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Politik

Was, wenn sich Chinesen und Iraner verbünden

Eine Allianz zwischen dem Iran und China würde die US-Sanktionen wirkungslos machen. Trump muss dringend seine Strategie ändern. Ein Kommentar.

Der chinesische Außenminister Wang Yi (l.)) bei einem Treffen mit dem iranischen Außenminister Sarif in Peking. Auch um eine enge Kooperation der beiden Länder anzubahnen.
Der chinesische Außenminister Wang Yi (l.)) bei einem Treffen mit dem iranischen Außenminister Sarif in Peking. Auch um eine enge Kooperation der beiden Länder anzubahnen. © Thomas Peter/Pool Reuters/AP/dpa

Von Stephan-Andreas Casdorff

Die Folgen der Drohnenangriffe auf die größte saudische Ölraffinerie schüren Angst: vor einem Flächenbrand. Immerhin machen die USA den Iran in scharfem Ton für die Angriffe mindestens mitverantwortlich. Und nun wird auch noch von einer Annäherung zwischen dem Iran und China berichtet. Das ist wirklich heiß. Eine über 25 Jahre geschlossene „strategische Partnerschaft“, von der in mehreren Medien die Rede ist, würde zwei Staaten miteinander verbinden, die sich gerade mit den USA anlegen.

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Die Pekinger Führung will innerhalb eines Vierteljahrhunderts mehr als 400 Milliarden Dollar im Iran mit seinem Mullah-Regime investieren. Schwerpunkt laut der Berichte nach dem Treffen des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi in Peking: die Förderung von Öl und Erdgas und die Verkehrsinfrastruktur. China will dann entsprechend fossile Brennstoffe importieren. Dass es aber auch noch „Sicherheitspersonal“ im Iran zu stationieren beabsichtigt – wie sollen die USA das anders als eine Provokation verstehen? Und mit ihnen Israel, das vom Iran unverändert mit „Auslöschung“ bedroht wird.

Verbunden mit dem Iran, wie er sich heute darstellt, wirkt das chinesische Projekt einer neuen Seidenstraße wie eine Kampfansage. Ungeachtet anderslautender Beteuerungen. Importiert China tatsächlich Öl und Erdgas aus dem Iran, trifft das aber auch die amerikanischen Sanktionen gegen Teheran empfindlich. Und, wie auch schon berichtet wird: Kommt bei diesem Projekt über die Zusammenarbeit zwischen China und dem Iran hinaus eine mit Pakistan und Afghanistan zustande, bedeutet das eine neue Dimension. Der Handelskrieg wäre von gestern, kurz gesagt.

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Die US-Regierung braucht deshalb jetzt dringend eine andere, nicht einmal neue Strategie. Sie lautet: Vielleicht doch die eigenen strategischen Partnerschaften pflegen. Es gibt ja solche Staaten, die mit dem Iran und China reden, Deutschland, Frankreich. Anlegen können sich die USA mit den anderen immer noch.