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Wasserverband bringt Millionen in die Erde

In Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach wird kräftig gebaut. Auf die Anwohner kommt einiges zu. Aber nicht unbedingt an Kosten.

© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

Stolpen. Der Wasser- und Abwasserzweckverband Mittlere Wesenitz ist mit seinen Investitionen in Verzug. Ursprünglich sollten schon ab 2014 viele Trinkwasser- und Abwasserkanäle erneuert werden. Notwendig sind die zum Teil umfangreichen Bauarbeiten, weil es auch immer wieder zu Havarien in den alten Systemen gekommen ist. „Bereits im vergangenen Jahr haben sich einige Arbeiten zeitlich gedrängt. Das wird auch in diesem Jahr nicht anders sein“, sagt Betriebsleiter Steffen Göbel.

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Trinkwasserleitungen sind stark sanierungsbedürftig

Am Trinkwassernetz von Stolpen gibt es einiges zu tun. Die Rohre und Kanäle sind offenbar arg strapaziert, sodass sich die Anlieger einiger Straßen in diesem Jahr auf einiges gefasst machen müssen. So will zum Beispiel die Stadt Stolpen die Rudolf-Breitscheid-Straße sanieren. Der Zweckverband wird sich hier mit dem Bau der Trinkwasserleitung und eines Mischwasserkanals beteiligen. Die Kosten liegen bei über 170 000 Euro. Gleich nebenan, in der Bahnhofstraße, geht es in diesem Jahr ebenfalls zunächst unterirdisch weiter. Der Zweckverband muss hier auf etwa 420 Metern eine neue Trinkwasserleitung verlegen, dazu kommen noch auf 140 Metern die Anschlussleitungen. Der Verband plant mit Baukosten von etwa 137 000 Euro. „Wir hoffen, dass der Landkreis mit dem Straßenbau nachzieht. Da stehen wir aber noch in Verhandlung“, sagt Steffen Göbel. Die Enso hat bereits signalisiert, dass sie sich mit einer neuen Gasleitung ebenfalls mit beteiligen möchte. Sollte der Landkreis noch keine Asphaltschicht aufziehen lassen, gibt es einen Plan B. Man werde dann in zwei Abschnitten bauen, sagt der Betriebsleiter.

Im Gemeindegebiet von Dürrröhrsdorf-Dittersbach gibt es ebenfalls einiges zu erneuern. Auf etwa 350 Metern wird in der Lindenstraße in Porschendorf die Trinkwasserleitung erneuert. Außerdem sollen in diesem Jahr die neuen Hochbehälter am Quellenberg in Dürrröhrsdorf-Dittersbach geplant und 2017 dann gebaut werden. In der Elbersdorfer Gasse haben die Untersuchungen ergeben, dass auch da die Trinkwasserleitungen marode sind. Auf etwa 430 Metern werden diese ebenfalls erneuert. Hier sei man mit der Gemeinde im Gespräch, ob diese gleich die Straßendecke sanieren will.

Abwasserleitungen werden noch teurer

Damit nicht nur das Trinkwasser in die Häuser, sondern auch das Abwasser wieder wegtransportiert werden kann, muss der Verband auch in die Kanäle investieren. Die Summen dafür werden hoch sein. Im Bereich Schützenhausstraße/Jockgrim-Straße wird auf fast 300 Metern der Mischwasserkanal erneuert. Dort gab es bereits mehrere Havarien, sodass der Zweckverband nicht umhin kommt.

Eines der teuersten Vorhaben wird mit 413 000 Euro der neue Mischwasserkanal auf der Bahnhofstraße in Stolpen. In Langenwolmsdorf werden die Bauleute auch wieder anrücken und in der Niederdorfstraße die restlichen Arbeiten, wie die Nebenleitungen und die Grundstücksanschlüsse in der zweiten Reihe fertigstellen. Im Bereich Ratag wird am Kanal gebaut. Hier gibt es Probleme mit der Straßenentwässerung. Die soll künftig in den Langenwolmsdorfer Bach eingeleitet werden. Am Bahnhofsweg in Langenwolmsdorf wird eine komplett neue Kläranlage gebaut. In diese sollen unter anderem die Abwässer der Turnhalle, der Schule und des Kindergartens sowie umliegende Häuser eingeleitet werden. Weitere kleinere Ortskanäle sind in der Lindenstraße in Porschendorf sowie in Lauterbach im Plan.

Hauseigentümer müssen nur in einigen Fällen zahlen

Die Grundstückseigentümer in der Niederdorfstraße in Langenwolmsdorf und in der Talstraße in Stolpen-Altstadt müssen ihre Abwasseranschlussbeiträge bezahlen. Bei der Sanierung der Trinkwasserleitungen verhält es sich etwas anderes. Da hat der Verband einen Anschlussgrad von 98 Prozent erreicht. Da die Kanäle nur erneuert werden, kostet es für die Hauseigentümer nichts. Um die geplanten Vorhaben umzusetzen, muss der Verband Darlehen aufnehmen. Zuschüsse gibt es kaum noch.