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Waschbärenplage in Sebnitzer Gärten 

Nur der Wolf ist ein natürlich Feind. Aber ist der Waschbär erst einmal im Haus wird er schnell zum Problembär.

Waschbären können große Schäden anrichten. Sie haben nur einen einzigen Feind, den Wolf.
Waschbären können große Schäden anrichten. Sie haben nur einen einzigen Feind, den Wolf. © privat

Immer wieder gibt es Beschwerden über Waschbären. Sie räumen die Nester von Bodenbrütern aus, aber auch die auf Bäumen und in Sträuchern. Sie klauen die Eier aus den Nestern und fressen. Auch ein Grund weshalb es immer weniger Vögel gibt.

In Sebnitz spazieren sie bei Dämmerung oder nachts am Kreisverkehr am Schillerplatz entlang, auch am Haus der Deutschen Kunstblume wurden welche gesichtet, am Busbahnhof und vor allem auf dem Sebnitzer Knöchel, vorwiegend in den Gärten im Knöchelwald. Das bestätigen Anwohner wie auch Jäger. "Dadurch, dass sie sich so schnell vermehren, sind die Auswirkungen auf Niederwild extrem. Wir wissen, sodass sie zum Beispiel Nester komplett auseinander nehmen", sagt Frank Röllig, Jäger und Leiter des Hegeringes Oberes Sebnitztal. Gefangen werden die Bären in speziellen Fallen.

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Waschbären vermehren sich inzwischen fast explosionsartig, vor allem auch weil sie reichlich Nahrungsquellen finden und kaum Feinde haben. Nur der Wolf ist ein natürlicher Feind. Oder eben auch die Jäger. Auf deren Konto geht inzwischen eine steigende Anzahl von erlegten Tieren.  Die Statistik des Jagdverbandes Sächsische Schweiz bezeugt den Anstieg. Wurden im Jahr 2011/2012 nur fünf  Waschbären gefangen, waren es dagegen im Jahr 2015/2016 schon 55 Tiere, Tendenz steigend.

Einer Studie zufolge haben die sogenannten Stadtbären als Unterschlupf zwei Favoriten: Gebäude und Baumhöhlen. Und wenn sie einmal im Haus sind, führt das zu großen Problemen,  denn ein oder mehrere Waschbären im Dachboden können in kurzer Zeit  für Schäden im Bereich mehrerer Tausend Euro sorgen.

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Gerade größere Mülltonnenplätze wie im Wohngebiet am Knöchel in Sebnitz sind für Waschbären ein gefundenes Fressen. Deshalb raten Experten,  Müll und Abfälle unzugänglich aufzubewahren, Mülltonnen abzusichern und diese nicht in der Nähe eines Zaunes oder einer Mauer aufzustellen. Somit werden Einstiegshilfen für die Tiere verhindert. Auch Bäume, die direkt an ein Wohnhaus angrenzen sind die einfachste Steighilfe, die Waschbären sehr gerne nutzen, um auf das Dach zu gelangen. Deshalb sollten die zum Haus reichenden Äste mindestens ein Meter Abstand zum Haus haben.  Waschbären nutzen auch gern Dachrinnen oder Häuserecken, um daran hochzuklettern.  Mit aufgeschraubten Platten aus Plastik oder Metall ist dieser Halt nicht gegeben und der Waschbär hat keine Chance, nach oben zu gelangen. Und ganz wichtig ist: "Waschbären dürfen auf gar keinen Fall gefüttert werden", sagt Jäger Frank Röllig.

Solche Mülltonnenplätze wie im Wohngebiet Knöchel in Sebnitz sollten gut vor Waschbären gesichert werden.
Solche Mülltonnenplätze wie im Wohngebiet Knöchel in Sebnitz sollten gut vor Waschbären gesichert werden. © Daniel Schäfer

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