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Großenhain

Wasserdusche fürs städtische Grün

Insbesondere am frühen Morgen sind derzeit Bauhofmitarbeiter unterwegs. Noch reicht das. Es gibt aber auch einen Notfallplan.

Feuerwehrleute waren am Sonnabend im Stadtpark zur Bewässerung von Bäumen, Sträuchern und Wiesen unterwegs. Bewässert wird derzeit aber vor allem in den Frühstunden durch den städtischen Bauhof.
Feuerwehrleute waren am Sonnabend im Stadtpark zur Bewässerung von Bäumen, Sträuchern und Wiesen unterwegs. Bewässert wird derzeit aber vor allem in den Frühstunden durch den städtischen Bauhof. ©  Anne Hübschmann

Großenhain. Müssen die denn mitten im Fesstrubel mit ihrem Auto solch einen Radau machen? So mancher Besucher des Erlebnisfestes der Sinne im Stadtpark nahm am Sonnabend zunächst mit Unverständnis, danach mit einem zustimmenden Lächeln zur Kenntnis, dass ein Feuerwehrauto entlang der Wege rollte und die Kameraden Grünanlagen und insbesondere junge Bäumchen mit kühlem Nass versorgten.

Eine Maßnahme, die zumindest zu dieser Tageszeit nicht unbedingt dem Normalgeschehen gleichkommt. Denn: momentan läuft noch kein „Hitze-Notfallplan“ für das städtische Grün. Großenhains Rathaussprecherin Diana Schulze führt einerseits begrenzte personelle Kapazitäten dafür an. 

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Zum anderen sei es nicht angeraten, die Bäume und Grünflächen tagsüber bei zu hohen Außentemperaturen extra zu gießen. „Unsere Bauhofmitarbeiter sind während der frühen Morgenstunden unterwegs – was im Sommer üblich ist“, so Diana Schulze.

Das Pensum, das von den Mitarbeitern zu bewältigen ist, erscheint riesengroß und daher auch zeitaufwendig. „Abgearbeitet“ wird nach einem genau geregelten System. Zuerst müssen regelmäßig die Kübel und Wechselflurflächen – beispielsweise im Schlossgraben oder am Vier-Tore-Brunnen – gewässert werden. 

Dann folgen die Baum- und Strauchpflanzungen der letzten drei Jahre. „Das sind mehrere hundert Standorte“, sagt die Sprecherin. Altbestände können nur selektiv oder mit Unterstützung der Feuerwehr gegossen werden.

Noch reicht es aus, dass die Bauhofarbeiter in den frühen Morgenstunden die Standorte abfahren und bewässern. „Insgesamt ist die Lage noch nicht mit den Hitzewochen 2018 vergleichbar“, konstatiert auch Diana Schulze. Doch angesichts der Tatsache, dass die Werte derzeit an der 40-Grad-Marke kratzen, ist man wachsam. 

„Sollten die Temperaturen weiterhin so hoch bleiben, müssten wir – wie in Vorjahren – auf die Unterstützung der Kameraden der freiwilligen Feuerwehr zurückgreifen“, kündigt Diana Schulze an. Sorge, dass das Wasser nicht reicht, besteht nicht. Es wird teilweise aus Gewässern gezogen – sofern dies möglich und gestattet ist. Weitere „Quellen“ sind die Trinkwasserleitung sowie städtische Zisternen.

Wie immer bei außergewöhnlichen Wetterlagen hofft die Verwaltung auf Hilfe und Verständnis bei den Großenhainern. „Äußerst willkommen“ seien unter anderem sogenannte Gießpatenschaften von Anwohnern und Gewerbetreibenden, die sich beispielsweise um Kübelpflanzen oder Jungbäume vor ihren Türen kümmern und damit den Bauhof unterstützen.

Insgesamt, so Diana Schulze, „hoffen wir auf Abkühlung, sodass sich Mensch und Natur etwas von der Hitze erholen können.“

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