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Wasserleiche treibt im Floßkanal

Ein Spaziergänger findet in Gröditz einen toten Mann im Wasser. Die Todesursache ist noch völlig unklar.

Von Eric Weser und Robert Reuther

Gröditz. Einen grausigen Fund hat gestern Mittag ein Fußgänger am Floßkanal mitten in Gröditz gemacht: Ein lebloser Körper trieb in dem Gewässer, das parallel zur Wainsdorfer Straße verläuft. Nach SZ-Informationen hat der Passant zuerst gar nicht genau erkannt, was er dort entdeckt hatte. Er sah lediglich Kleidung im Wasser treiben, vermutete aber sofort, dass dort noch ein Mensch drin stecken könnte. Also habe er die Polizei gerufen.

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„Wir wurden gegen 11.30 Uhr informiert“, sagt Jana Ulbricht, Sprecherin der Polizeidirektion Dresden. Sofort machten sich nicht nur mehrere Beamte auf den Weg nach Gröditz, sondern auch die Feuerwehr und der Rettungsdienst. Die Polizisten gehen bei so einer Meldung immer noch von der Möglichkeit aus, dass der Unfall erst passiert ist und dem Menschen vielleicht noch geholfen werden kann. „Wir konnten aber leider nur den Tod des Mannes feststellen“, sagt Jana Ulbricht.

Keine Ausweispapiere dabei

Bei der Bergung des Leichnams musste auch die Gröditzer Stadtfeuerwehr helfen. Die Ufer-Böschung ist an der Stelle des Floßkanals recht steil, das Wasser tief. Den Polizisten war es nicht möglich, den Toten ohne fremde Hilfe zu bergen. „Wir wurden kurz vor um zwölf alarmiert“, sagt der Gröditzer Feuerwehrchef Bernd Johne auf SZ-Anfrage. „Wahrscheinlich handelt es sich um einen Spaziergänger“, vermutet Johne. Wenig später konnte die Feuerwehr bereits abrücken und der Kriminalpolizei das Feld überlassen. Die machte sich vor Ort auf Spurensuche. Dazu gehörte, den Leichnam zu untersuchen und zu fotografieren.

Anfangs war die Identität des Toten unklar. Der Mann trug keine Ausweispapiere bei sich. Im Laufe des gestrigen Nachmittages konnte die Polizei allerdings herausfinden, um wen es sich bei dem Toten handelt. „Der Mann ist 55 Jahre alt und kommt aus Gröditz. Es hat ihn jemand für uns identifiziert“, sagt Jana Ulbricht. Das war auch möglich, weil der Mann offenbar noch nicht allzu lange im Wasser gelegen hatte. Völlig unklar ist allerdings bisher die Todesursache des Gröditzers. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Auf SZ-Nachfrage lässt Sprecherin Jana Ulbricht offen, ob es ein Suizid, ein Unfall oder ein Mord war. Es sei normal, dass sich die Kripo in alle Richtungen ermittle.

Offen ist auch, ob der Mann möglicherweise Alkohol getrunken oder Drogen genommen hat. Das könnte eine Untersuchung in der Gerichtsmedizin aufklären. „Über dieses Vorgehen muss allerdings der Staatsanwalt entscheiden. Sicher ist es so, dass bei einer Autopsie die Todesursache festgestellt werden kann. Aber manchmal ist es ja auch offensichtlicher“, sagt Jana Ulbricht. In den nächsten Tagen wird die Kripo mit der Ermittlungsarbeit fortfahren.