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Was Oberbürgermeister Bert Wendsche will

Alle warten auf die Erklärung des Rathauschefs, ob er wieder zur OB-Wahl antritt. Die Grünen suchen inzwischen einen Kandidaten auf besondere Art.

© Arvid Müller

Von Peter Redlich

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Bert Wendsche ziert sich noch. Tritt er wieder an zur Oberbürgermeisterwahl am 7. Juni oder ist er über die Angriffe von Grünen und SPD aus den letzten Monaten so verärgert, dass er sich einen anderen Job sucht? Bis tief in den Stadtrat hinein wird gerätselt. Selten vorher hat ein Amtsinhaber so lange gezögert, um zu erklären, ob er wieder antritt. Streitereien um seinen neuen Büroleiter. Debatten, die mit hochroten Köpfen bis nach Mitternacht im Ratssaal geführt wurden, die Ablehnung des Bahnhofskaufs in West haben Wendsche geärgert. Jetzt zögert er mit der Aussage, ob er wieder antreten werde.

Derweilen bringen sich seine erklärten Widersacher in Stellung. Allerdings scheinen die Schwierigkeiten zu haben, einen geeigneten Kandidaten in den eigenen Reihen zu finden. Gerade erschien eine Anzeige in der SZ. Darin heißt es: „Wir suchen eine vertrauensvolle, kreative und kommunikative Persönlichkeit aus Wirtschaft und/oder Verwaltung, die parteiübergreifend für das Amt des/der Oberbürgermeister/in in Radebeul kandidieren möchte.“

Aufgegeben hat die Anzeige Tobias Plessing, Stadtrat der Fraktion Bürgerforum/Grüne. Plessing auf die Frage, warum der Kandidat per Anzeige gesucht wird: „Andere Gemeinden machen das auch so. Bei uns gibt es vor allem aus beruflichen Gründen niemanden, der dafür bereitstehen würde.“ Die Grünen hoffen auf Zuspruch.

Bis Anfang März, so Plessing, wolle man sich entscheiden, wer es sein könnte. Dazu solle auch mit anderen Fraktionen im Stadtrat gesprochen und vor allem um Unterstützung geworben werden.

Rückhalt werden die Grünen ziemlich sicher von der SPD bekommen. Offenbar ist die Anzeigenaktion auch mit ihnen besprochen. Denn Fraktionschef Thomas Gey sagt: „Vielleicht finden wir einen gemeinsamen Kandidaten mit den Grünen. Es wäre schon schön, wenn es einen Gegenkandidaten geben würde.“ Er meint damit gegen Bert Wendsche, von dem er vermutet, dass er antreten wird. Gey würde allerdings gern schon Ende Januar, Mitte Februar einen eigenen Kandidaten präsentieren.

Unterstützung von der FDP

Ansonsten scheint alles auf die Aussage vom Amtsinhaber zu warten, der bisher allerdings noch nicht einmal gesagt hat, wann er sich erklären will. Von den Linken heißt es, dass sie vorerst keinen Kandidaten aufstellen. Stadtrat Christian Fischer: „Wir haben uns so geeinigt, dass wir, sollte sich der Amtsinhaber Bert Wendsche wieder bereiterklären anzutreten, dann keinen eigenen Bewerber nominieren. Bernd Uhlemann, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, zweitstärkste hinter der CDU: „Wir warten sehnlichst darauf, dass Bert Wendsche erklärt, dass er weitermacht. Wir würden ihn sofort unterstützen.“

„Wenn Herr Wendsche antritt, dann unterstützen wir ihn“, sagt auch Frank Sparbert von der FDP. Wird der Rathauschef dann möglicherweise, wie beim Einzug in den Kreistag, als Parteiloser unter der Flagge der CDU antreten? Von ihm selbst gibt es auch dazu keine Aussage.

CDU-Fraktionsvorsitzender Ulrich Reusch stimmt zwar ein Loblied auf Bert Wendsche an: „Dass er die Geschicke weiter in die Hand nimmt, ist im Interesse der Stadt. Es müssen weiter Schulden abgebaut, die Hoflößnitz entwickelt werden und Radebeul-West ein Sanierungsgebiet mit dem Bahnhof bekommen.“ Aber Reusch sagt auch, dass die Christdemokraten zwar diese Bewerbung unterstützen, aber Bert Wendsche ja gar nicht bei einer Partei antreten müsse. Der Amtsinhaber benötigt keine förmliche Nominierung, er muss auch keine Unterschriften sammeln. Nur sagen, ob er denn will.

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