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Was im alten Café Rusch entsteht

Der Verein "Löbau lebt" hat die Räume auf der Bahnhofstraße 26 gemietet. Dort laufen derzeit die Bauarbeiten. 

PLatz für Kreative und Freiberufler will Löbau lebt an der Bahnhofstraße in Löbau bieten.
PLatz für Kreative und Freiberufler will Löbau lebt an der Bahnhofstraße in Löbau bieten. © SMWA/Kristin Schmidt

Wer auf der Bahnhofstraße vorn an der Ecke Nummer 26 durch die Scheiben schaut, sieht aktuell teilweise eine Baustelle. Wände und Fenster sind freigelegt, eine Zwischendecke ist entfernt. Der Verein "Löbau lebt" hat sich vor einer Weile in das ehemalige Café Rusch eingemietet. Zuvor standen die Räume, in denen wechselnd Geschäfte zu finden waren, leer. Zuletzt machte der Blumenladen dicht. Nun ist wieder Leben eingezogen. Auf etwa 250 Quadratmeter Fläche sollen unter anderem "Co-Working" (offene Zusammenarbeit in einem Büro) und "Makerspace" (offene Werkstätte) entstehen. 

"Die Baumaßnahmen sind umfangreich", sagt Silvio Pfeiffer-Prauß, Mitglied vom Verein. Um die 80 Arbeitsstunden Eigenleistungen steckten aktuell drin. Bis Mitte September soll vieles fertig gebaut sein. Noch müssen zum Beispiel die Heizung erweitert und zwei neue Toiletten eingebaut werden. Geplant ist, dass ein Ort der Begegnung entsteht. "Wobei es uns um eine Mischnutzung geht", so Pfeiffer-Prauß. 

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Der Blumenladen ist Geschichte, das Café, das einst hier residierte schon viel länger. Jetzt kommen die Co-Worker. 
Der Blumenladen ist Geschichte, das Café, das einst hier residierte schon viel länger. Jetzt kommen die Co-Worker.  © Matthias Weber

Beim Co-Working gibt es Arbeitsplätze für Freiberufler und Selbstständige, die von der Bahnhofstraße aus arbeiten und die Technik nutzen können. So sei der Job auch außerhalb der eigenen vier Wände machbar. "Wir bekommen aktuell fünf bis sieben Co-Worker unter", sagt Vereinsvorsitzender René Seidel. Das Angebot kann bereits genutzt werden. Kürzlich mietete sich eine Kittlitzer Unternehmerin für eine Woche ein, da sie in ihren eigenen Räumen für diesen Zeitraum keinen Internetanschluss hatte. Darüber berichtete sogar das MDR-Fernsehen.

Andere Co-Worker aus Löbau und von außerhalb kamen bisher nicht. Schließlich ist die Bahnhofstraße 26 noch eine Baustelle. Deshalb rührt der Verein im Moment keine intensive Werbetrommel. Vor allem würden im Moment die Co-Working-Plätze zum Eigenbedarf genutzt, so René Seidel. Ergibt sich später einmal eine hohe Nachfrage, sei eine Aufstockung der Plätze machbar. Der "Makerspace" soll eine Art Werkstatt im Erdgeschoss sein, in der kreative Köpfe verschiedene Angebote und Kurse durchführen. Nähkurse könnten das ebenso sein, wie Mal- und Programmierkurse. "Wir als Verein stellen sozusagen die Räume zur Verfügung", erklärt Pfeiffer-Prauß. Die Kursangebote dagegen laufen später nicht unter Vereinsregie, sondern Anbieter sollen diese organisieren und durchführen.

Ausstellungen sind ebenso in der Nummer 26 geplant, wie Kultur und auch Kino. In absehbarer Zeit könnten also Filme über die Leinwand flimmern. Gleichzeitig soll sich das Haus zu einem "Nachbarschaftsladen" entwickeln. Zum Kaufen gebe es aber nichts, sagt Sylvio Pfeiffer-Prauß von "Löbau lebt". Vielmehr stünde der Name für einen Ort, wo sich die Nachbarn mal treffen, vielleicht eine Runde Skat spielen oder miteinander ins Gespräch kommen können. Mittwochs ist jetzt schon immer offen. "Dann schauen auch viele interessierte Leute bei uns rein", sagt Pfeiffer-Prauß erfreut.

„Wir finanzieren das mit viel Hoffnung und Glauben an die Löbauer und unsere Projekte", sagt Pfeiffer-Prauß zu dem Projekt. "Wir laden, sobald ein annehmbarer Grundzustand erreicht ist, alle Löbauer ein uns zu besuchen und wollen dann gemeinsam Projekte und Formate entwickeln, um die Flächen mit Leben zu füllen." Idealerweise tragen diese Formate dann auch noch dazu bei, die Kosten zu decken, so Pfeiffer-Prauß.

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Parallel dazu werden Ideen wie CoWorking oder PopUp-Shops umgesetzt, die Geld einspielen sollen und natürlich gibt es Kunst- und Kulturveranstaltungen. "Außerdem schreiben wir fleißig Anträge für Förderungen, die uns den Unterhalt und auch Personal zur Weiterentwicklung ermöglichen. Die Kosten insgesamt sind nicht abschätzbar.“

Bei einem Besuch von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig konnten auch andere Interessierte vor Kurzem einen ersten Blick in die Räume an der Bahnhofstraße 26 werfen. 
Bei einem Besuch von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig konnten auch andere Interessierte vor Kurzem einen ersten Blick in die Räume an der Bahnhofstraße 26 werfen.  © SMWA/Kristin Schmidt

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