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Was "Yulia" in der Oberlausitz anrichtete

Die Feuerwehren in den Landkreisen Bautzen und Görlitz sind wegen des Sturmtiefs mehrfach im Einsatz gewesen. Oftmals wegen umgestürzter Bäume.

Unfall an der Grenze: Während der Fahrt ist der Baum auf das Auto gestürzt, das gerade von Rumburg nach Neugersdorf einreiste.
Unfall an der Grenze: Während der Fahrt ist der Baum auf das Auto gestürzt, das gerade von Rumburg nach Neugersdorf einreiste. © Feuerwehr

Mit einem Schrecken sind zwei Insassen eines Autos davongekommen, mit dem sie während des Sturmtiefs "Yulia" am Sonntagabend auf der S148 bei Neugersdorf unterwegs waren. Während der Fahrt von Rumburg über die tschechische Grenze stürzte ein Baum um und landete auf der Motorhaube ihres Fahrzeuges. "Die beiden hatten richtig Schwein", sagt Thomas Kriegel von der Feuerwehr Ebersbach-Neugersdorf, die gegen 20.30 Uhr als erstes zum Unfall ausrückte. 

Die Insassen blieben unverletzt, nur ihr Auto erlitt einen Totalschaden und musste abgeschleppt werden. "Wir haben es zuvor freigeschnitten", so der Stadtwehrleiter. Mit im Einsatz war auch die Rumburger Feuerwehr. Anschließend übernahm die tschechische Polizei den Unfall, denn dieser lag noch auf ihrem Gebiet. Für die Feuerwehr Ebersbach-Neugersdorf war er einer von drei Einsätzen an diesem Abend, allesamt wegen umgestürzter Bäume.

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Am Sonntag um 22.21 Uhr musste die Ortsfeuerwehr Neugersdorf erneut ausrücken, weil Bäume auf die Kreuzung Dürerstraße/Bergstraße stürzten. Die Kameraden entfernten diese.
Am Sonntag um 22.21 Uhr musste die Ortsfeuerwehr Neugersdorf erneut ausrücken, weil Bäume auf die Kreuzung Dürerstraße/Bergstraße stürzten. Die Kameraden entfernten diese. © Feuerwehr

Die Rettungsleitstelle Hoyerswerda war auf "Yulia" vorbereitet und stockte entsprechend das Personal auf. Dort registrierten die Kollegen zwischen 19 Uhr am Sonntag und 8 Uhr am Montag 61 sturmbedingte Einsätze, davon 33 im Landkreis Bautzen und 28 im Landkreis Görlitz. "Der Schwerpunkt lag im Raum Kamenz", berichtet Mitarbeiter Dirk Reich. Der Sturm sei überwiegend mit kleineren Schäden abgegangen. Doch in Bernsdorf musste die Feuerwehr ausrücken, weil "Yulia" ein Dach abdeckte, in Cunewalde stürzte ein Baum auf eine Stromleitung, in Göda war ein Lichtmast betroffen. Verletzte waren keine zu beklagen. "Es könnte sein, dass noch einige Einsätze folgen", sagt der Sprecher der Rettungsleitstelle mit Blick auf umgestürzte Bäume, die noch nicht beseitigt sind. 

Auch die Polizei war wegen des Sturms 18 Mal in der Nacht unterwegs, unter anderem weil "Yulia" ein Hallentor auf der Äußeren Weberstraße in Zittau aufriss und eine 46-jährige Autofahrerin offenbar einen umgestürzten Baum auf der B99 in Ostritz zu spät erkannte. Der hinterließ am Toyota einen Schaden von 2.500 Euro. Der Besitzer beräumte den Baum anschließend.

Während die Odeg auf ihren Strecken ohne Einschränkungen fahren konnte, hat das Sturmtief auf denen der Länderbahn zu Behinderungen geführt. Aus Sicherheitsgründen sind Lokführer zwischen Dresden und Görlitz sowie zwischen Dresden und Zittau mit verminderter Geschwindigkeit unterwegs gewesen. Ab 21.30 Uhr musste die Strecke zwischen Bischofswerda und Zittau gänzlich gesperrt wegen, weil laut Länderbahn-Sprecher Jörg Puchmüller mehrere Bäume umgestürzt waren. Dadurch fiel ein Zug aus. Am Montagmorgen rollte der Verkehr wieder an.

Neue Rekordstärke auf der Schneekoppe

Auch im Nachbarland tobte der Sturm. Auf der Schneekoppe im Riesengebirge als Tschechiens höchster Berg erreichten die Windspitzen eine neue Rekordstärke. Zwischen 21 und 22 Uhr konnten hier Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von 223 Kilometern pro Stunde gemessen werden, wie Radio Prag berichtet. Das sind sieben mehr als im Januar 2007, als der Orkan Kyrill über das Land hinwegfegte. Über Tempo 200 hatte zuvor Sturm "Eberhard", der im März 2019 in Tschechien zu erleben war. Auf der Schneekoppe  tobten Windgeschwindigkeiten von bis zu 206 Kilometer pro Stunde. Ob der jetzige Orkan Schäden angerichtet hat, ist noch nicht bekannt. 

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