SZ + Zittau
Merken

Wasserrettung am O-See für 2020 unklar

Der Landkreis Görlitz und die Gemeinde Olbersdorf streiten sich weiter über die Finanzierung. Die Zeit drängt bis zur Badesaison im Mai.

Von Holger Gutte
 3 Min.
Teilen
Folgen
Wer übernimmt die Wasserwacht am Olbersdorfer See?
Wer übernimmt die Wasserwacht am Olbersdorfer See? ©  Rafael Sampedro (Archiv)

An Gesetzgebung ist Deutschland wahrlich nicht arm. Wenn es aber ums Geld geht, gibt es scheinbar verschiedene Auslegungen und Sichtweisen. Das trifft auch auf die Wasserrettung am Olbersdorfer See zu. Der Landkreis Görlitz liegt mit der Gemeinde Olbersdorf schon lange darüber im Streit, wer dafür verantwortlich ist und die Kosten trägt. Der See ist Eigentum der Gemeinde Olbersdorf. Der Landkreis ist aber die zuständige Rettungsdienst-Behörde.

Wer bezahlt also künftig die Rettungsschwimmer, nachdem Ende 2019 ein Vertrag dafür am Olbersdorfer See endete? Aus Sicht des Landkreises ist die Wasserrettung eine lebensrettende Maßnahme bei Notfallpatienten. Das würde bedeuten, dass eine ständige Anwesenheit von Rettungsschwimmern nicht notwendig ist. Wird eine Badeaufsicht gewünscht, wäre dafür die Gemeinde Olbersdorf zuständig. 

Diese Sichtweise löste am Mittwochabend gelinde gesagt, Kopfschütteln bei den Mitgliedern des Olbersdorfer Hauptausschusses auf ihrer Sitzung aus. Das würde ja bedeuten, erst wenn ein Badegast im See am Ertrinken ist, wäre der Landkreis zuständig. Bis der dann alarmiert und dem Badenden geholfen wird, könnte es aber zu spät sein, hieß es.

Olbersdorf lehnt Vertragsentwurf ab

Als unakzeptabel und unannehmbar bezeichneten die Ausschussmitglieder den von der Landkreisverwaltung vorgeschlagenen Entwurf zur Wasserrettung und Badeaufsicht am Olbersdorfer See. 

Einverstanden sind sie lediglich damit, die für die Wasserrettung notwendigen Dinge vom Landkreis zu übernehmen, der sie kostenlos an die Gemeinde abgeben will. Dazu gehören unter anderem das Motorboot, Bootssteg, Bootshaus und die Seezeichen. 

All das will Olbersdorf dann weiterhin kostenlos der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Zittau zur Verfügung stellen. 

Auf einstimmiger Empfehlung des Hauptausschusses hat sich Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster (FDP) am Donnerstag schriftlich an die zuständige Behörde des Landratsamtes gewandt. Darin sollte er mitteilen, dass die Ausschussmitglieder den Entwurf als nicht geeignet ansehen.

Außerem kündigt Olbersdorf an, dass die Gemeinde nun eine Rechtsanwaltskanzlei damit beauftragt, einen Vertragsentwurf für die Wasserrettung, den Rettungsdienst und die Badeaufsicht für den Olbersdorfer See zu erstellen.

Gut eingelaufene Dinge nicht verbauen

Dieser Entwurf soll dem Anliegen der Gemeinde gerecht werden. Die versteht das Thema Wasserrettung und Badeaufsicht als ein freiwilliges Angebot der Gesundheitsvorsorge und Gefahrenabwehr. 

Bürgermeister Andreas Förster schlägt vor, sich auch mit den bisherigen Vertragspartnern DLRG, Wasserwacht und DRK zu beraten, um dann ein gemeinsames Werk zustande zu bringen. "Wir sollten gut eingelaufene Dinge nicht verbauen", sagt er.

Er ist zuversichtlich, dass bis zum Beginn der neuen Badesaison Mitte Mai eine Regelung gefunden wird. Das Finanzierungsproblem müsse bis dahin gelöst werden. Im April könnte über den neuen Vertragsentwurf im Gemeinderat abgestimmt werden und Andreas Förster hofft weiterhin auf die jährliche Spende des Sparkasse in Höhe von 15.000 Euro. Der Landkreis hatte dies immer unterstützt. 

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen sie hier. 

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen sie hier.