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Sebnitz

Was wird mit dem Kopf der Göttin Juno?

Die Geschichte um einen Fund in der Wesenitz ist noch lange nicht zu Ende. Kann sie jemals aufgeklärt werden?

Die Original-Büste der Göttin Juno war für kurze Zeit im Belvedere Schöne Höhe in Dittersbach zu sehen. Bei dem Stück handelt es sich um eine Rarität, markant das Einschussloch am Oberen Bereich.
Die Original-Büste der Göttin Juno war für kurze Zeit im Belvedere Schöne Höhe in Dittersbach zu sehen. Bei dem Stück handelt es sich um eine Rarität, markant das Einschussloch am Oberen Bereich. © Steffen Unger

Die Hortkinder der Grundschule von Dürrröhrsdorf-Dittersbach schreiben ein Stück Ortsgeschichte mit. Mit ihrem Fund haben sie ein wichtiges Detail des Schlossparkes entdeckt. Den Originalkopf der Göttin Juno, die bis zum Zweiten Weltkrieg tatsächlich im Schlosspark von Dittersbach gestanden hat.

Ursprünglich ging man davon aus, dass alle Metall-Statuen des Parkes in Kriegszeiten eingeschmolzen wurden. Und dann dieser Fund. Noch offen ist jedoch, weshalb ein Stück des Metallkopfes fehlt. Peter Große, der Vorsitzende des Quandtvereins zur Förderung der schönen Künste in Dittersbach, hat bereits eine Theorie. Möglicherweise war der Schlosspark in den letzten Kriegstagen hart umkämpft. Das kleine Loch am Oberkopf könnte ein Einschussloch sein. Somit könnte der Hinterkopf weggesprengt worden sein. Die Reste des Kopfes sind in der Wesenitz gelandet. Und dort waren es die Hortkinder Hugo und Hanna, die sie nach ungefähr 74 Jahren wiederentdeckt haben. Im Juni dieses Jahres durften die Hortkinder mit Badeschuhen im seichten Wasser der Wesenitz hin und her gehen. „Als wir stromaufwärts liefen, haben wir noch nichts gesehen. Erst auf dem Rückweg habe ich bemerkt, dass das irgendetwas nicht stimmt. Wir begannen, im Schlamm zu graben“, erzählt Hugo eine Woche nach dem Fund. Gemeinsam mit ihren Horterzieherinnen forschten sie, um was für einen Kopf es sich handeln könnte. Die Idee, er könne von der Göttin Juno stammen, kam auf. Und damit hatten sie vollkommen recht, wie Schlossbesitzer Sven Müller-Röske später bestätigen wird. Es handelte sich um den den Original-Kopf der Juno, der aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen müsste. Denn in dieser Zeit ließ der Dresdener Kunsthistoriker und Mäzen Johann Gottlob von Quandt den Park umgestalten. Eine neue Statue der Göttin Juno steht übrigens seit 2015 wieder an ihrem Platz, ebenfalls geschaffen von Kunstformer Hans Effenberger, anhand der Original-Gussform aus dem Albertinum in Dresden. Die Statue steht auf der Landzunge zwischen der Wesenitz und dem Kalten Bach und ist aufgrund des dichten Bewuchses vom Rundweg aus nicht gleich auf dem ersten Blick zu sehen.

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Die Statue der Juno im Schlosspark von Dittersbach.
Die Statue der Juno im Schlosspark von Dittersbach. © privat

In Zusammenarbeit mit dem Quandtverein Dittersbach und dessen Vorsitzenden Peter Große war es gelungen, einige Nachbildungen von verloren gegangenen oder zerstörten Statuen wieder aufzustellen. Auf Initiative des Vereins wurde zum Beispiel im Jahr 2012 eine im Krieg verschollene Nymphe wieder aufgestellt. Auch die Jagdgöttin Diana ist auf Initiative des Vereins wieder auf ihren Sockel zurückgekehrt. 2016 ist dann der Apollino hinzugekommen.

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Zunächst beschäftigte der Fund der Juno-Büste das Landesdenkmalamt. Deren Mitarbeiter haben das Metallstück abgeholt, gesäubert und konserviert. Auf Bemühen von Peter Große ist sie für wenige Tage nach Dittersbach zurückgekehrt und war in der Ausstellung im Belvedere Schöne Höhe zu sehen. Nach Ausstellungsende wird sie jedoch vorerst wieder in das Landesdenkmalamt zurückkehren. Ziel des Schlossbesitzers ist es jedoch, die Büste im öffentlich zugänglichen Schlosspark wieder aufzustellen.

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