merken
PLUS Döbeln

Was wird hier ausspioniert?

Unbekannte sollen versucht haben, in Niederstriegis Grundstücke auszuspähen. Die Anwohner schalten die Polizei ein.

Eine Frau beobachtet die Umgebung mit einem Fernglas. Die Person auf dem Foto steht nicht im Zusammenhang mit den geschilderten Vorfällen.
Eine Frau beobachtet die Umgebung mit einem Fernglas. Die Person auf dem Foto steht nicht im Zusammenhang mit den geschilderten Vorfällen. © Dietmar Thomas

Döbeln/Niederstriegis. Diese Nachricht im sozialen Netzwerk Facebook ist besorgniserregend. „Achtung! Verdächtige Fahrzeuge ... kundschaften Niederstriegis/Döbeln aus und fotografieren Häuser und Fahrzeuge.“

Beschrieben werden ein weißer Kleintransporter und ein weiß-beiger Range Rover. „In den Fahrzeugen saßen jeweils zwei Personen“, schildert ein Anwohner aus Niederstriegis. Er habe den Vorfall der Polizei gemeldet und auch Videos aus seiner Überwachungskamera zur Verfügung gestellt. „Hinweise bitte zeitnah an Polizeirevier Döbeln“, heißt es in dem Facebook-Eintrag weiter.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Er selbst sei am späten Montagnachmittag unterwegs gewesen. Seine Frau sowie zwei Nachbarn haben in dieser Zeit unabhängig voneinander einen weißen Kleintransporter gesehen. Er sei die Straße entlanggefahren, sei dann stehengeblieben und einer der beiden Männer habe Fotos von zwei Grundstücken gemacht.

Verdächtiges Verhalten

„Als ich etwa 20 Minuten nach diesem Vorfall nach Hause kam, habe ich ein weißes Fahrzeug hinter einer Hecke bemerkt. Einer der beiden Männer zeigte auf unser Haus. Als er mich sah, fuhr er zurück“, so der Anwohner. Das Fahrzeug sei dann wieder die Straße entlanggefahren. „Als ich hingehen wollte, sind sie weggefahren.“

Er und seine Nachbarn vermuten, dass die fremden Männer Ausschau nach verlassenen Häusern und Grundstücken halten. „Es ist ganz komisch, denn eigentlich wollten wir ins Ausland fliegen. Weil die Fluggesellschaft aber den Abflugort änderte, haben wir die Reise storniert“, sagte der Niederstriegiser.

Nach Auffassung der Anwohner ist die Masche nicht neu. Zunächst werden Häuser beziehungsweise Grundstücke ausgespäht, um sie später auszurauben.

Die Polizeibeamten im Döbelner Revier seien für die Hinweise sehr dankbar gewesen. „Sie haben uns geraten, über soziale Netzwerke auf diesen Vorfall aufmerksam zu machen“, so der Anwohner. Der Hinweis auf eine Videoüberwachung könne durchaus hilfreich sein.

Jana Ulbricht, Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz, bestätigt, dass der Vorfall im Döbelner Polizeirevier gemeldet wurde. Ob es in jüngster Vergangenheit weitere Vorfälle dieser Art in der Region gegeben hat, konnte sie nicht sagen.Jana Ulbricht rät, generell die Augen offen zu halten. 

Wer ein Fahrzeug sehe, das ihm verdächtig vorkommt, solle sich möglichst das Kennzeichen merken. „Das bietet dann einen wichtigen Ansatzpunkt für die Ermittlungen der Polizei“, so Ulbricht. Auch sei es nicht falsch, fremde Personen auf einige Entfernung hin anzusprechen. „Meist entfernen sie sich dann, wenn sie niemand bestimmtes suchen“, so die Pressesprecherin.

Polizei schnell informieren

Um Personen mit unlauteren Absichten auf die Schliche zu kommen, sei auch Schnelligkeit gefragt. „Wenn ein verdächtiges Auto durchs Wohngebiet fährt, dann sollte man schnell das zuständige Polizeirevier anrufen“, so Ulbricht. Dann könnten die Beamten selbst vor Ort nach dem Fahrzeug Ausschau halten und den Fahrer eventuell zur Rede stellen.

Mehr aktuelle Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln