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Was Meißen mit Olympia zu tun hat

Beim 30. Pokal der Blauen Schwerter starten so viele Gewichtheber wie noch nie - mit einem Star aus Spanien und unerwarteter Unterstützung.

Bald heißt es wieder auf die Bühne und an die Hantel.
Bald heißt es wieder auf die Bühne und an die Hantel. ©  Claudia Hübschmann

Meißen wird Ende August Deutschlands Gewichtheber-Hauptstadt. 101 Gewichtheber aus 20 Nationen und von vier Kontinenten starten beim 30. Turnier der Blauen Schwerter. „So ein Starterfeld gab es noch nie beim Pokal“, sagt Michael Hennig, der Sprecher des Organisationsbüros. „Selbst zu DDR-Zeiten hatten wir nicht so viele Teilnehmer.“ Vom 29. bis 31. August gibt es insgesamt sieben Veranstaltungen.

Die enorme Aufwertung des Wettbewerbs wurde durch einen neuen Qualifikationsmodus  für die Sommerspiele 2020 möglich. Das Internationale Olympische Komitee zwang die extrem dopinggefährdete Sportart zu einer Wettkampfserie, in der sich Gewichtheber regelmäßig auf den Bühnen in aller Welt zeigen müssen, um einen Startplatz für Tokio zu bekommen. Meißen bekam so einen Status und ist nun ein Olympia-Qualifikations-Turnier. Dafür wurde das Wertungssystem der Blauen Schwerter verändert. Den 1500 Euro teuren Porzellan-Pokal bekommt der Mann oder die Frau, der oder die im Prinzip dem Weltrekord am nächsten kommt.

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Nach der Wende verschwand die Traditionsveranstaltung aus den internationalen Wettkampfkalendern. 2012 wagten Meißner Enthusiasten einen Neustart, der zunehmend Beachtung und Lob in der Gewichtheber-Welt fand. So gab es nach dem Pokal im September 2018 vom Weltverband die Anfrage, ob die Stadt ein Olympia-Qualifikations-Turnier übernehmen will. Das ehrenamtliche Organisationsbüro nahm diese Herausforderung an. Erster Lohn ist ein Weltklasse-Teilnehmerfeld mit Stargast Lidia Valentin. Die Spanierin hat einen kompletten Medaillensatz bei Sommerspielen gewonnen und gilt in ihrem Heimatland als Volksheldin wie Tennisprofi Rafael Nadal. In  der Gewichtskategorie bis 75 Kilogramm holte sie 2008 in Peking Silber, 2012 in London Gold und 2016 in Rio de Janeiro Bronze.

Lob bekamen die Meißner vom Bundesverband Deutscher Gewichtheber. Dessen Geschäftsführer Eric Schneidenbach sagte: „Ich habe die positive Entwicklung des Turniers in den vergangenen Jahren verfolgt. Meißen ist die einzige Stadt in Deutschland, die ein Turnier dieses Formats organisieren kann. Wir werden die Organisatoren auch in Zukunft unterstützen.“ Das nächste Olympia-Qualifikations-Turnier für die Sommerspiele 2024 in Paris wartet in vier Jahren.

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