig-Lenk vom Jagdverband Weißeritzkreis. „Auf jeden Fall sollte man sich kümmern, sonst lockt man nur Waschbären oder andere Tiere aufs Grundstück“, rät der Jäger. Wobei er zuerst zur Tierkörperbeseitigung rät. Das kostet zwar eine Gebühr, ist dann aber eine zuverlässige Entsorgung.

Die Tierkörperbeseitigung Sachsen ist in Lenz zwischen Meißen und Großenhain ansässig und für ganz Sachsen zuständig. Ihre Fahrzeuge sind laufend unterwegs, um Kadaver abzuholen. Dort kann man auch ein totes Haustier zur Abholung anmelden, allerdings gegen Gebühr. Die Anfahrt kostet zwölf Euro, die Beseitigung eines üblichen Haustiers sieben Euro. Für Tiere aus der Landwirtschaft gelten andere Preise. So kostet die Entsorgung einer Kuh 25,30 Euro oder die eines Zuchtschweins 9,20 Euro.

Privatleute melden sich üblicherweise telefonisch bei der Tierkörperbeseitigung und die Mitarbeiter takten die Abholung dann in ihre Touren ein. Das kann bis zu drei Tage dauern. Man muss zur Abholung aber nicht zu Hause sein. Es reicht, das tote Tier an das Hoftor oder die Grundstückseinfahrt zu legen, wo der Lkw heranfahren und der Fahrer den Kadaver aufladen kann. 

Einfach vergraben hat seine Tücken

Vergraben mag einfacher scheinen, hat aber seine Tücken. Im Trinkwasserschutzgebiet ist es tabu, weil man ja nie weiß, ob so ein totes Tier nicht eine Seuche hatte. Und Wittig-Lenk rät auch dazu, tote Tiere wirklich tief genug einzugraben, einen bis eineinhalb Meter. Sonst besteht immer die Gefahr, dass ein anderes Wildtier das Aas wittert und wieder ausbuddelt. „Sie glauben gar nicht, welche Energie Dachs, Waschbär oder Wildschwein entwickeln, wenn es um Eiweiß geht“, sagt der Jäger. Zumal der Boden über einem frisch vergrabenen Tier ja noch locker ist. Über einen Meter tief zu graben, dass kann in den Höhenlagen des Osterzgebirges aber schnell zu einer Herausforderung werden, weil man dann oft auf Fels stößt.

Kontakt: Tierkörperbeseitigung Sachsen: Telefon 035249 7350

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