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Was Fahrradfahren mit Mathe zu tun hat

Lea aus Neusalz gehört zu Sachsens pfiffigsten Schülern. Bei einem Wettbewerb war jetzt aber nicht nur Rechnen gefragt.

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Von Romy Kühr

Neusalza-Spremberg. Zwei Radfahrer unternehmen eine Tour. Der erste startet um 6 Uhr, fährt konstant mit 14 Kilometern pro Stunde, der zweite startet 8 Uhr und fährt mit 21 Kilometern pro Stunde. Um welche Zeit treffen sie sich und nach wie vielen Kilometern? Hätten Sie‘s gewusst?

Lea hat es gewusst. Diese und noch viel mehr knifflige Aufgaben hat die Sechstklässlerin von der Pestalozzi-Oberschule in Neusalza-Spremberg beim Sächsischen Landeswettbewerb Mathematik in Chemnitz gelöst. Damit hat die pfiffige Schülerin unter 100 Mädchen und Jungen aus dem ganzen Freistaat den dritten Platz belegt. Dass die Schule ihre Besten unterstützt und sie sich auch mit anderen Assen messen können, gehört zur Tradition der Schule. „Das ist ja Teil unserer Philosophie“, sagt Direktorin Astrid Seibt. „Wir wollen die Schüler in ihren individuellen Fähigkeiten fördern.“ Immer wieder stehen Mädchen und Jungen aus Neusalza-Spremberg bei verschiedenen Leistungsvergleichen in der Region oder darüber hinaus auf dem Siegertreppchen.

Mathelehrerin Birgit Matuschewski ist besonders stolz auf Lea. Voriges Jahr hatte die Schülerin den Landesausscheid knapp verpasst und sich ziemlich darüber geärgert. Bei der Kreisolympiade, die in Löbau stattfindet und die Qualifikation für den Sachsenwettbewerb ist, schaffte sie es damals auf den dritten Platz. Nach Chemnitz werden aber nur die ersten zwei geschickt. Diesmal hat es für Lea geklappt.

Organisiert wird der Sächsische Mathewettbewerb von der Industrie- und Handelskammer Sachsen (IHK). Der überregionale Landeswettbewerb in Mathematik für Oberschulen fand zum zweiten Mal statt, berichtet die IHK. 100 Schüler der Klassenstufen fünf bis acht haben teilgenommen. Dabei mussten anspruchsvolle mathematische Probleme gelöst werden. Von den guten Ergebnissen der sächsischen Schüler ist auch die IHK begeistert und will den Wettbewerb weiterhin unterstützen. Die Oberschüler seien schließlich die zukünftigen Fachkräfte. „Es geht nicht nur darum Rechenaufgaben zu lösen“, erklärt Leas Lehrerin Birgit Matuschewski. „Die Schüler müssen vielmehr Lösungsansätze für komplexe Aufgaben finden.“ Wie eben bei der Aufgabe mit den beiden Radfahrern. Die Lösung dafür lautet übrigens: die Radler treffen sich um 12 Uhr und sind dann 84 Kilometer gefahren.