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Feuilleton

Was Menschen von Pflanzen lernen können

Die neue Sonderschau im Dresdner Hygienemuseum beleuchtet eine schwierige Beziehung. Pflanzen kommen ohne uns aus, wir ohne sie jedoch nicht.

Ein Jahr lang ist die Ausstellung im Hygienemuseum zu sehen. © Oliver Killig

Von Uwe Salzbrenner

Dresden. Pflanzen sind, wenn man sie nach dem Maßstab von uns Menschen misst, sonderbare Wesen. Sie handeln nicht, sie wählen nichts aus, sie zeigen keinen Willen. Immer stehen sie am selben Ort, selbst wenn es stürmt und schneit. Sie hören nicht, reden nicht, schauen nicht, scheinen nicht zu riechen und zu schmecken. Erwischt man sie tatsächlich bei einer Bewegung – beim Wachsen mit der Filmkamera im Zeitraffer –schwanken sie wie betrunken. Dass Pflanzen mit Wurzel, Stängel, Blatt und Blüte in Gemeinschaft mit ihrer Umgebung sind, übersehen wir leicht. Damit sie mit der Welt so eng wie möglich verwachsen sind, ist ihr Körper sogar so gebaut, dass ihre Oberfläche möglichst groß ist, das Volumen gering. In ihrem Wachstum sind sie faszinierende Körperkünstler, richten sich nach der Sonne, umwinden Stützen. Noch der bewirtschaftete Wald ist eine Majestät.

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