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Trump soll Merkel "dumm" genannt haben

Der US-Präsident hat sich in Telefonaten zu „bösartigen Angriffen“ hinreißen lassen – nicht nur gegen die Kanzlerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU,l) und Donald Trump, Präsident der USA, beim G7-Gipfel 2019. Trump soll Merkel am Telefon als „dumm“ bezeichnet haben.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU,l) und Donald Trump, Präsident der USA, beim G7-Gipfel 2019. Trump soll Merkel am Telefon als „dumm“ bezeichnet haben. © Michael Kappeler/dpa

Washington. Es war ein Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, das ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump auslöste. Nun will der US-Nachrichtensender CNN erfahren haben, dass sich Trump am Telefon auch gegenüber anderen Staats- und Regierungschefs ungewöhnlich verhält. Dessen „bösartigste Angriffe“ hätten der Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damaligen britischen Premierministerin Theresa May gegolten, berichtete der Sender am Dienstag unter Berufung auf zwei von mehreren namentlich nicht genannten Geheimdienstbeamten und Quellen aus dem Weißen Haus.

Trump soll Merkel am Telefon als „dumm“ bezeichnet und beschuldigt haben, „unter dem Einfluss der Russen zu stehen“, zitierte der Fernsehsender eine Quelle. Merkel sei nach außen hin gelassen geblieben und habe Trump Fakten entgegengehalten. Ein deutscher Regierungsbeamter habe die Anrufe gegenüber CNN als „ungewöhnlich“ und „problematisch“ bezeichnet, weswegen die Bundesregierung besondere Maßnahmen ergriffen habe, um sicherzustellen, dass ihr Inhalt geheim bleibe. Ein deutscher Regierungssprecher wollte den CNN-Bericht nicht kommentieren.

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Trumps „bösartigste Angriffe“ sollen auch der damaligen britischen Premierministerin Theresa May gegolten haben.
Trumps „bösartigste Angriffe“ sollen auch der damaligen britischen Premierministerin Theresa May gegolten haben. © Frank Augustein/PA Wire/dpa

Über Telefonate mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Russlands Staatschef Wladimir Putin will CNN erfahren haben, dass Trump selten vorbereitet in die Gespräche gegangen sei. Putin gegenüber habe er versucht, Eindruck zu schinden.

„Präsident Trump ist ein Weltklasse-Verhandlungsführer, der die Interessen Amerikas auf der Weltbühne konsequent gefördert hat“, erklärte die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Matthews, auf Anfrage. Sie führte an, dass Trump Handelsabkommen mit China sowie mit Mexiko und Kanada ausgehandelt habe. Auf Trumps angebliche Ausfälle gegen Merkel ging sie nicht ein.

Putin gegenüber soll der US-Präsident versucht haben, Eindruck zu schinden.
Putin gegenüber soll der US-Präsident versucht haben, Eindruck zu schinden. © Evan Vucci/AP/dpa

Trump wird von Kritikern, darunter früheren Regierungsmitarbeitern, immer wieder als selbstbezogen und erratisch beschrieben. Zuletzt hatte sein früherer Sicherheitsberater John Bolton mit einem Enthüllungsbuch für Wirbel gesorgt, in dem er Trump vorwarf, dass dessen Außenpolitik häufig auf Bauchgefühl und Unwissenheit basiere.

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Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Juli 2019 am Telefon zu Ermittlungen ermuntert, die seinem politischen Rivalen Joe Biden von den Demokraten potenziell schaden könnten. Die Ukraine-Affäre stand im Zentrum des Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump, das mit einem Freispruch endete. (dpa)

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