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Was im Sport alles wieder erlaubt ist - und was nicht

Sachsen lockert sich weiter, jetzt auch im Sport. Doch wie passen Vorschriften und Trainingsalltag in Corona-Zeiten zusammen? Ein aktueller Stand.

Der Trainingsalltag ist ein anderer geworden – mit Abstand und Desinfektionsmitteln. Die gute Nachricht: Neben Fitnessstudios dürfen in Sachsen auch sämtliche Sportstätten inzwischen wieder öffnen.
Der Trainingsalltag ist ein anderer geworden – mit Abstand und Desinfektionsmitteln. Die gute Nachricht: Neben Fitnessstudios dürfen in Sachsen auch sämtliche Sportstätten inzwischen wieder öffnen. © dpa/KEYSTONE/Ti-Press

Dresden. Der Fußball, heißt es, sei die schönste Nebensache der Welt. Das aber ist eine glatte Lüge, wie sich in diesen Corona-Tagen herausstellt. Von einer Nebensache kann, zumindest wenn es um den professionellen Betrieb in Deutschland geht, nicht die Rede sein angesichts der aktuellen Geschehnisse. Während der Leistungssport weltweit noch immer ruht, wird hierzulande längst wieder gespielt.

Als absolute Nebensache scheint dagegen der Sport im Allgemeinen eingeordnet zu sein, oft genug in der öffentlichen Wahrnehmung und nun auch im Zuge der Lockerungen coronabedingter Einschränkungen. Erst mit der seit vergangenem Samstag in Kraft getretenen neuen sächsischen Corona-Schutz-Verordnung sind wieder organisierte Aktivitäten auch für alle diejenigen möglich, die nicht Profifußballer sind oder dem Olympiakader angehören – allerdings weiterhin verbunden mit umfassenden Hygieneregeln.

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Was also ist im sächsischen Sport konkret erlaubt, was nicht? Hier ein aktueller Stand mit den wichtigsten Fragen und Antworten für den Freizeit- und Breitensport.

Welche Sportarten dürfen jetzt wieder betrieben werden?

Eindeutige Antwort: alle, auch die sogenannten Kontaktsportarten wie Judo, Ringen und Boxen. Die neue Schutz-Verordnung erlaubt generell die Öffnung und den Besuch von Sportstätten für den Sportbetrieb und macht dabei keinen Unterschied mehr zwischen Sportplatz und Turnhalle. Zu den Sportstätten zählen auch Kegel- und Bowlingbahnen, Reit-, Golf- oder Tennisplätze sowie Schießstände. Neben dem Training im Verein sind jetzt auch Kurse beispielsweise in Fitness- und Sportstudios wieder möglich.

Auch Tanzschulen dürfen öffnen, für den Einzelunterricht sowie für feste Paare. Eine Ausnahme: Extrakurse für Risikogruppen wie zum Beispiel Seniorentanz sollten laut Allgemeinverfügung des sächsischen Sozialministeriums derzeit nicht angeboten werden.

Die Mund-Nase-Maske kann getragen werden, Pflicht ist diese Schutz-Maßnahme in Sportstätten allerdings nicht.
Die Mund-Nase-Maske kann getragen werden, Pflicht ist diese Schutz-Maßnahme in Sportstätten allerdings nicht. © Jens Kalaene/dpa

Gibt es überhaupt Einschränkungen, die noch zu beachten sind?

Auch hier die klare Antwort: ja, unbedingt sogar. So weist das Sozialministerium ausdrücklich darauf hin, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist. Jedoch mit dem Nachsatz: wo immer möglich. Trainingseinheiten in Mannschaftssportarten wie Basketball sind demnach so zu konzipieren, dass der Körperkontakt, so steht es in der Verordnung, auf ein Minimum beschränkt ist. Bei Übungsspielen soll auf zusätzliche Nähe wie Torjubel verzichtet werden. In Kontaktsportarten ist während des Trainings der Wechsel des Partners zu minimieren. Und die Trainingsgeräte müssen nach der Benutzung gereinigt werden. Unter Einhaltung der Abstandsregel dürfen Umkleidekabinen sowie Sanitärbereiche wieder benutzt werden.

Zudem benötigt jede Sportstätte und jeder Verein einen Hygieneplan, in dem die zuvor beschriebenen Regelungen berücksichtigt sind. Dieser muss jedoch nicht von den Behörden genehmigt sein, kann aber jederzeit überprüft werden. Orientierungshilfen für die Erstellung eines solchen Konzeptes liefern der Landessportbund sowie die jeweiligen Spitzensportverbände.

Der Landessportbund empfiehlt Vereinen darüber hinaus, alle Personen, die regelmäßig die Sportstätte betreten (Sportler/Trainer/Personal), über die Auflagen zu belehren und das zu dokumentieren.

Es besteht keine Pflicht, einen Mund-Nase-Schutz in den Sportstätten zu tragen.

Wie viele Personen dürfen gleichzeitig auf Sportstätten sein?

Es gibt keine Höchstzahl, solange die Abstandsregeln eingehalten werden. Maximal möglich sind jedoch 1.000 Personen – aufgrund des bis zum 31. August weiterhin bestehenden Verbots von Großveranstaltungen in Deutschland.

Dürfen nun auch wieder Wettkämpfe stattfinden?

Ja, allerdings nur für Individualsportarten, nicht bundesländerübergreifend (Ausnahme Leistungssport) und konsequent unter Ausschluss von Zuschauern. Und auch hier greift das Verbot von Großveranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von mehr als 1.000 Personen.

Ist organisierter Sport in Schul- Sporthallen wieder möglich?

Prinzipiell ja, aber ... In der Allgemeinverfügung zur Regelung des Kita- und Schulbetriebes ist schulfremden Personen das Betreten des Schulgeländes während der Unterrichts- und Betreuungszeit untersagt. Es liegt deshalb am Schulträger, ob er Schul-Sportstätten außerhalb dieser Zeiten für den Vereinssport wieder öffnet.

Auch die Schwimmhallen dürfen wieder öffnen - wenn ein vorab vom Gesundheitsamt genehmigtes Hygienekonzept vorliegt.
Auch die Schwimmhallen dürfen wieder öffnen - wenn ein vorab vom Gesundheitsamt genehmigtes Hygienekonzept vorliegt. © Cyril Zingaro/KEYSTONE/dpa

Was ist mit Schwimmhallen, die bis zuletzt geschlossen waren?

Seit Samstag ist die Öffnung gestattet, gleiches gilt für Freibäder. Allerdings müssen dafür vorab erstellte Hygienekonzepte von den jeweiligen Gesundheitsämtern vor Ort genehmigt werden.

Das Sozialministerium fordert darüber hinaus von den Schwimmhallen- und Freibad-Betreibern in der Allgemeinverfügung konkret, dass die Einhaltung des Mindestabstands sowohl im Wasser als auch auf Liegewiesen, in Ruhebereichen und Umkleiden sowie im Kassenbereich sichergestellt ist.

Zum Sport gehört Regeneration. Was also ist mit Saunen?

Auch die können wieder öffnen. Derzeit dürfen jedoch ausschließlich Trockensaunen von mindestens 80 Grad Celsius betrieben werden – immer unter Einhaltung des Mindestabstandes. Aufgüsse sowie Dampfbäder und Dampfsaunen sind verboten.

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