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Großenhain

Wasser marsch im Schweinestall

Die Hitze macht auch ihnen schwer zu schaffen: Rinder, Schafe oder Pferde sehnen sich zurzeit gewiss nicht nach dem Sonnenbad auf der Wiese.

Seine Schützlinge müssen nicht klagend grunzen: Die Schweine von Georg Händlers Agrargesellschaft in Großdobritz bekommen an heißen Tagen wie diesen immer mal eine frische Dusche mit dem Schlauch.
Seine Schützlinge müssen nicht klagend grunzen: Die Schweine von Georg Händlers Agrargesellschaft in Großdobritz bekommen an heißen Tagen wie diesen immer mal eine frische Dusche mit dem Schlauch. © Kristin Richter

Landkreis Meißen. Wenn Kuh Elsbeth der menschlichen Sprache mächtig wäre, dann würde sie dieser Tage lautstark rummaulen: Etwa, dass sie von morgens bis abends auf der Weide stehen muss. Über ihr nichts als die sengende Sonne, welche sonst nur so ihre vierbeinigen Kolleginnen irgendwo im Süden malträtiert und zu wenig frisches Gras zwischen den Zähnen, das den hitzigen Aufenthalt rechtfertigen würde. 

Keine Frage: Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde oder Schweine leiden zurzeit extrem unter der Hitze und intensiven Sonneneinstrahlung. Ausreichend Trinkwasser und Schattenplätze seien für die Vierbeiner laut Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund mit Sitz in Bonn deshalb jetzt geradezu lebensnotwendig.

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 Da Weidetiere fest eingezäunt seien und nicht ausweichen könnten, wenn es ihnen zu heiß ist, wäre ein Witterungsschutz unverzichtbar. Und ohne ausreichend Flüssigkeit ginge gleich gar nichts. Ausgewachsene Rinder und Pferde hätten beispielsweise bei normalen Temperaturen einen täglichen Durchschnittsbedarf von etwa 40 Litern Trinkwasser. Milchproduzierende Kühe und Muttertiere mit Kälbern bräuchten sogar fast das Doppelte. An heißen Tagen steige dieser Bedarf noch einmal drastisch an.

Etwas, das erfahrene Landwirte wie Jörg Händler wissen. Der Geschäftsführer der Großdobritzer Agrargesellschaft kontrolliert zweimal am Tag die Weiden, auf denen die Rinder der Rassen Wagyu und Aberdeen Angus grasen. Dass die Hänger mit Wasser stets ausreichend gefüllt sind, sei für ihn selbstverständlich. „Immerhin saufen die Tiere bei diesen Temperaturen wirklich wie die Löcher“, hat Jörg Händler beobachtet und lacht. 

Ansonsten hätten seine haarigen Schützlinge keine Schwierigkeiten mit der Hitze. Sowohl das japanische Luxusrind Wagyu als auch die gutmütigen Schotten wären äußerst robuste und anpassungsfähige Rassen. Nein, mit der ausdauerenden Sonne gebe es bei ihnen keine Probleme. Schon eher mit den Auswirkungen, die der fehlende Niederschlag auf die Natur habe. 

„Am Donnerstag mussten wir eine Herde in den Stall holen. Die Tiere hätten auf der Weide nichts mehr zu fressen gefunden“, gibt Jörg Händler zu bedenken. Die Versorgungslage mit Futter sei reinweg eine Katastrophe und das eigentliche Problem inmitten dieser Wetterperiode ohne Regen. Bereits jetzt verfüttere man alles, was eigentlich für den Winter gedacht gewesen ist. 

Eine Situation, die viel schlimmer sei als noch im vergangenen Jahr. Schon damals habe man angesichts der Trockenheit große Schwierigkeiten gehabt. Aber 2019 überbiete das noch. Insofern wäre die Hitze für die Tiere nicht die eigentliche Hürde. Auch die in den Ställen gehaltenen Duroc-Schweine würden mit erfrischenden Duschen und ausreichend Flüssigkeitszufuhr vor Schnappatmung und quälendem Durst bewahrt. „Da passen wir schon auf“, versichert Händler.

Das Thermometer stets im Blick hat ein paar Kilometer weiter auch Familie Vité. Für die namhaften Pferdezüchter aus Priestewitz steht das Wohl ihrer Tiere an oberster Stelle. Kein Wunder also, dass ihnen zuliebe der Tag recht früh beginnt. Bereits um halb fünf würden die Pferde auf die Koppel geführt, um sie vor den momentan recht üppig ansteigenden Mittagstemperaturen wieder zurück in den belüfteten kühlen Stall zu bringen. 

Dass sie mit frischem Heu und ausreichend Wasser versorgt würden, sei absolut selbstverständlich. „Mir tun wirklich immer jene Pferde leid, die in der Hitze den ganzen Tag draußen zubringen müssen“, bekennt Marianne Vité .

Den gut dreihundert Schafen und einhundert Ziegen, die Dieter Schneider aus Kalkreuth sein Eigen nennt, schadet dieser Aufenthalt offenbar nicht. Sogar in der Nacht weiden die Tiere draußen und fühlten sich total wohl. Die berühmt-berüchtigte Schafwolle, die sie im Winter vor der Kälte schütze, fungiere jetzt als gute Abwehr vor der Hitze.

 „Wir haben die Weiden extra so angelegt, dass ausreichend Schattenplätze zur Verfügung stehen. Und müssen staunend zur Kenntnis nehmen, das sie sich bewusst in die Sonne legen“, verrät Dieter Schneider. Aufgrund des fehlenden Regens sei das Futter jedoch sehr trocken.

 Die Vierbeiner quittierten das mit mehr Durst und man fahre doppelt so viel Wasser raus wie 2018. Denn wie die Menschen so die Tiere. Hoch die Gläser oder eben die Eimer.

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