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Dresden

Corona: Was passiert gerade im Zoo?

Während einige Tiere im Dresdner Zoo die ungewohnte Ruhe seit der Schließung wegen Corona genießen, wurde ein wichtiges Bauprojekt vorerst gestoppt.

Die Orang-Utans im Dresdner Zoo nehmen die besucherfreie Zeit sichtlich entspannt zur Kenntnis.
Die Orang-Utans im Dresdner Zoo nehmen die besucherfreie Zeit sichtlich entspannt zur Kenntnis. © Roman Richter

Dresden. Sonnenschein und kein Wölkchen am Himmel. Normalerweise wäre es das perfekte Wetter für einen Besuch im Zoo. Doch auch der Dresdner Zoo hat - so wie fast alle öffentlichen Einrichtungen - seit vergangener Woche geschlossen. Der Parkplatz ist leer, die Türen zu. Kein Kinderlachen, keine Führungen. So ruhig ist es hier sonst nur nachts.

Vor der Corona-Krise hatte Karl-Heinz Ukena in seinen 17 Jahren als Direktor noch keinen Schließtag erlebt. Selbst die Vogelgrippe schränkte den Betrieb nur teilweise ein. Nun aber läuft der Chef auf einmal durch einen menschenleeren Zoo und weiß nicht, wie lange das so bleiben wird. 

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"Natürlich ist das für uns alle ungewohnt, aber die Stimmung ist weiterhin gut", sagt Ukena. "Die Tierpfleger machen ihren Job. Das Leben im Zoo muss weiter gehen. Wir haben ja einen recht großen Vogelbestand. Die fangen jetzt alle an, wie verrückt zu brüten."

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Während die Versorgung der Tiere bislang normal weiterlaufe, werde die Zeit ohne Besucher bewusst nicht genutzt, um Reparaturen oder Ausbesserungen zu erledigen. "Wir können nicht sagen, wir schließen den Zoo und dann machen wir hier selbst Ballett."

Aus demselben Grund ist auch das wichtigste Bauprojekt des Jahres vorerst auf Eis gelegt worden. In dieser Woche sollte eigentlich die Baustelle für die neue Flamingo-Anlage eingerichtet werden. Für den 1. April war der erste Spatenstich geplant. Nach der Schließung werde sich nun jedoch bis auf Weiteres auch hier kein Rädchen drehen.

Den Tieren kann das alles nur Recht sein. Vor allem den Orang-Utans merke man an, dass sie die Ruhe genießen, sagt Ukena. Auch die Schneeleoparden mit ihren Jungen seien selten so häufig draußen zu sehen gewesen.

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Zweimal am Tag dreht Ukena seine Runde über das Zoogelände. Dabei versuche er, so viel wie möglich Abstand zu seinen Mitarbeitern zu halten und möglichst viele Dinge am Telefon zu klären. In einigen Revieren wurde die Pfleger in feste Teams aufgeteilt, die sich nie begegnen sollen. Wenn ein Team ausfallen sollte, bleibt zumindest das andere. Nicht auszudenken, wenn ein Corona-Fall im Zoo große Teile der Belegschaft in die Quarantäne zwingen würde.

"Bislang sind glücklicherweise alle gesund", sagt Ukena, aber man muss auch betonen, dass wir momentan auf Sicht fahren. Das kann sich alles auch sehr schnell drehen."

Die im Februar geborenen Erdmännchen erkunden bereits neugierig ihre Anlage.
Die im Februar geborenen Erdmännchen erkunden bereits neugierig ihre Anlage. © Zoo Dresden

Den Zoofans nützt das derzeit allerdings wenig. Dem Zoo entgehen damit natürlich gerade jetzt im Frühjahr gewaltige Einnahmen, doch der Direktor bleibt entspannt. "Wir haben gut gewirtschaftet und stehen liquiditätsmäßig sehr gut da", sagt er. Zwei bis drei Monate lang könne man die momentane Situation gut verkraften. Auch die Stadt habe bereits volle Rückendeckung signalisiert, sodass kein Mitarbeiter um seinen Job bangen müsse.

Seinen Dresdner Fans versüßt der Zoo unterdessen die Wartezeit mit kleinen Neuigkeiten auf seiner Facebookseite. Am 15. März etwa sei der kleine Trampeltierhengst Collin geboren worden, der sich bereits gut entwickelt habe. Bereits am 6. Februar kamen drei Erdmännchen zur Welt.

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