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Was steckt hinter Sodbrennen und Blähungen?

Beim nächsten Gesundheitsforum spricht Dr. Mathias Strowski zu Erkrankungen von Magen und Darm.

Im Laufe eines durchschnittlich 75-jährigen Lebens passieren rund 30 Tonnen feste Nahrung und etwa 50 000 Liter Flüssigkeit unser Verdauungssystem. Meist verrichten die Organe ihre Arbeit unbemerkt. Auf Stress und andere schädliche Einflüsse reagieren Magen und Darm allerdings oft mit Beschwerden. Privatdozent Dr. Strowski ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 1 an den Elblandkliniken Meißen. Beim SZ-Gesundheitsforum am 9. April berichtet er über die neusten Behandlungsmethoden und beantwortet Fragen.

Herr Dr. Strowski, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung sind lästig und schränken die Betroffenen im Alltag stark ein. Wann werden diese Symptome behandlungsbedürftig?

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Pauschal lautet die Antwort: Wenn die Beschwerden zu einer spürbaren Einschränkung der Lebensqualität führen. Im Einzelnen muss man unterscheiden nach Lebensalter der Patienten, Dynamik und Schwere der Symptome. Obwohl einige der genannten Symptome relativ unspektakulär sind, können sich darunter unter Umständen auch organische Erkrankungen verbergen. Das sollte man natürlich ernst nehmen. Die tatsächliche Ursache lässt sich erst nach einem ausführlichen Gespräch, einer eingehenden Untersuchung und gezielter Diagnostik feststellen.

Welche schwerwiegenden Erkrankungen können sich dahinter verbergen?

Es gibt eine Vielzahl schwerwiegender Erkrankungen, die der Mediziner im Auge haben muss. Dazu gehören unter anderem Tumore des Magen-Darm-Traktes oder gynäkologische Tumore, wie zum Beispiel Eierstockkrebs. An diese muss man vor allem dann denken, wenn die Symptome akut aufgetreten sind und begleitet sind von ungewollter Gewichtsabnahme, Leistungsknick und Nachtschweiß. Bei der Untersuchung des Blutes findet man Blutarmut, unsichtbares oder sichtbares Blut im Stuhl, Patient berichtet über Schluckstörung insbesondere für feste Speisen und Durchfall.

Was kann der Einzelne tun, um Probleme mit Magen und Darm zu vermeiden beziehungsweise zu lindern?

Bereits im Vorfeld sollte der Betroffene beobachten, welche Umstände die Beschwerden auslösen und versuchen, das zu verändern. Wichtig ist, diese Beobachtungen dem Arzt mitzuteilen. Zum Beispiel: Bewirkt das Trinken von Milch Beschwerden, z. B. Durchfall, Blähungen oder Unwohlsein. Verschwinden die Beschwerden, wenn man Milchprodukte weglässt, deutet das auf eine Milchzuckerintoleranz hin. Ein weiteres Beispiel ist der Zusammenhang zwischen Ernährung, Bewegung und Darmentleerung. Man kann ein Ernährungsprotokoll schon im Vorfeld des ärztlichen Besuchs anfertigen lassen und dem Arzt mitteilen, welche Nahrungsmittel Verstopfung beziehungsweise Durchfall verursachen.

Welche diagnostischen Methoden sind in Meißen Standard bei der Untersuchung oben genannter Symptome?

Zunächst fließen meine Erfahrungen aus meiner früheren Tätigkeit an der Berliner Charité als Leiter der gastrointestinalen Funktionsdiagnostik und der Sondersprechstunde für funktionelle Erkrankungen in das Management der Erkrankungen mit ein. Bereits letztes Jahr wurden am Elblandklinikum entsprechende moderne Geräte angeschafft, mit deren Hilfe die Funktion des Magen-Darm-Traktes detailliert untersucht werden kann. Neben der Blutuntersuchung, Ultraschall und im Einzelfall Magen-Darm-Spiegelung können wir die Magenentleerung messen, ebenso wie die Nahrungsmittelunverträglichkeit und die Funktion des Dünndarms testen.

Die Fragen stellte Kristin Koschnick.

SZ-Gesundheitsforum (Thema Bauchschmerzen, Blähungen, Sodbrennen und Verstopfung), 9. April ab 18 Uhr im Elblandklinikum Meißen, Nassauweg 7, Konferenzraum 4. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten bitte anmelden unter 03521 41045520 o. 0351 837475670. Eintritt frei.