merken
PLUS Döbeln

Was wird aus der Freibadsaison 2020?

Alle Betreiber aus der Region Döbeln bereiten die Anlagen für Besucher vor. Aber es herrscht große Unsicherheit. Vor allem wegen Corona.

Trotz der Ungewissheit, ob die Freibäder aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr überhaupt öffnen dürfen, bereitet Lutz Iwan vom WelWel Sport- und Freizeitzentrum Döbeln die Saison im Gebersbacher Freibad vor.
Trotz der Ungewissheit, ob die Freibäder aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr überhaupt öffnen dürfen, bereitet Lutz Iwan vom WelWel Sport- und Freizeitzentrum Döbeln die Saison im Gebersbacher Freibad vor. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Irgendwie mutet ein heißer Sommertag in einem Freibad wie eine Großveranstaltung an. Solche sind aufgrund der Corona-Pandemie bis zum 31. August untersagt. Doch bisher haben sich die Politiker über die mögliche Öffnung von Freibädern noch nicht geäußert. Die Betreiber in der Region sind gleichzeitig verunsichert und vorsichtig optimistisch.

Döbeln hätte eine Alternative

„Wir hoffen schon, dass wir aufmachen dürfen“, sagt Simone Jentzsch, bei den Stadtwerken Döbeln verantwortlich für das Stadtbad. Der bisher geplante Termin ist der 23. Mai. Die 13 Mitarbeiter des Bades befanden sich bisher in Kurzarbeit. Vier seien inzwischen wieder im Dienst und hätten nach dem Ablassen des Wassers das Becken im Freibad gesäubert. 

Anzeige
Vom Hotel bis zur Villa
Vom Hotel bis zur Villa

Ersteigern Sie attraktive Immobilien aus ganz Mitteldeutschland bei den sächsischen Sommer-Auktionen in Dresden und Leipzig.

Voraussichtlich in der ersten Maiwoche werde frisches Wasser eingelassen. Anschließend nehmen die Wartungsfirmen die nötigen Einstellungen vor und es erfolgt die Wasserbeprobung. Dann sei alles bereit für die Saison. „Aber wir müssen abwarten, was von oben kommt“, sagt Simone Jentzsch. Und damit meint sie auch, ob unter bestimmten Voraussetzungen alternativ zum Freibad auch das Hallenbad geöffnet werden könnte. Im vergangenen Jahr kamen reichlich 32.000 Besucher ins Döbelner Stadtbad.

Gebersbacher Stahlbecken glänzt

„Wie es weiter geht, steht in den Sternen“, sagt Thorsten Hartwig, Geschäftsführer des WelWel Sport- und Freizeitzentrums Döbeln. Das betreibt seit Jahren das Freibad in Gebersbach. Trotz der Ungewissheit werden auch dort alle Vorbereitungen für die Badesaison getroffen. Das Stahlbecken wurde „auf Hochglanz gewienert“ und desinfiziert. Am 15. Mai sollen die Pumpen eingebaut und neues Wasser eingelassen werden. Einige Tage, nachdem das Gesundheitsamt Proben genommen hat, könnte die Eröffnung erfolgen. Die ist für Ende Mai geplant.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Aber ist das realistisch? „Wir gehen davon aus, dass es, mit Auflagen einen Termin geben wird“, meint Hartwig. Besonders im Hinblick darauf, dass viele Menschen in diesem Jahr nicht in den Urlaub fahren wollen oder können, „wäre es schade, wenn sie auch nicht ins Freibad gehen könnten“, so der WelWel-Chef. „Die Ferien sind diesmal recht spät. Vielleicht spielt uns das in die Karten“, hofft er. 

Möglicherweise sei es auch von Vorteil, dass das Gebersbacher das wahrscheinlich kleinste Freibad in der Region Döbeln ist. Dort könne der Besucherstrom reguliert werden. Im letzten Jahr kamen rund 13.000 Badelustige. „Es ist eine komische Situation. Es kann sein, dass alle Vorbereitungen für umsonst sind“, so Thorsten Hartwig.

Roßweiner füllen Becken später

Ein kurzfristiges Öffnen, wie bei den Geschäften, ist in Freibädern nicht möglich. Die brauchen bis zu zwei Wochen Vorlaufzeit. Deshalb sind auch im Roßweiner Wolfstal die Vorbereitungen schon in vollem Gang. „Nur das Befüllen des Beckens wollen wir noch ein bisschen hinauszögern“, meint Badchef Jens Göhler. Um das Umfeld haben sich die insgesamt sieben Mitarbeiter gekümmert. 

Durch die Schließung des Hallenbades hatten sie den nötigen Freiraum. Theoretisch ist die Eröffnung für den 30. Mai geplant. Allerdings rechnet Göhler nicht nur mit einer Verschiebung des Termins, sondern auch mit einer gewissen Reglementierung, die sich nach der Größe des Bades richten könnte. In das zog es im vergangenen Jahr 16.500 Besucher. Allerdings fragt Göhler auch: „Wenn sie die Freibäder reglementieren, was passiert mit den Badeseen?“

Das Hallenbad sieht er als Alternative. Das wäre überschaubarer und kontrollierbar. Und es ist ebenso vorbereitet, wie das Freibad. Denn die Mitarbeiter haben die für Sommer geplante Grundreinigung, einschließlich nötiger Reparaturen, bereits vorgezogen.

Neuer Weg in Geringswalder Bad

Selbst ist der Mann, heißt es im Freibad Geringswalde. Die Harthaer Schüler, die jedes Frühjahr die Grünflächen von Laub und kleinem Unrat befreien, fehlen diesmal ebenso wie die Mitstreiter der Wasserwacht, die normalerweise einige Ausbesserungen übernehmen. „Wir haben diesmal nur das Nötigste erledigt“, sagt Badchef Lutz Porsche. 

Nachdem das Wasser aus dem Becken abgelassen war, sind Reparaturen am Beton erfolgt. Der anschließende Nachtfrost habe zusätzliche Nacharbeiten erforderlich gemacht. In dem Gelände wurden außerdem drei Wege instand gesetzt und ein weiterer zwischen dem Eingang und dem ersten Durchschreitebecken angelegt.

„Die Vorbereitungen laufen wie immer“, so Porsche. Das Wasser werde ins Becken gelassen, umgewälzt, gechlort und hygienisch überprüft. Am 16. Mai soll alles bereit sein, um die Türen für die Besucher zu öffnen. Rund 16.500 kamen im Sommer 2019. Dass der geplante Termin realistisch ist, glaubt der Geringswalder Badchef aber nicht. „Ich hoffe auf Ende Mai oder Pfingsten“, sagt er.

In Leisnig ist die Grünfläche fertig

Das Leisniger Freibad sei noch relativ neu und die Stadt habe viel Geld investiert. Um das Bad in dem guten Zustand zu halten, werde die Saison vorbereitet, auch wenn die Situation derzeit noch völlig ungewiss sei, so Leisnigs Bauamtsleiter Thomas Schröder. Derzeit sei das Becken noch mit dem Wasser vom Vorjahr gefüllt. Voraussichtlich im Mai werde es erneuert und die dazugehörige Technik hochgefahren. 

„Wenn wir die Anlage dieses Jahr nicht in Betrieb nehmen, müssen wir im kommenden Jahr mit größeren Schäden rechnen“, so Schröder. Er hofft, das Bad Mitte Juni öffnen zu können, in dem 2019 rund 21.800 Frauen, Männer und Kinder ihre Freizeit verbracht haben. Ursprünglich war Mitte Mai geplant. Die Rasenpflege ist bereits abgeschlossen, auch der Hang wurde von Unkraut befreit. Preise und Öffnungszeiten sollen sich, wie in allen anderen Bädern, nicht verändern. 

Weiterführende Artikel

Maximal 500 Gäste in Leisnigs Freibad

Maximal 500 Gäste in Leisnigs Freibad

Wie das gezählt wird, ist weiter ungeklärt. Notfalls sitzt wieder Personal am Eingang. Schon nächste Woche könnte das nötig sein: Hitze ist gemeldet.

Die Frage sei nicht nur ob, sondern auch, unter welchen Voraussetzungen Freibäder in diesem Jahr öffnen dürfen. Werde zum Beispiel die Personenzahl begrenzt, müsse man möglicherweise die Aufenthaltsdauer der Besucher anpassen. Doch solche und andere Entscheidungen treffe die Stadt erst, wenn es konkrete Vorgaben von Bund und Land gebe.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln