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Was gegen Sodbrennen hilft

Manchmal lindert schon ein Glas Wasser die Beschwerden. Doch nicht immer ist es damit getan.

Reichhaltige Mahlzeiten sind ein möglicher Auslöser von Sodbrennen.
Reichhaltige Mahlzeiten sind ein möglicher Auslöser von Sodbrennen. © Silvia Marks/dpa

Von Lorena Simmel

Es stößt einen immer wieder auf. Und hinter dem Brustbein fühlt man einen brennenden Schmerz: Sodbrennen ist sehr unangenehm. Bei länger anhaltenden Beschwerden sprechen Fachleute von der Refluxkrankheit. Doch was steckt dahinter? Und wie bekommen es Betroffene in den Griff?

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Die Ursache für Sodbrennen ist meist in der Muskulatur zu finden. Dazu sollte man sich vergegenwärtigen, was beim Essen und Trinken im Körper abläuft. Über die Speiseröhre gelangt die Nahrung vom Rachen in den Magen. Das untere Ende der Speiseröhre am Mageneingang ist normalerweise ruhig verschlossen. Alles, was im Magen angekommen ist und sich mit dem sauren Magensaft vermengt hat, soll dadurch nicht wieder in die Speiseröhre zurückfließen können.

Dieser Bereich, in dem die Speiseröhren- in die Magenmuskulatur übergeht, öffnet und schließt sich bei gesunden Menschen also nur, wenn sie etwas essen oder trinken – oder kurzzeitig beim Rülpsen. Wenn aber die Kontraktionsfähigkeit des Muskels in dem Bereich abnimmt, kann es zum Rückfluss von saurem Magensaft kommen. Meist macht sich das als Brennen hinter dem Brustbein bemerkbar.

„Manche Leute haben episodisches Sodbrennen, zum Beispiel im Urlaub oder nach einer reichhaltigen Mahlzeit“, erklärt Professor Herbert Koop von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Das sei unbedenklich und gehe wieder vorbei. „Viele Leute müssen ab und zu mal säuerlich aufstoßen, aber meistens ist das Luft und keine Flüssigkeit – und ganz normal“, so der Mediziner.

Manchmal hilft schon ein einfacher Trick gegen die Beschwerden. „Bei akutem Sodbrennen reicht es kurzfristig oft, ein großes Glas Wasser zu trinken“, erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. „So wird die Magensäure aus der Speiseröhre zurück in den Magen gespült.“ Milch binde die Säure zwar noch einen Tick besser, aber eigentlich gehe es nur um die Spülbewegung – und die sei mit Wasser ebenso gewährleistet.

Schwangere sind oft betroffen

„Bei sporadischem Sodbrennen empfehlen wir, nach dem Essen spazieren zu gehen.“ Hinlegen sollte man sich nicht, denn im Liegen könne der Magensaft leichter in die Speiseröhre zurückfließen. Darum ist ein weiterer Ratschlag, mit einem erhöhten Kopfteil zu schlafen. Am besten lege man sich auf die linke Seite, so die Apothekerin. Denn wegen der Magenkrümmung fließt der Magensaft dann nicht so leicht in die Speiseröhre zurück.

Werdende Mütter leiden oft an Sodbrennen. „Für das Auftreten von Sodbrennen auch am Anfang der Schwangerschaft gibt es bisher nur Theorien“, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. So könne etwa durch den höheren Östrogenspiegel im Blut das Bindegewebe allgemein dehnbarer werden und somit auch der Muskel am Übergang von Speiseröhre und Magen nicht mehr so fest verschlossen sein.

Im späteren Stadium der Schwangerschaft dehnt sich die Gebärmutter aus und schiebt den Magen nach oben. Dadurch kann dessen Eingang undicht und Magensäure in die Speiseröhre gedrückt werden – vor allem, wenn man mal etwas mehr gegessen hat. Diese Art von Sodbrennen und Rückfluss ist klassisch für die Zeit der Schwangerschaft und normalisiert sich nach der Entbindung in der Regel wieder, als wäre nichts gewesen.

Säurehemmende Medikamente sollten Frauen während der Schwangerschaft erst einnehmen, wenn diätetische Maßnahmen nicht funktionieren. Das heißt: Erstmal probieren, auf fettige oder säurehaltige Nahrungsmittel zu verzichten und eher kleinere Portionen zu essen.

Oft mehrere Ursachen

Generell kann die geringere Muskelspannung am Übergang von Speiseröhre und Magen verschiedene Ursachen haben – etwa einen Zwerchfellbruch oder eine gestörte Motorik der Speiseröhre. Bei Sodbrennen sei oft ein Bündel von verschiedenen Störungen nachweisbar, erklärt Gastroenterologe Herbert Koop.

Ein Problem sei, dass die Intensität der Symptome keinen verlässlichen Parameter darstelle, erklärt Koop. „Jeder empfindet die Beschwerden anders.“ So gebe es oft keinen direkten Zusammenhang zwischen der Menge Flüssigkeit, die in die Speiseröhre zurückfließt und den damit zusammenhängenden, vom Patienten beschriebenen Beschwerden. „Sodbrennen ist oft nur ein Mosaikstein inmitten von vielen anderen Beschwerden.“

Stört einen das Sodbrennen sehr, kommt etwa eine Behandlung mit säurehemmenden Medikamenten aus der Gruppe der Protonenpumpeninhibitoren (PPI) infrage. Diese sind in der Apotheke zum Teil ohne Rezept erhältlich. „Diese sogenannten Säureblocker reduzieren die Säureproduktion des Magens und heben den pH-Wert des Mageninhaltes an – und damit auch den pH-Wert dessen, was in die Speiseröhre zurückfließt“, erläutert Koop.

Zwar haben die Medikamente nach seinen Worten keine relevanten Nebenwirkungen. „Trotzdem sollte man sie nur nehmen, wenn man sie wirklich braucht.“ Und wer sie über einen gewissen Zeitraum eingenommen hat, sollte auf jeden Fall probieren, sie auch mal wegzulassen.

So kann man vorbeugen

Die Säureblocker helfen aber nicht immer. Fließen größere Mengen aus dem Magen in die Speiseröhre, sei der Effekt eher beschränkt, so Koop. Hier müsse eher eine operative Therapie erwogen werden. Beispielsweise bei Patienten, denen beim Schuhe-Zubinden die Flüssigkeit sogar bis in den Rachen aufsteigt.

Bei länger als zwei Wochen anhaltenden Beschwerden oder bei Symptomen wie Erbrechen (mit Blut), Schluckbeschwerden, Husten, Luftnot oder Gewichtsverlust sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen.

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Mit ein paar Regeln kann man Sodbrennen vorbeugen, erklärt Apothekerin Ursula Sellerberg. „Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag essen anstatt wenige große.“ Fettarme, eiweißreiche Mahlzeiten wie Quark oder mageres Fleisch seien leichter zu verdauen als fettreiche. Am Abend isst man möglichst wenig, damit der Magen beim Einschlafen fast leer ist. Idealerweise liegen zwischen Abendessen und Schlafengehen drei Stunden Abstand.

Darüber hinaus hilft es auch, auf eng sitzende oder einschnürende Kleidung zu verzichten. Bewegung und Entspannungstechniken beugen Stress und damit Sodbrennen ebenfalls vor. (dpa)

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