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Was sich Gleisberg von Europa erhofft

Die Wunschliste ist kleiner geworden. Ein Fest- und ein Spielplatz sowie Schutz vor Hochwasser stehen weiter drauf.

Von Heike Stumpf

Die Integrierte ländliche Entwicklung (Ile) geht in die nächste Förderperiode. Wofür genau die EU von 2015 bis 2020 Geld zur Verfügung stellt, das ist im Detail noch ungewiss. Die Richtlinien dafür werden noch konkretisiert. Trotzdem sollen sich die Kommunen schon einmal Gedanken machen, was sie angehen wollen und wofür sie bereit sind, selbst Zuschüsse von rund 25 Prozent einzuplanen. Die Ortschaftsräte von Gleisberg haben eine Art Wunschliste aufgestellt. Sie ist zwölf Projekte lang – und damit um mehr als die Hälfte kürzer als das Paket für die Förderperiode, die 2013/14 zu Ende gegangen ist. Ein Teil von dem, was im letzten Förderzeitraum nicht abgearbeitet werden konnte, steht jetzt wieder auf der Agenda.

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Dazu gehört eine kleine Freifläche, die auch als Festplatz genutzt werden kann. Als Standort ist ein Areal in Sportplatznähe vorgesehen. Der Platz sollte eigentlich schon in diesem Jahr entstehen, und zwar mit zurückgegebenem Fördergeld. Doch alle haben das beantragte Geld auch eingesetzt. Deshalb muss der Festplatz warten.

Ebenfalls am Sportplatz wird noch ein Trainingsplatz für die Nachwuchsmannschaften des SV Gleisberg gebraucht. Wenn alle Fußballer trainieren, wird es auf den bisherigen Plätzen ganz schön eng.

Auf Wetterwitz/Wettersdorf bezieht sich ein nächster Wunsch. In einem der beiden Ortsteile sollte doch ein kleiner Spielplatz entstehen. Ein oder zwei Spielgeräte würden nach Meinung von Ortsvorsteher Bernd Handschack schon genügen. Dass der Bedarf da ist, bestätigt der neu gewählte Ortschaftsrat René Seltmann: „Es gibt wieder einige kleine Kinder im Ort.“

Rückhaltebecken längst geplant

Der Hochwasserschutz ist ebenfalls ein Punkt, der in der nächsten Förderperiode auf die Tagesordnung rücken müsste. Für Gleisberg sind drei Regenrückhaltebecken geplant. „Und das schon seit 2006“, sagt Bernd Handschack. Dass diese bisher nicht gebaut worden sind, schiebt er nicht nur auf die Kommune. „Fairerweise müssen wir sagen, dass wir als Ortschaftsräte auch nicht darauf gedrängt haben“, so der Ortsvorsteher. Möglicherweise hätte dieser Schutz verhindert, dass Teile Gleisbergs abgesoffen sind, nachdem es bis zu 110 Liter auf den Quadratmeter geregnet hatte.

Kritikpunkt kaputte Straßen

Wichtig für die Einwohner der Ortsteile ist auch eine Verbesserung der Infrastruktur. Sehr kaputt ist die Straße in Wetterwitz. Daran sollte aber erst etwas nach der Verlegung des Abwasserkanals passieren. Da der Abwasserzweckverband das in diesem Jahr nicht mehr schafft, ist bei diesem Projekt keine Eile geboten. Dann sollte auch an die Neugestaltung des Buswendeplatzes gedacht werden. Evelyn Weidler schlägt zudem vor, den Waldweg in Ordnung zu bringen. Von einer Befestigung könne dort keine Rede sein. Trotzdem müssten Entsorgungs- und Rettungsfahrzeuge zu den Familien kommen, die am Waldweg wohnen. Das Schottern oder das Verlegen von Rasengittersteinen sollte aus Sicht von Evelyn Weidler genügen. Wichtig sei allerdings, Wasserabschläge vorzusehen.

Für das Ortsbild von Gleisberg ist den Anwohnern wichtig, Ruinen loszuwerden. Eine davon haben sie mit dem früheren Gasthof am Buswendeplatz stehen, der auch so etwas wie das Zentrum ist. Dort geht es zum Kindergarten, dort halten die Busse, sind Anschlagtafeln und Briefkasten zu finden. Nach Meinung der Ortschaftsräte sollte der alte Gasthof von der Kommune gekauft und abgerissen, die Freifläche begrünt werden. Auch eine alte Scheune auf Kommunalland unterhalb der Kita sollte verschwinden.

Die vorgeschlagenen Projekte werden so beim Koordinierungskreis der Förderregion Klosterbezirk Altzella eingereicht und dann daraufhin geprüft, ob sie mit den Förderrichtlinien übereinstimmen. Als Orientierung gilt, dass es Unterstützung gibt für Investitionen in die Bildungsstruktur, Radwege, Wohnen im Alter, den Hochwasserschutz, die Brachenbeseitigung, Jugend und Sport sowie im Privaten für die Gewerbeansiedlung und Umnutzung von Leerstehendem zu Wohnungen.