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Was sich Dürrröhrsdorf dieses Jahr leisten kann

Der über fünf Millionen Euro schwere Etat ist beschlossen. Einen Teil des Geldes frisst ein einziges Projekt auf.

Von Katarina Gust

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Die Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach kann die ersten Projekte für 2015 angehen. Die Gemeinderäte haben in ihrer jüngsten Sitzung die Weichen dafür gestellt. Sie beschlossen den diesjährigen Haushaltsplan. Der umfasst ein Volumen von rund 5,6 Millionen Euro, wie Bürgermeister Jochen Frank (Unabhängige Bürger) mitteilt. Für Investitionen in die Kommune mit ihren Ortsteilen stehen rund 1,6 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld ist bereits verplant.

Feuerwehrhaus in Stürza

ist wichtigstes Vorhaben

Der geplante Neubau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses mit der Stadt Stolpen ist das bedeutendste Projekt, das die Kommune in diesem Jahr beschäftigen wird. Auf einem Grundstück links am Ortsausgang von Stürza in Richtung Heeselicht soll das Haus gebaut werden. Mehrere Flächen hatten die beiden Kommunen zuvor zur Auswahl. Nun wurde der endgültige Standort festgelegt. Rund 900 000 Euro wird das Pilotprojekt kosten, das bislang einzigartig auf Kreisebene ist. Der Freistaat gibt 702 000 Euro Fördermittel für den Bau dazu. Das entspricht 90 Prozent der Kosten und ist der maximal mögliche Fördersatz.

Bevor der Bau beginnen kann, müssen die beiden beteiligten Kommunen allerdings noch eine wichtige Frage klären. Diese hängt mit der Verkehrsführung zusammen. Nach Auffassung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr sei von Stürza aus kommend eine extra Linksabbiegespur zum Gerätehaus nötig. Begründet wird das mit dem erheblichen Verkehr, der auf der S 161 zwischen Heeselicht und Stürza herrsche.

Diese neue Verkehrsführung sieht Bürgermeister Jochen Frank mehr als kritisch. „Wir versuchen im Moment zu beweisen, dass weniger Fahrzeuge an der Stelle entlangfahren, als bisher angenommen. Von Stürza aus kommend könnte man die gesamte Straße gut einsehen. Eine akute Gefahr für Linksabbieger sieht er deshalb nicht. Außerdem müsste nur die Hälfte der Feuerwehrleute, die zum Einsatz an das Gerätehaus eilen, links abbiegen. Die Heeselichter Kameraden kommen aus der entgegengesetzten Richtung und müssten nach rechts auf den Hof biegen.

Eine endgültige Entscheidung steht derzeit noch aus. Frank ist jedoch optimistisch, dass die Forderung nach einer Linksabbiegespur fallengelassen wird. Auch, weil deren Kosten wahrscheinlich das gesamte Projekt infrage stellen würden.

Straßenbeleuchtung

wird modernisiert

Im Haushalt sind 35 000 Euro für eine modernere Straßenbeleuchtung eingeplant. Dieses Thema beschäftigt die Kommune bereits seit Längerem. Kurz vor dem Jahreswechsel hat die Verwaltung knapp 90 LED-Leuchten geordert. Diese haben einen entscheidenden Vorteil: Sie verbrauchen deutlich weniger Energie als die Vorläufermodelle. Die Lampen sind bereits in Dobra und Stürza verbaut worden. Andere Ortsteile sollen nachziehen. Die neuen LEDs haben eine Leistung von jeweils 25 Watt. Sie ersetzten veraltete Quecksilberdampflampen. Diese sind 125 Watt stark und verbrauchten dementsprechend mehr Strom. In einer Studie der Enso wurde zuvor der Zustand der Straßenbeleuchtung genau untersucht. Aufgrund der Analyse wurden nun erste Schritte eingeleitet.

Verwaltung will

weiter Schulden abbauen

Mit dem neuen Haushaltsplan haben die Gemeinderäte möglichen Mehrbelastungen der Einwohner eine Abfuhr erteilt. In diesem Punkt fährt die Kommune eine klare Linie, wie Bürgermeister Jochen Frank erklärt. „Wir werden keine Neuverschuldung eingehen.“ Die Kommune verzichtet darauf, einen neuen Kredit aufzunehmen. Stattdessen soll dafür gesorgt werden, dass Schulden abgebaut werden. Rund 340 000 Euro sollen demnach bis Ende 2015 getilgt werden. Das hat Auswirkungen auf die Pro-Kopf-Verschuldung im Ort. Diese wird Ende des Jahres auf knapp unter 600 Euro fallen, wie Frank prognostiziert. Außerdem kommen auf die Einwohner keine neuen Steuererhöhungen zu. Darauf will man bewusst verzichten.

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