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Was Münzen alles erzählen können

In einer der drei neuen Ausstellungen des Schlesischen Museums geht es um Geld. Darin ist ein Schatz zu sehen, den jemand vor 500 Jahren vergrub.

Zu den 1 300 Objekten der Ausstellung „Kopf und Zahl“ im Schönhof gehört dieser wertvolle schlesische Münzhumpen aus dem 18. Jahrhundert.
Zu den 1 300 Objekten der Ausstellung „Kopf und Zahl“ im Schönhof gehört dieser wertvolle schlesische Münzhumpen aus dem 18. Jahrhundert. © Nikolai Schmidt

Drei Münzen: eine silberhell, eine vergilbt und eine mit rostigen Einsprengseln. „Welche ist unecht?“, fragt Martina Pietsch vom Schlesischen Museum, die gemeinsam mit der Volontärin Michalina Cieslicki die neue Ausstellung „Kopf und Zahl“ erarbeitet hat. Die Besucher sollen raten und puzzeln. Der erste Lösungsversuch geht natürlich schief, so soll es sein. Doch man könnte richtig tippen, wenn man die Ausstellung aufmerksam studiert hat, die so vieles bietet und viele Fragen beantwortet, die Menschen an Geld und Münzen haben. Habe ich da ein altes Geldstück gefunden? Ist es echt? Wie viel ist es wert? Und woher kommt es? Wie kommt Geld zu seinem Wert und warum geht der manchmal verloren? Auf sehr anschauliche und anregende Art und Weise präsentiert das Museum ab Sonntag das Thema Münzen und Medaillen.

Die Schau erklärt die Merkmale von Geldstücken, entschlüsselt Symbole wie Adler, Krone und Heilige, zeigt Techniken, mit denen Münzen geprägt wurden, und stellt kunstvolle Medaillen aus 450 Jahren vor. Zu den 1 300 gezeigten Objekten gehören auch 700 Münzen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Sie sind Teil eines zehnmal so großen Silberschatzes, der auf einem Feld in Niederschlesien in zwei Tontöpfen gefunden wurde. „Wer ihn vor fast 500 Jahren dort vergrub und warum, ist unbekannt“, sagt Martina Pietsch. Die wertvolle Leihgabe des Webereimuseums Landeshut könnte mit EU-Fördermitteln für die Ausstellung restauriert werden, deshalb lassen sich alle 700 Geldstücke gut betrachten. Aber auch die älteste schlesische Münze aus dem Besitz des Museums, ein Denar aus dem 11. Jahrhundert, und das früheste in Schlesien gefundene Geldstück, eine römische Münze aus dem 3. Jahrhundert, sind im Schönhof zu sehen.

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Die Münzausstellung ist aber nicht die einzige Neuheit des Schlesischen Museums. Bereits ab heute 15 Uhr ist in der Annenkapelle eine Wanderausstellung über den niederschlesischen Juristen und Sinologen Emil Krebs zu sehen, der als eines der größten Sprachwunder der Menschheitsgeschichte gilt: Er sprach über 60 Sprachen. Im Schönhof öffnet morgen 19 Uhr eine Wanderausstellung der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein über die Ermordung von psychisch Kranken und geistig Behinderten aus Schlesien in der NS-Zeit.

„Kopf und Zahl“ startet dann am Sonntag ab 11 Uhr mit Münzprägung vorm Museum, Erlebnissen für Kinder und Führung um 15 Uhr durch die Ausstellung.

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