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Was wird aus der Alten Feuerwache?

Das Konzept klingt vielversprechend: Eine Schnitzelfabrik soll die „Alte Feuerwache“ werden. Hausmannskost, sächsische Küche und eben Schnitzel in allen Formen und Variationen sollen die noch leer stehende Gaststätte in Wünschendorf bis nach Pirna und Dresden bekannt machen.

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Von Katarina Lange

Das Konzept klingt vielversprechend: Eine Schnitzelfabrik soll die „Alte Feuerwache“ werden. Hausmannskost, sächsische Küche und eben Schnitzel in allen Formen und Variationen sollen die noch leer stehende Gaststätte in Wünschendorf bis nach Pirna und Dresden bekannt machen. Eine Beraterin der Feldschlößchenbrauerei hatte das Gasthaus bereits unter die Lupe genommen. Die Verhandlungen liefen. Doch aus den Schnitzeln wurde nichts. Der Interessent sprang wieder ab.

Kommune kauft Einrichtung

Jetzt fängt die Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach, der die Gaststätte gehört, wieder bei null an. „An der Miete konnte es jedenfalls nicht liegen“, sagt Bürgermeister Jochen Frank (Unabhängige Bürger). Die Kommune würde rund 400 Euro Kaltmiete für das Objekt pro Monat verlangen. Und auch sonst sei alles da, um die Gaststätte wiederzubeleben: Geschirr, Töpfe, ja sogar Besteck und ein Kühlschrank. Diese Einrichtungsgegenstände hatte die Kommune dem Gastwirt für insgesamt 2000Euro abgekauft. „Sollte ein Interessent kommen, müsste er nur die Kochmütze mitbringen“, sagt Frank. Der Landgasthof sei betriebsbereit.

Zum letzten Mal gekocht wurde hier Mitte Oktober 2010. Damals gab der Betreiber die Gaststätte ab. Der Grund waren zeitliche Probleme. Die Inhaber sind berufstätig. Dadurch konnte die Feuerwache nur am Wochenende öffnen. Diese Doppelbelastung wurde den Betreibern letztendlich zu viel.

Einen neuen Gastwirt zu finden, wird jedoch schwierig. Die Gemeinde schaltet in mehreren Zeitungen Anzeigen. „Bis Mai wird sicher nicht viel passieren“, schätzt Frank ein. Im Frühjahr herrsche Saure-Gurken-Zeit bei den Gastronomen.

Um die Zeit zu überbrücken, will die Kommune die Gaststätte nun für Privatfeiern vermieten. Insgesamt wären Küche und Gastraum etwa 100 Quadratmeter groß. Der bietet Platz für rund 90 Personen. Die Kosten für die Miete sollen sich auf 165Euro belaufen. Genauso hoch sei die Miete für das Orts- und Vereinszentrum in Dürrröhrsdorf-Dittersbach.

Kegelbahn wird vermietet

Auch die dazugehörige Kegelbahn soll bei der Finanzierung der Betriebskosten mithelfen. Die Anlage wurde erst im September 2007 saniert. Rund 4000Euro wurden darin investiert. Die Bahn soll an Kegelgruppen vermietet werden, die die Anlage regelmäßig nutzen würden. „Dafür gibt es bereits mehrere interessierte Sportgruppen“, sagt der Bürgermeister. Auch bei Familienfeiern könne die Kegelbahn mit genutzt werden.

Die Kommune will die Gaststätte auf diese Weise so lange betreiben, bis ein neuer Interessent da ist. „Die Einnahmen durch die Vermietung sind zwar noch lange nicht kostendeckend, sie helfen aber, die Betriebskosten zu finanzieren“, sagt Jochen Frank.

Der Ratschef hofft, dass die geplante Ortsumfahrung von Wünschendorf potenzielle Interessenten nicht zusätzlich vergrault. Wenn die Strecke offen ist, würden sich nur noch wenige Autofahrer nach Wünschendorf verirren. „Und das macht das Objekt unattraktiver“, sagt Frank.