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Was hat "Löbau lebt" mit diesem Haus vor?

Der Verein zieht in das Gründerzeitgebäude auf der Bahnhofstraße 26 um. Auf 250 Quadratmetern soll es Angebote für die Löbauer geben - vorerst einmal wöchentlich.

Der Blumenladen ist schon wieder ausgezogen - "Löbau lebt" zieht jetzt ein in die Bahnhofstraße 26 in Löbau.
Der Blumenladen ist schon wieder ausgezogen - "Löbau lebt" zieht jetzt ein in die Bahnhofstraße 26 in Löbau. © Matthias Weber

Aktuell herrscht Leerstand in der Bahnhofstraße 26 in Löbau. Zuletzt war ein Blumenladen im Geschäft untergebracht. Das machte in der Vergangenheit ebenso dicht, wie das Jeansgeschäft zuvor und ein Möbelladen. Im 1898 erbauten Gründerzeithaus wurde früher das Tanzbein geschwungen. Bis 1950 war das Café „Rutsch“ - später dann Tanzcafé der HO-Gaststätte Ratskeller – beliebter Treffpunkt der Löbauer. 

Die Anwohner rätselten, wer als Nächster Einzug halten wird. Das Geheimnis lüftet nun der Verein „Löbau lebt“. Das Geschäft und die darüber liegenden Räume will er für verschiedene Projekte nutzen. Von der Brunnenstraße zieht „Löbau lebt“ dann weg und verlegt den Vereinssitz auf die Bahnhofstraße. Das bestätigt Vereinsmitglied Sylvio Pfeiffer-Prauß. „Löbau lebt“ hatte in den letzten Tagen auf Facebook dazu erste Andeutungen gemacht. 

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Seit Monatsanfang stellten die Macher immer wieder mal Detailaufnahmen, wie beispielsweise einen eisernen Metalldrachen an der Fassade in schwarzweiß ins Internet – ohne konkrete Angaben, was sich dahinter verbirgt, zu nennen. Von einem Großprojekt ist da im Internet die Rede, von „Coworking“, „Popupstore“ oder „Makerspace“. 

Welche Pläne der Verein mit der Bahnhofstraße 26 hat, erklärt Sylvio Pfeiffer-Prauß: „Drei Kernthemen von unserem Konzept wollen wir hier umsetzen.“ Das Konzept stünde seit knapp zwei Jahren. Dafür habe der Verein passende Räume gesucht und in letzter Zeit elf Immobilien in Löbau unter die Lupe genommen. Das Gründerzeithaus mit einer für den Verein nutzbaren Fläche von etwa 250 Quadratmetern sei als ideal eingeschätzt worden, zumal es vonseiten der Hausverwaltung und des privaten Vermieters auch ein Entgegenkommen hinsichtlich der Miete gegeben habe. Der „Makerspace“ soll ein Raum zum technischen Experimentieren – unter anderem mit Computer, 3-D-Drucker oder Schnittstelle – werden. 

Das Ganze sei einerseits als offenes Zusatzangebot für Schüler am Nachmittag und Abend gedacht, wie Pfeiffer-Prauß sagt. „Eine Gruppe von aktuell sieben Jugendlichen vom Gymnasium und der Oberschule sind da dabei“, so der 41-Jährige. Andererseits sollen auch interessierte Erwachsene und Senioren von dem Angebot profitieren und sich mit den technischen Möglichkeiten vertraut machen können. Für die Beschaffung der Technik laufen Fördermittelanträge. Auch Löbauer Unternehmen würden einen Teil der benötigten Dinge zur Verfügung stellen. Ebenso sollen durch eine Spendenaktion im Internet notwendige Gelder eingeworben werden. 

„Löbau lebt“ hofft, mit dem „Makerspace“ in diesem Sommer zu starten. Sylvio Pfeiffer-Prauß spricht auch von einem „Gründerlabor“, dass im Gebäude entsteht. Das richtet sich an Unternehmer. Es gebe viele Solo-Selbstständige in der Region, die von zu Hause aus arbeiten und die den Raum einerseits für Workshops, andererseits als Büro-Arbeitsplatz nutzen könnten. So sei ein Austausch untereinander möglich. Solche Coworking-Arbeitsfelder erleben in Großstädten einen Boom, wo Wohn- und Büroräume knapp sind. Doch auch in Löbau gebe es dafür Interessenten, habe der Verein im Vorfeld ausgelotet. Die entsprechenden technischen Voraussetzungen wie Internetzugang liegen laut Sylvio Pfeiffer-Prauß auf der Bahnhofstraße 26 an. 

Der dritte Part im Haus soll für kulturelle Veranstaltungen, Leseabende oder Theater genutzt werden. Die Premiere startet bereits am Sonnabend. Da präsentiert die Berliner Schauspielgruppe „Shakespeare2go“ einen Theaterabend mit anschließender Meinungstauschbörse“ unter dem Titel „Wir sind das Volk! Und nu...?“. Die Kulturfabrik Medea und die Theatergruppe hätten sich dafür in Gesprächen, auf Dorffesten und mittels Medienrecherche ein Bild davon gemacht, was die Leute in der Oberlausitz bewegt, heißt es in der Vorankündigung.

Schlagzeilen gemacht hatte der Verein auch mit seinem Kiosk-Projekt. Der kleine Kiosk befindet sich an der Ecke Bahnhofstraße/Brunnenstraße. Die Sanierung des Minihäuschens hatte der Verein angeschoben. Die Stadt Löbau finanzierte zu 90 Prozent die Baumaßnahme des Denkmals, die 15.000 Euro kostete. Ein „Szenetreff“ sollte entstehen mit Kunst- und Kulturangeboten. Nach etwa zwei Jahren sei die Sanierung nun abgeschlossen, so Sylvio Pfeiffer-Prauß. Nur noch Elektrikerarbeiten würden die kommenden Tage durchgeführt. 

Geplant ist, eine Büchertauschecke in einem der Fenster einzurichten. Temporär soll der Kiosk zu Höhepunkten in der Stadt – wie dem Osterhasentag, dem Wichteltag oder zum Stadtfest – öffnen. Dann gibt es wie in alten Zeiten Bockwurst, Getränke und Gespräche. Auch der Laden auf der Bahnhofstraße soll vorerst nicht täglich geöffnet sein. In Zusammenarbeit mit den hiesigen Geschäften sei eine Öffnung einmal wöchentlich angedacht.

Theaterstück „Wir sind das Volk! Und nu...?“ mit anschließender Gesprächsrunde auf der Bahnhofstraße 26 am 13. April um 19.30 Uhr, Karten 12 Euro, ermäßigt 9 Euro

Mehr Lokales unter:

www.sächsischede/ort/loebau

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