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Was wird aus der Jonsdorfer Eisarena?

Die Halle muss dringend saniert werden. Ein eklatanter Baumangel lässt der Gemeinde keine Wahl. Trotzdem startet am Sonnabend wie gewohnt die Eissaison.

Seit über zwei Jahrzehnten ist die Jonsdorfer Eisarena ein beliebter Anlaufpunkt. Aber wie sieht ihre Zukunft aus?
Seit über zwei Jahrzehnten ist die Jonsdorfer Eisarena ein beliebter Anlaufpunkt. Aber wie sieht ihre Zukunft aus? ©  Matthias Weber

Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass in Jonsdorf etwas Ähnliches passieren könnte, wie am 2. Januar 2006 im bayrischen Bad Reichenhall. Dort war an jenem Tag das Dach der Eislaufhalle unter einer Schneelast eingestürzt. 15 Menschen starben, 34 wurden teils schwer verletzt. 

Nein, einsturzgefährdet ist die Jonsdorfer Eisarena auch nach 23 Jahren ihres Bestehens nicht. "Das wäre ja auch schlimm", sagt Bürgermeister Christoph Kunze (parteilos). "Es werden regelmäßige statische Untersuchungen durchgeführt. Bisher hat es auch nie Beanstandungen gegeben", so der Bürgermeister. Aber dennoch. Es ist nicht von der Hand zu weisen: Der in die Jahre gekommene Bau ist dringend sanierungsbedürftig.

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Ein eklatanter Baumangel lässt der Gemeinde auch gar nicht erst eine Wahl: Es geht um die Lüftungsanlage, die nicht funktioniert wie sie funktionieren soll. Die Anlage ist erst vor zehn Jahren eingebaut worden - als eine Modernisierungs-Maßnahme. Aber was als Fortschritt gedacht war, hat "mehr Schaden als Nutzen gebracht", erklärt Eishallen-Geschäftsführer Maik Tempel das Problem. "Das System hat so, wie es geplant und ausgeführt worden ist, von Anfang an nicht funktioniert",  sagt er. Mehrere Gutachten haben das bestätigt. Die Gemeinde hatte die Verantwortlichen daraufhin schon vor Jahren auf Schadenersatz verklagt. Erst in diesem Jahr ist der Rechtsstreit vor Gericht  beendet worden.

Die Gemeinde und die beklagten Architekten haben sich auf einen Vergleich geeinigt: Jonsdorf erhält zwei Drittel der in den Gutachten bescheinigten Schadenssumme - reichlich 170.000 Euro. Mit dem Ende des Rechtsstreits ist jetzt auch der Weg für die Zukunft frei: "Wir können die Sanierung in Angriff nehmen", sagt der Bürgermeister. 

Inzwischen geht es aber nicht mehr nur um die Lüftungsanlage. "Nach mehr als 20 Jahren ist vieles modernisierungsbedürftig", sagt Maik Tempel: "Die Kältetechnik, die Heizung, die Sanitäranlagen, die Fliesen - es wird einfach Zeit." In dieser Situation kommt jetzt Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster (FDP) ins Spiel. Bei der Gelegenheit, so seine kühne Idee, sollte man doch im Zittauer Gebirge gemeinsam gleich größer und weiter denken - und sehen, wie aus der Eishalle noch mehr als bisher gemacht werden könne. 

In Jonsdorf fällt Försters Vorschlag auf fruchtbaren Boden. "Die Idee ist zu diskutieren. Das sehe ich genauso", sagt Amtskollege Christoph Kunze. Maik Tempel spricht bereits von einer "innovativen Weiterentwicklung". Und es gibt da auch schon erste Vorstellungen: Eine davon ist, die Eishalle auch gleich noch um eine Jump- und/oder eine Parcour-Halle zu erweitern. "Diese Trendsportarten sind ja bei Kindern und jungen Leuten gerade sehr angesagt", so Tempel. 

"Wir denken dabei vor allem an ein Schlechtwetter-Angebot und eine Alternative bei Schneemangel im Winter", sagt der Geschäftsführer. "Wenn wir ein Winterurlaubs-Gebiet sein wollen, müssen wird auch den wachsenden Ansprüchen der Touristen gerecht werden."

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Spätestens bis 2023, so haben es sich die Jonsdorfer Gemeinderäte vorgenommen, wollen sie in Sachen Eishalle Nägel mit Köpfen gemacht haben. Die Summe aus dem Vergleich ist als Eigenanteil der Gemeinde für die Eishallen-Investition bereits im Haushaltsplan festgeschrieben. Nach heutigen Fördermaßstäben könnte allein daraus eine Gesamtinvestition von 1,7 Millionen Euro erwachsen. Jetzt soll aber erst einmal ein Konzept erarbeitet werden, was aus der sanierungsbedürftigen Eishalle überhaupt so alles gemacht werden kann.

Nichtsdestotrotz startet an diesem Sonnabend wieder wie gewohnt die Eislaufsaison. Los geht es 16 Uhr mit einem großen Opening, das dann ab 18.30 Uhr nahtlos in die Eisdisko übergeht.

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