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Was Unternehmen jungen Mitarbeitern bieten

Beim Ringen um gutes Personal setzen Firmen auf Teilzeit und Arbeitszeitkonten. Das können aber nicht alle leisten.

Von Heike Hubricht

Die Vereinbarkeit von Job und Familie rückt in mittelsächsischen Unternehmen zunehmend in den Fokus. Denn Fachkräfte fragen immer häufiger nach Vorteilen wie flexible Arbeitszeit, Zuschüssen zu Kita-Plätzen und Sportmöglichkeiten. Doch Gewerkschafter sehen deutliche Reserven.

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Laut der Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes Südwestsachsen handelt es sich bei familienfreundlichen Unternehmen lediglich um einige Vorzeigebetriebe. „Es muss noch sehr viel getan werden“, sagt Sabine Zimmermann. In Zukunft müssten die Betriebe flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuung bieten – auch „um an die vielen hoch qualifizierten alleinerziehenden Frauen heranzukommen“. Mit Blick auf einen avisierten Fachkräftemangel sei ein Umdenken nötig. Dass sich viele Betriebe die Angebote gar nicht leisten können, betont der Muldaer Mühlenbauer Gottfried Schumann. „Bei Montagen, im Handwerk und in kleinen Betrieben sind solche Arbeitszeiten oft nicht machbar“, sagt er.

Ein Beispiel, wie es gehen kann, liefert der Mittweidaer Elektronikdienstleister IMM. Als Björn Ohlrich 2011 Vater wurde, wollte der gebürtige Mittweidaer mit seiner Familie von Regensburg wieder zurück in seine mittelsächsische Heimat. Beim Surfen im Internet stieß der Systemadministrator auf ein Stellenangebot von IMM - und ihm fielen sofort die Angebote für junge Eltern auf. „Die Zertifizierung als familienfreundliches Unternehmen und die Erweiterungspläne für die nächsten Jahre haben mich überzeugt“, sagt der 28-Jährige. Seit Februar arbeitet er bei IMM. Durch die geregelten und verschiebbaren Arbeitszeiten hat er viel Zeit für seinen Sohn Ben. „Die Kollegen sind sehr kooperativ. Viele haben selbst Kinder. Da ist es ein Geben und Nehmen“, sagt Ohlrich. Und nach dem Ende der Probezeit kann er jetzt einen Zuschuss von bis zu 75 Euro für die Kita beantragen. Schon bei der Suche nach einem Krippenplatz hatte ihn die Firma unterstützt.

Laut der IMM-Personalmanagerin legen junge Leute zunehmend Wert auf Familienfreundlichkeit. Das Geld spiele eine Rolle. „Aber Bewerber fragen auch oft, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bekommen können“, sagt Gisela Heurich. Die 265 Mitarbeiter zählende IMM-Gruppe punkte beispielsweise mit Begrüßungsgeld für Babys (250 Euro), kostenlosem Trainieren in den „Pro-Agil“-Gesundheitszentren, Sportfest und Weihnachtsfeier.

Auch andere mittelsächsische Betriebe beweisen Familiensinn. Der Hartmannsdorfer IT- und Telekommunikations-Dienstleister Komsa (1 447 Mitarbeiter) bietet laut Sprecherin Uta Georgi familiengerechte Arbeitszeitmodelle an, hat eine Betriebs-Kita, organisiert Familienfeste und Gesundheitstage sowie Yoga und andere Kurse am Arbeitsplatz. Der Freiberger Prototypenhersteller Actech (373 Mitarbeiter) offeriert ebenso Teilzeitlösungen je nach Arbeitsplatz. Zudem gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten während der Elternzeit und bezahlte Freistellung im Rahmen des Jahresarbeitszeitkontos. (FP)