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Wasser schmeckt nach Chlor

Der Trinkwasserbetrieb spricht von einer nötigen Desinfektion. Das Landratsamt verspricht eine vorsorgliche Kontrolle in Pulsnitz.

© dpa

Pulsnitz. Riecht und schmeckt das Trinkwasser in Pulsnitz unangenehm nach Chlor? In einigen Stadtgebieten gibt es Klagen darüber. Es betrifft insbesondere die Regionen Vollung und Meißner Seite. Der Pulsnitzer Bürger Gert Kirchhübel wandte sich jetzt damit an die Öffentlichkeit. Er und andere Bürger hätten in letzter Zeit das Chlor wahrgenommen. Nicht immer, aber immer wieder und mal mehr und mal weniger, bemängelt er die Trinkwasserqualität. „Trinkwasser sollte aber geschmack- und geruchlos sein“, sagt der Pulsnitzer. Ein Anwohner trinke gern Tee. Der würde wegen des Chlors nicht mehr schmecken. Unter der Dusche nehme man den Geruch wahr.

Trinkwasserunternehmen: Wasser müsse nicht geruchlos sein

Klaus Riedel, der Geschäftsführer der zuständigen Trinkwasserversorgung Bischofswerda, lässt wissen: In den angesprochenen Bereichen werde ein Mischwasser aus den Wasserwerken Wald und Großharthau angeboten. „In beiden Wasserwerken erfolge die Aufbereitung mit den nach Trinkwasserverordnung zugelassenen Stoffen“, so Riedel. Zur Desinfektion werde Natriumhypochlorit bzw. Chlordioxid eingesetzt: „Die Chlorwerte im Trinkwasser liegen gemäß Analysen zwischen 0,1 und 0,3 Milligramm pro Liter.“ Das wäre genau im laut Umweltbundesamt zulässigen Bereich. Im Übrigen, so Riedel, müsse das Wasser nicht geruchlos sein. Die Trinkwasserverordnung lege fest, es müsse für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung sein. Die Wahrnehmung des Chlorgeruchs sei unterschiedlich ausgeprägt. Zumindest für einige Pulsnitzer ist sie unangenehm.

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Das Unternehmen könne aber zur Sicherung der Trinkwasserqualität nicht auf die Desinfektion verzichten, so Riedel. Der Restchlorgehalt im Wasser schütze vor Wiederverkeimung im sehr weit verzweigten Rohrnetz. Dem Gesundheitsamt des Kreises lägen aktuell keine Beschwerden von Kunden aus dem Raum Pulsnitz zur Trinkwasserqualität vor, so Pressesprecher Gernot Schweitzer auf SZ-Anfrage. Zur Überprüfung der Trinkwassergüte werde das Gesundheitsamt in dieser Woche jedoch eine zusätzliche Netzprobe in dem Versorgungsbereich entnehmen. Es handele sich um eine vorsorgliche Kontrolle, betont die Behörde. (SZ/ha)