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Abriss an der Müllerwiese

An der Preuschwitzer Straße in Bautzen verschwinden alte Gebäude. Ideen für eine Neubebauung gibt es schon. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Von den alten Gebäuden an der Preuschwitzer Straße, direkt neben dem Stadion Müllerwiese, ist nicht mehr viel übrig. Während der Bagger noch die letzten Mauerreste dem Shredder zuführt, türmt sich das bereits zerkleinerte Material zu großen Haufen. Ursprünglich, so Baubetreuer Ronald Hackbarth vom städtischen Hoch- und Tiefbauamt, sollte der Bauschutt auf eine Deponie gefahren werden. Inzwischen hat man sich dazu entschlossen, einen Großteil davon wiederzuverwenden.

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Bei einer Prüfung hatte es sich herausgestellt, das die Mauerreste nicht belastet sind. Dadurch ist es möglich geworden, einen Teil des Materials zur Stabilisierung des Hanges zu verwenden. Weitere Schuttmassen werden auf der eingeebneten Fläche verteilt und mit Muttererde belegt, in die Rasen eingesät wird. Auf dem anderen Teil der durch den Abriss frei gewordenen Fläche wird eine Kiesschicht aufgebracht. Bei besonders stark frequentierten Fußballspielen auf der Müllerwiese kann diese auch als Parkplatz genutzt werden. Dies sollte aber die absolute Ausnahme bleiben, sagt Ronald Hackbarth.

Die Gebäude, die jetzt dem Abrissbagger zum Opfer gefallen sind, standen bereits seit drei Jahren leer. Die Bildungseinrichtung BAO, 1990 in Bautzen als „Berufsakademie Ostsachsen“ gegründet, hatte die Gebäude nicht mehr benötigt. Abgerissen wurden zwei einstöckige sowie ein zweistöckiges Gebäude. Auch acht Garagen direkt an der Preuschwitzer Straße sowie fünf weitere im unteren Bereich mussten ebenfalls weichen. Sie waren zuletzt weitgehend ungenutzt.

Kommt eine Sporthalle?

Stehen geblieben sind dagegen zwei Gebäude in der Nähe der Zufahrt zur Müllerwiese, die vom FSV Budissa und vom MSV 04 genutzt werden. Wie Ronald Hackbarth sagt, hatte die Stadt das Grundstück erworben, nachdem die von den Sportlern benötigten Flächen abgeteilt wurden.

Mit dem Abriss begonnen wurde in der ersten Augustwoche. Mittlerweile sind die Arbeiten fast geschafft. Unerwartet wurden noch alte Fundamente gefunden, die aus der Zeit vor 1945 stammten. Die BAO-Gebäude selbst wurden aber erst in den 50er-Jahren errichtet. Der Abhang entlang der Preuschwitzer Straße bereitete noch einiges Kopfzerbrechen, denn dort waren in der Nachkriegszeit Asche und Bauschutt abgeladen worden. Zuletzt war der Hang vollständig mit Brombeersträuchern überwuchert.

Im Anschluss an die Abrissarbeiten, deren Abschluss für Ende Oktober geplant ist, sollen noch Untersuchungen angestellt werden, welche Maßnahmen letztlich notwendig sind, um den Hang zu stabilisieren. Für die Gesamtkosten des Abrisses von rund 200 000 Euro konnte die Stadt Fördermittel in Höhe von 20 Prozent in Anspruch nehmen.

Zu guter Letzt soll die Fläche rundherum mit einem Zaun versehen werden. Wie Ronald Hackbarth sagt, gibt es bereits erste Ideen, wie das Areal genutzt werden könnte. Ganz oben auf der Wunschliste steht eine Sporthalle. Die könnte das Müllerwiesen-Areal sinnvoll komplettieren. Gerade für die beiden Gymnasien an den Schilleranlagen wäre das eine gute Alternative, weil die Schüler bislang die Schützenplatzhalle nutzen. Und auch für den Vereinssport werden die zur Verfügung stehenden Hallenkapazitäten langsam knapp. Doch der Bau einer Sporthalle, so der Mitarbeiter des Hoch- und Tiefbauamtes, käme frühestens ab 2021 infrage, ist also noch Zukunftsmusik.