merken
PLUS Bautzen

Einweg-Abgabe: Kommunen sind skeptisch

Die Bundesregierung will die Hersteller zur Kasse bitten. Das könnte an zwei einfachen Voraussetzungen scheitern.

© Archivbild/dpa/Bernd von Jutrczenka

Bautzen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will die Hersteller von Einweg-Verpackungen zur Kasse bitten, wenn diese im öffentlichen Müll landen. Das soll die Kommunen finanziell entlasten. „Der Trend zu mehr Wegwerfartikeln führt in manchen Städten zu einer regelrechten Müllflut, vor allem in öffentlichen Parks und belebten Straßen“, sagt die Ministerin. Ihre Idee hat nur zwei Haken: Erstens muss ihr Ministerium alle Hersteller von Fast-Food-Verpackungen, Wegwerf-Getränkebechern, Plastetüten und Zigarettenfiltern zunächst einmal kennen, um sie belangen zu können. Und zweitens lassen sich die Kosten für die Entsorgung von Einwegverpackungen meist gar nicht gesondert beziffern, ergab eine Umfrage der SZ.

So kommen in Bautzen jeden Monat etwa zehn Tonnen Müll zusammen, den die stadteigene Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft (BBB) als „gemischte Siedlungsabfälle“ bezeichnet. Doch der Müll wird beim Sammeln nicht getrennt. „Die Menge einzelner Müllsorten zu schätzen, ist deshalb leider nicht möglich“, sagt BBB-Sprecherin Diana Liebsch. „In den letzten Jahren ist eine Zunahme der Müllmengen zu verzeichnen. Insbesondere wird dies durch wachsende Mengen Verpackungsmüll von Systemgastronomien und illegal entsorgtem Müll von Privathaushalten verursacht.“

August Holder GmbH
Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

Ähnlich äußert sich der Bischofswerdaer Stadtsprecher Sascha Hache: „Die Kosten für die Entsorgung von Einweg-Verpackungen werden schlichtweg nicht erfasst.“ Auch aus anderen Rathäusern, wie Hoyerswerda oder Weißenberg, kam die gleiche Antwort. In der Stadtverwaltung Pulsnitz schätzt Fachbereichsleiter Kay Kühne die Entsorgungskosten auf 8 000 Euro jährlich. Aber auch hier wird Einweg nicht gesondert erfasst.

Weiterführende Artikel

Bautzens täglicher Müllwahnsinn

Bautzens täglicher Müllwahnsinn

Wenn die Stadt noch schläft, startet Diana Petzold mit dem Pressmüllfahrzeug und kann oft nur den Kopf schütteln.

In Elstra macht Bürgermeister Frank Wachholz diese Rechnung auf: Der städtische Bauhof ist in 40 Wochen pro Jahr jeweils drei Stunden unterwegs, um Müll zu entsorgen. Darüber hinaus werden in 15 Stunden jährlich Ausflugsziele von Müll befreit. Macht unterm Strich 135 Stunden für rund 6 800 Euro. Königswarthas Bürgermeister Swen Nowotny berichtet: „Unsere technischen Kräfte fahren einmal pro Woche alle Abfallkörbe im Gemeindegebiet ab, um diese zu leeren. Dort ist dann natürlich auch nicht ausschließlich Plastikmüll zu entsorgen.“ (SZ/tbe)

Mehr zum Thema Bautzen