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Was wird aus der alten Ludwigsdorfer Leichenhalle?

Das Bauwerk ist in schlechtem Zustand. Jetzt hat der Ortsteil 23.000 Euro erhalten. Die werden aber an anderen Stellen benötigt.

Die alte Leichenhalle in Ludwigsdorf ist keine wirkliche Halle, sondern ein Bauwerk von übersichtlicher Größe.
Die alte Leichenhalle in Ludwigsdorf ist keine wirkliche Halle, sondern ein Bauwerk von übersichtlicher Größe. ©  Archivfoto: Nikolai Schmidt

Wolf Dieter Friesecke hat den Kampf noch nicht aufgegeben. „Aus meiner Zeit als Ortsvorsteher ist noch die Umsetzung des Beschlusses zur Sanierung der alten Leichenhalle offen“, sagt der beinahe 83-Jährige, der bis 2014 die Geschicke von Ludwigsdorf/Ober Neundorf gelenkt hat.

Jetzt sieht er eine neue Möglichkeit für das denkmalgeschützte Gebäude, das eigentlich keine Halle ist, sondern nur ein kleiner Raum. Aus dem Pauschalgesetz hat Ludwigsdorf/Ober Neundorf etwa 23.000 Euro von der Stadt bereitgestellt bekommen, um eigene Projekte zu planen und umzusetzen. Für die Projekte setzt der Ortschaftsrat konsequent auf Bürgerbeteiligung – und hat schon zu zwei öffentlichen Treffen eingeladen. „Beim ersten ging es um die Sammlung von Themen und die Abstimmung darüber, beim zweiten um die Bildung von Arbeitsgruppen“, sagt der heutige Ortsvorsteher Karsten Günther-Töpert.

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Leichenhalle wurde nicht vorgeschlagen

Die Leichenhalle sei bei diesen Treffen nicht vorgeschlagen worden – und folglich ist für sie jetzt auch kein Geld eingeplant. „Herr Friesecke hat an den beiden Treffen auch gar nicht teilgenommen“, sagt Günther-Töpert. Der bestätigt das. Es sei ihm gesundheitlich leider nicht gut gegangen. Den alten Beschluss zur Sanierung der Leichenhalle aber würde er trotzdem gern umgesetzt wissen. Sie sei im städtischen Eigentum. 

Friesecke hatte schon 2014 erzählt, wofür sie genutzt werden könnte. „Es ist ja ein hübsches Gebäude, warum kann man hier nicht Bilder ausstellen?“, sagte er damals. Solche mit christlichen Motiven natürlich. Zum Beispiel gebe es Ansichten des Friedhofs zu verschiedenen Zeiten. Die könnte sich Friesecke gut vorstellen. Ein netter Anziehungspunkt für Einheimische, aber vor allem für Touristen könne das werden, so Friesecke.

Wege auf dem Friedhof müssten saniert werden

Auch Günther-Töpert kann sich vorstellen, dass das kleine Gebäude irgendwann saniert wird: „Wir wollen perspektivisch schauen, ob wir etwas daraus machen können.“ Allerdings sei das momentan kein Schwerpunkt. Auch bei Gesprächen mit Einwohnern sei die Leichenhalle kein Dauerthema, sagt er. Andere, die namentlich nicht genannt werden wollen, bestätigen das. „Am Dringendsten müssten die Wege auf dem Friedhof gemacht werden“, sagt eine Frau. Punkt zwei wäre für sie die Friedhofsmauer. Und wenn Beides erledigt wäre, würde sie gern die Leichenhalle angehen. Günther-Töpert verweist zudem darauf, dass die Kosten der Sanierung der Leichenhalle nie ermittelt wurden. Die 23.000 Euro, die jetzt zur Verfügung stehen, seien ja ohnehin eine begrenzte Summe.

Sechs Projekte sollen nach dem Willen der Ludwigsdorfer damit finanziert werden, darunter die Verschönerung von drei Bushäuschen. Und immerhin stehen zwei Projekte mit dem Friedhof in Verbindung. Das eine ist ein Baukostenzuschuss für die Sicherung der Friedhofsmauer, beim anderen geht es um eine Gedenktafel. 

Friedhof erhält ein Kreuz und eine Gedenktafel

Für letztgenannte Arbeitsgruppe ist Manfred Trost verantwortlich. Eigentlich will seine AG sogar drei Dinge umsetzen, sagt Trost. Auf dem Friedhof sollen ein Kreuz und eine Tafel für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten aufgestellt werden, sieben Kriegsgräber sollen neu eingefasst und mit einer Tafel versehen werden und das Kriegerdenkmal aus dem Deutsch-Französischen Krieg soll gereinigt und dessen Namenstafel restauriert werden. Eine Sanierung der Leichenhalle würde auch Trost begrüßen: „Aber das übersteigt unsere Mittel.“ Zumindest aber könnte die Gedenktafel eventuell dort angebracht werden.

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