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Was Schüler von Sachsens neuer Regierung erwarten

Wlan bereitstellen, Schulessen bezuschussen, Kopfnoten abschaffen: Der Landesschülerrat hat 36 Forderungen.

Ganz oben auf der Wunschliste: die Schaffung einer digitalen Infrastruktur.
Ganz oben auf der Wunschliste: die Schaffung einer digitalen Infrastruktur. © dpa/Julian Stratenschulte

Bei der Landtagswahl am 1. September geht es auch um die Bildungspolitik der nächsten fünf Jahre. Für einen „modernen und angenehmen Schulalltag“ haben Sachsens Schüler genaue Vorstellungen, sagt Landesschülersprecher Noah Wehn.

Digitalisierung

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Ganz oben auf der Wunschliste steht die Schaffung einer digitalen Infrastruktur: Schul-WLAN, schnelles Internet mit mindestens 200 Mbit/s und digitale Lernplattformen. Der Landesschülerrat spricht sich auch dafür aus, in der Schule die eigenen Mobilgeräte nutzen zu können. „Dafür müssen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden“, so Wehn.

Schulsystem

Kopfnoten sollen abgeschafft werden. „Die jetzige Praxis ist subjektiv und wenig aussagekräftig“, so Wehn. Sie sollen durch neue Kategorien oder eine schriftliche Bewertung ersetzt werden. Der Landesschülerrat unterstützt den Volksantrag für längeres gemeinsames Lernen und die Gemeinschaftschule. Außerdem sollen Schulen als Modellprojekt neue rhythmisierte Ganztagsangebote ausprobieren können.

Lehrer

Oberschul- und Grundschullehrer sollen in ganz Sachsen ausgebildet werden, damit sie auf dem Land bleiben. Ein Lehrerstipendium soll zusätzliche Anreize schaffen. Neben schulinternen Fortbildungen sollen Lehrer für die Weiterbildung drei Tage Bildungsurlaub pro Jahr nehmen können.

Unterricht

Moderner Unterricht sollte sich auf die Kompetenzen zum Wissenserwerb und zur Problemlösung konzentrieren. Die Berufsorientierung soll an Oberschulen und Gymnasien ausgebaut werden. Die Schüler wünschen sich auch mehr Praxisberater.

Schulalltag

Besonders wichtig ist den Schülern gesundes Essen. Dafür soll der Staat sowohl Standards in der Qualität als auch einen Preis festlegen. Der Landesschülerrat fordert die Einführung eines Bildungstickets für Schüler und einer Datenbank mit den Prüfungsaufgaben der vergangenen Jahre.

Eigenverantwortung

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„Schulen sind ein guter Ort, um demokratische Prozesse zu üben“, sagt Noah Wehn. Dafür sollen die Schulleiter von der Schulkonferenz gewählt werden können, Schulentscheide eingeführt und die Schülerräte gestärkt werden. Sie sollen – genau wie die Elternvertretung – auch ein Mitspracherecht bei der Schulnetzplanung bekommen. 

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