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Wasserstand der Lehnmühle auf Rekordtief

Wir haben das dritte Trockenjahr hintereinander. Was das für die Trinkwasservorräte im Osterzgebirge und für Dresden bedeutet.

Die alte Brücke und die Reste der Ortschaft Steinbrückmühle in der Talsperre Lehnmühle. Ein Anblick, der fasziniert und Fragen hervorruft.
Die alte Brücke und die Reste der Ortschaft Steinbrückmühle in der Talsperre Lehnmühle. Ein Anblick, der fasziniert und Fragen hervorruft. © Egbert Kamprath

Das Osterzgebirge erlebt derzeit das dritte Trockenjahr hintereinander. Deutlich sichtbar ist das für Autofahrer, wenn sie auf der Bundesstraße B 171 an der Talsperre Lehnmühle vorbeifahren. Sie sehen eine weite Schlammwüste und im Hintergrund die Reste der Brücke, die normalerweise tief im Wasser versunken ist. In der Talsperre stehen derzeit 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser. Das ist rund ein Viertel des Wassers, das die Sperre bei einem normalen Vollstau enthält. Das wären 14,9 Millionen Kubikmeter. Da kommt noch eine Reserve drauf für den Hochwasserfall. Dann kann die Talsperre 22 Millionen Kubikmeter fassen. Selbst vor zwei Jahren, als das Auftauchen der versunkenen Brücke und des Orts Steinbrückmühle Aufsehen erregte, war noch mehr Wasser in dem Staubecken. 

Aber so traurig das Bild für die Lehnmühlen-Sperre aussieht, ist es noch kein Grund zur Besorgnis. „Der niedrige Füllstand der Talsperre Lehnmühle relativiert sich, wenn berücksichtigt wird, dass die Talsperren Klingenberg, Lehnmühle und Rauschenbach im Verbund betrieben werden“, teilt Patricia Zedel von der Landestalsperrenverwaltung mit. Hier betreibt der Freistaat großen Aufwand, denn an diesem Verbund hängt die Wasserversorgung für einen Großteil der Weißeritzregion mit Dippoldiswalde und Freital sowie von halb Dresden. 

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Klingenberg ist weiter gut gefüllt

In der Talsperre Klingenberg liegt der Wasserstand bei 90 Prozent der normalen Füllung. Das ist normal für den Hochsommer, und der Vorrat in Klingenberg ist entscheidend für die Trinkwasserversorgung. Denn von hier führen die Leitungen für das Rohwasser zu den Wasserwerken Klingenberg und Coschütz. In dieser Sperre hält die Talsperrenverwaltung den Wasserstand hoch, weil dann die Wasserqualität besser bleibt. Da wird lieber die Lehnmühle runtergefahren, deren Wasser dann die "Klinge" füllt, wie Klingenberg von Insidern genannt wird.

Denn wenn sich in der Sommerhitze das Wasser erwärmt, wachsen beispielsweise verstärkt Algen. Das warme Wasser bleibt aber oben, unten ist es weiter kühl und sauber. Deshalb achten die Staumeister darauf, dass sie das Tiefenwasser schonend behandeln. Dafür hat die Talsperrenverwaltung bei der Sanierung der Staumauer in Klingenberg in sechs verschiedenen Höhen Öffnungen vorgesehen, um Wasser zu entnehmen. Jetzt wird es unten abgeleitet. So fließt immer das beste Wasser in die Wasserwerke. Im Winter kann das durchaus das Wasser von weiter oben sein.

Außerdem gibt es eine Überleitung, damit in der "Klinge" genug Wasser ist. Diese ermöglicht, dass auch Wasser aus dem Gebiet der Flöha und der Gimmlitz ins Weißeritztal geleitet wird. Die Leitung verbindet die Talsperre Rauschenbach bei Cämmerswalde über die Sperre Lichtenberg mit der Vorsperre Klingenberg. „Momentan werden aus der Talsperre Rauschenbach 230 Liter pro Sekunde zur Talsperre Klingenberg geleitet, um die Wasserversorgung des Großraumes Dresden zu unterstützen“, teilt Zedel weiter mit.

Speicher Altenberg wird für eine Sanierung geleert

Die zweite große Trinkwassertalsperre im Osterzgebirge liegt an der Gottleuba. Sie versorgt Pirna und Umgebung mit Trinkwasser. Auch Glashütte bekommt sein Wasser von dort. Hier liegt der Füllstand bei 77 Prozent des Vollstaus. Das ist niedriger als üblicherweise um diese Jahreszeit, aber immer noch ausreichend.

Rund 9.000 Einwohner in Altenberg und Umgebung erhalten ihr Trinkwasser aus dem Speicher Altenberg und dem Großen Galgenteich. Hier steht im Speicher derzeit weniger Wasser als Anfang August üblich. „Die Stauanlage wird diesen Monat für eine Sanierung abgestaut“, informiert Zedel. Der Speicher Altenberg ist also in Kürze komplett leer. Dann kommt das Wasser nur noch aus dem Großen Galgenteich. „Dieser ist vollständig gefüllt und die Rohwasserabgabe gesichert“, stellt die Talsperrenverwaltung in Aussicht.

Die jetzigen Vorräte in den Talsperren des Osterzgebirges sind für dieses Jahr und auch darüber hinaus ausreichend, haben die Spezialisten errechnet. Allerdings stecken wir im dritten Trockenjahr in Folge. Normalerweise füllen sich die Staubecken im Winter und Frühjahr durch die Schneefälle und das Schmelzwasser. Hier bleibt nur die Hoffnung, dass die kommenden Winter hier wieder etwas mehr zu bieten haben. Die Talsperre Lehnmühle hatte schon im Frühjahr Ende März nur 82 Prozent ihre vorgesehenen Stauhöhe und seither kam eben wenig dazu. So bietet sie derzeit wieder den Blick auf die versunkene Brücke und Reste der Ortschaft Steinbrückmühle. 

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