merken
PLUS

Meißen

Was wird aus dem Fabrikgebäude?

Das Unternehmen Meissen Keramik äußert sich zur Zukunft des Geländes. Auch die AfD meldet sich zu Wort.

Der Firmensitz der Meissen Keramik GmbH soll auch nach dem Aus für die Produktion weiterhin an der Fabrikstraße liegen.
Der Firmensitz der Meissen Keramik GmbH soll auch nach dem Aus für die Produktion weiterhin an der Fabrikstraße liegen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Nach dem Aus für die Produktion sowie der Kündigung eines Großteils der Mitarbeiter möchte Meissen Keramik das Firmengelände an der Fabrikstraße weiter nutzen. „Der Firmensitz der Meissen Keramik GmbH wird weiterhin an der Fabrikstraße liegen“, teilte ein Sprecher auf SZ-Nachfrage mit.

Es sei zum jetzigen Zeitpunkt zu früh, eine Planung für das große Produktionsgebäude und die Produktionsanlagen festzulegen. Für die Sachanlagen analysiere das Unternehmen „derzeit bestehende Nutzungsoptionen“.

Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Wie es in dem Antwortschreiben an die Meißner SZ-Redaktion weiter heißt, werde die Vertriebs- und Kundendienstorganisation in Deutschland bestehen bleiben und von hier aus die Kunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in den Benelux-Ländern bedienen. 

Aktuell seien in der deutschen Niederlassung in Oberhausen, Niederau und Meißen rund 50 Mitarbeiter im Vertrieb und in vertriebsnahen Aktivitäten wie Marketing, Kundenservice und After-Sales-Service beschäftigt.

Zu dem Ende des Produktionsstandortes hat sich jetzt auch der Meißner AfD-Direktkandidat für die Landtagswahl am 1. September, Thomas Kirste zu Wort gemeldet. „Letztlich ist es eine unternehmerische Entscheidung, die leider akzeptiert werden muss“, sagt Kirste, der selbst schon geraume Zeit im Bereich der Wirtschaftsförderung tätig ist. 

Er fordert sowohl die Wirtschaftsförderer der Großen Kreisstadt als auch des Landkreises auf, schnell im Interesse der Region und der Arbeitnehmer tätig zu werden. „Da muss schon mal am Tor gerüttelt und der Manager zum Gespräch aufgefordert werden“, bemängelt Kirste. 

Er erwarte, dass die Ursachen dieser Entscheidung hinterfragt würden. Es müsse festgestellt werden, ob zu hohe Gewerbesteuern, der Mangel an Arbeitskräften oder Kapazitätsgründe verantwortlich seien. Besonders wichtig ist aus seiner Sicht die Frage, ob für den Standort Fördergelder geflossen sind. 

Weiterführende Artikel

Endgültiges Aus für Meissen Keramik

Endgültiges Aus für Meissen Keramik

Statt zu produzieren, werden Fliesen aus Polen vertrieben. Die Region reagiert entsetzt. Von Markenpiraten ist die Rede.

Der Spitzenkandidat der AfD ärgert sich zudem darüber, dass Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und die ganze Regierung lieber „auf kostenintensive Unternehmerreisen setzen, anstatt bestehende, traditionsreiche Unternehmen vor Ort zu unterstützen.“ Das schwarz-rote Kabinett habe wohl auch hier mit der Arbeit abgeschlossen und hinterlasse nun einen weiteren irreparablen Trümmerhaufen.

Kritisch sieht er die weitere Verwendung des Firmennamens, da ja in Meißen nicht mehr produziert werde und der traditionsreiche Markenname somit nurmehr eine leere Hülle darstellt.

Mehr zum Thema Meißen