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Was Sie von der Lausche nie gesehen haben

Der neue Aussichtsturm ist fast fertig und zeigt Beeindruckendes. Doch mit der geplanten Einweihung am 21. August gibt es ungeahnte Probleme.

Der Blick von der Lausche zum Jeschken ist beeindruckend. Bisher ist er den Wanderern verwehrt geblieben.
Der Blick von der Lausche zum Jeschken ist beeindruckend. Bisher ist er den Wanderern verwehrt geblieben. © Matthias Weber/photoweber.de

Marco Elsner hat in diesem Sommer den Job seines Lebens. "So eine Baustelle, die kriegt man nur einmal und nie wieder", schwärmt der Metallbauer von der Großschönauer Stahl- und Metallbaufirma Pratsch. Mit zwei Kollegen ist der 45-Jährige gerade dabei, den neuen Aussichtsturm auf der Lausche mit Platten aus sächsischem Porphyr zu verkleiden - einer der letzten Arbeitsschritte an einer der spektakulärsten Baumaßnahmen im Zittauer Gebirge.

Und dabei darf Marco Elsner jeden Tag ein Bild genießen, das außer ihm und den anderen Bauleuten auf dem Turm noch niemand bisher gesehen hat: einen Blick von der Lausche über den Hochwald zum Jeschken, auf ein großartiges, weites Bergpanorama. Dieser Blick in Richtung Südosten ist den Wanderern vom höchsten Berg des Zittauer Gebirges bisher verwehrt. Erst oben auf der Aussichtsplattform - hoch über den Baumwipfeln - kann er sich öffnen. Ein Video vom Richtfest zeigt schon mal, wie schön er ist.

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Aber jetzt sitzt der Metallbauer erst einmal mit dem Rücken zur Aussicht. Gemeinsam mit einem Kollegen schiebt er die Platten aus Naturstein in stählerne Schienen, spannt sie seitlich mit Leisten, klemmt sie oben und unten mit Gummi fest. "Damit die Platten richtig fest sitzen und bei Wind nicht klappern", erklärt der Metallbauer. "Das mit dem Gummi ist die Idee vom Chef", sagt er, "verblüffend einfach, aber richtig gut". 

Mitten über den Lauschegipfel verläuft die Grenze zu Tschechien. Zur Einweihung der Plattform auf deutscher Seite sollen auch die Nachbarn eingeladen werden.
Mitten über den Lauschegipfel verläuft die Grenze zu Tschechien. Zur Einweihung der Plattform auf deutscher Seite sollen auch die Nachbarn eingeladen werden. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Aussichtsplattform verändert auch die Silhouette des Zittauer Gebirgskamms.
Die Aussichtsplattform verändert auch die Silhouette des Zittauer Gebirgskamms. © Matthias Weber/photoweber.de
Metallbauer Marco Elsner von der Firma Pratsch aus Großschönau arbeitet mit einem Mitarbeiter an der Außenverkleidung des Turms mit Porphyr-Platten. 
Metallbauer Marco Elsner von der Firma Pratsch aus Großschönau arbeitet mit einem Mitarbeiter an der Außenverkleidung des Turms mit Porphyr-Platten.  © Matthias Weber/photoweber.de
Das Dach des Technikgebäudes der Deutschen Funkturm GmbH ist inzwischen begrünt.
Das Dach des Technikgebäudes der Deutschen Funkturm GmbH ist inzwischen begrünt. © Matthias Weber/photoweber.de

Unten am Bauzaun stehen Wanderer. Wann sie denn nun hochsteigen können, rufen sie nach oben. Wenn auch die Innenseite des Turms fertig verkleidet ist und die Tischler die Handläufe angebracht haben. Also bald. 

Die Wanderer kommen zuhauf. Was auf dem Gipfel der Lausche gerade passiert, das interessiert eben sehr viele. "Wir bräuchten hier oben fast schon einen Pressesprecher", schmunzelt Elsner. Am Bau der Aussichtsplattform auf dem höchsten Berg des Zittauer Gebirges nimmt eben die ganze Region Anteil.

Zwölf Jahre hat die Gemeinde Großschönau, allen voran Bürgermeister Frank Peuker (SPD), an dem Projekt geplant und gearbeitet. Ein Projekt, das Geschichte schreiben wird. Dass sie daran mitarbeiten können, sagt Marco Elsner, das sei schon etwas ganz besonderes. In den Frühstückspausen überlegen die Bauleute sogar gemeinsam, ob und wie sie ihre Namen da oben unsichtbar verewigen können.

Einweihung unter Corona-Auflagen?

Und eigentlich sollte die Einweihung des Turms auch ein Fest für die ganze Region werden. Schon lange hat Bürgermeister Frank Peuker den 21. August ins Auge gefasst, den Tag der Oberlausitz. Ein Termin, der für solch einen Anlass passender nicht sein könnte. 

Deutsche und Tschechen sollten eingeladen werden. Das Oberlausitzer Wort des Jahres sollte vom Turm aus verkündet werden, der Großschönauer Faschingsverein wollte seine Aufgabe vom Bürgermeister einlösen und vor dem Lauscheturm ein selbst gedichtetes Lied über den Turm singen. Sogar Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der am Fuße der Lausche ein Ferienhaus besitzt, hat den Bürgermeister angerufen, dass er sehr gerne dabei sein würde.

Die aktuelle sächsische Corona-Schutzverordnung aber droht dem allen einen Strich durch die Rechnung zu machen. "Wie soll ich denn das regeln?", fragt Frank Peuker. "Wie sollen wir es denn schaffen, dass die Leute alle auf anderthalb Meter Abstand bleiben? Wie viele Menschen passen denn da auf den Gipfel? Eine Feier jedenfalls nur für geladene Gäste will der Bürgermeister nicht.

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Peuker, der die Corona-Verordnung und die damit einhergehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens persönlich für völlig unverhältnismäßig und übertrieben hält - und aus seiner Haltung auch keinen Hehl macht, hat auf diese Fragen noch keine Antworten. Als Bürgermeister aber ist er verantwortlich dafür, dass die Maßnahmen eingehalten werden. 

Am Termin der Eröffnung will Frank Peuker unbedingt festhalten. Wie genau der aber ablaufen wird, das ist noch völlig unklar.

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