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Niesky

Was hilft gegen Wespenlarven?

Die Raupen einer Blattwespenart waren in der Region so gefräßig, dass die Forstleute nachhelfen mussten, um Kiefern zu retten.

In einem Kiefernwald bei Rothenburg wurden sie abgetötet, um die Zerstörung der Bäume aufzuhalten: die Larven der Rotgelben Kiefernbuschhornblattwespe.
In einem Kiefernwald bei Rothenburg wurden sie abgetötet, um die Zerstörung der Bäume aufzuhalten: die Larven der Rotgelben Kiefernbuschhornblattwespe. © André Schulze

Die Plage war in diesem Jahr so schlimm, dass die Experten durchgreifen mussten. Rund um Rothenburg, bei Rietschen und Daubitz hatten sich die Larven der Rotgelben Kiefernbuschhornblattwespe an den Nadeln junger Kiefernbestände derart satt gefressen, dass die Bäume nun um ihre weitere Existenz fürchten müssen. Die Insekten wurden deshalb teilweise mit der chemischen Keule bekämpft. „Wir haben die Fraßschäden natürlich vorher noch einmal intensiv untersucht. 

Auf einem rund einen Hektar großen Waldstück bei Rothenburg waren Ende Mai aber immer noch etwa die Hälfte der schon Wochen zuvor festgestellten Raupen aktiv. Hier haben wir uns deshalb für den Einsatz eines Insektizids entschieden“, erklärt Katrin Lattermann vom Kreisforstamt. Benutzt wurde Karate Forst – ein Mittel, das gegen nadel- und blattfressende Käfer, aber auch gegen Schmetterlingsraupen und Borkenkäfer eingesetzt wird. Auf anderen Flächen mit jungem Kiefernbewuchs hatte ein bei den Wespenlarven regelmäßig auftretender Virus sein zerstörerisches Werk getan. Eine von ihm verursachte Krankheit raffte einen großen Teil der gefräßigen Raupen dahin.

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Dass sich die Wespenlarvenplage für die nächsten Jahre damit erledigt hat, ist allerdings nicht anzunehmen. Zu günstig sind die Lebensbedingungen für die Art und die massenweise Produktion des Nachwuchses im nördlichen Landkreis. Latent gefährdet sind alle drei- bis 20-jährigen Kiefernwälder. Förderlich ist extrem heiße Witterung, denn dann fehlen Pilze und Parasiten, die sonst der Wespenbrut den Garaus machen. Da das Jahr 2018 tropische Temperaturen mit sich brachte und auch 2019 dem wahrscheinlich nicht viel nachstehen wird, könnte es 2020 eine erneute Fressorgie der Wespenlarven geben. „Wir müssen abwarten, was geschieht. Schlimmer als diesmal ist es aber kaum vorstellbar“, meint Katrin Lattermann.

Die Rotgelbe Kiefernbuschhornblattwespe hatte den Fachleuten bei der jedes Jahr durchgeführten Winterbodensuche von Schädlingen ein Schnippchen geschlagen. Ihre Nachkommen blieben bis Mai weitgehend unentdeckt. Die im September und Oktober gelegten Eier überwinterten in den Nadeltaschen der Kiefern. Nachdem sie bei zunehmenden Temperaturen zu neuem Leben erwachten, begann das große Fressen.

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