merken
PLUS

Weißwasser

WBG Bad Muskau saniert in der Parkstraße

In den Hauseingängen 24 und 26 machen Handwerker derzeit Krach und Schmutz. Die Mieter nehmen es gelassen.

In der Parkstraße in Bad Muskau werden Aufgang für Aufgang die Heizungs-, Wasser- und Abwasserleitungen saniert.
In der Parkstraße in Bad Muskau werden Aufgang für Aufgang die Heizungs-, Wasser- und Abwasserleitungen saniert. © Foto: Sabine Larbig

Von Sabine Larbig

Bad Muskau. Gisela Lehmann hat wieder ihre gewohnte Ordnung und Sauberkeit: In der Wohnung der Seniorin, die seit 1973 in der 4. Etage der Bad Muskauer Parkstraße 24 ansässig ist, sind keine Handwerker mehr. 

Anzeige
Sie sind gefragt: Umfrage zu #ddvlokalhilft
Sie sind gefragt: Umfrage zu #ddvlokalhilft

Wir wollen herausfinden, wie die Sachsen in der Krise einkaufen und wie wichtig lokale Hilfsprojekte wie #ddvlokalhilft bei der Unterstützung des Handels sind.

Doch früh ausschlafen, am Tag entspannt Radio hören, Fernsehen schauen oder gar ein Mittagsschläfchen machen – das ist für sie noch immer nicht möglich. Überall im Haus hämmert, sägt, klopft oder feilt ständig jemand. Kein Wunder. Wegen einer sogenannten Strangsanierung arbeiten aktuell Handwerker von sechs Gewerken in ihrem Wohnhaus. Ruhe tritt für die Bewohner erst wieder ein, wenn der letzte Handwerker seine Arbeit beendet hat.

Laut Sigmar Nagorka, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Bad Muskau dauert dies noch einige Zeit. Denn selbst wenn die Hausnummer 24 fertig ist, geht es im Nachbareingang weiter. In der Parkstraße 24-26 werden nämlich die Heizungsanlagen auf moderne Zentralheizung umgestellt. Nicht nur die Heizkörper in Bad und Küche müssen dadurch erneuert werden. Auch die Heizungsschränke mit den Einzelthermen in den Küchen kommen weg. Heizungs-, Wasser- und Abwasserrohrleitungen werden ausgetauscht. Die Schachtverkleidungen in den Bädern sind künftig auch nicht mehr aus Holz, sondern aus abwaschbarem Material. Parallel dazu erhalten Bäder neue moderne WC-Becken, Waschbecken und Mischbatterien.

„Wo wir Schaden machen, gehen natürlich hinterher die Maler durch. In manchen Wohnungen nutzten wir die Gelegenheit gleich, um sehr alte Fußbodenbeläge in Küche, Bad oder Flur auszutauschen“, erläutert Nagorka. Weil die Sanierungsarbeiten bei voller Wohnungsbelegung laufen, führte er schon Anfang des Jahres mit allen betroffenen 20 Mietern ein persönliches Gespräch. „Außerdem bin ich während der Sanierung mehrmals täglich vor Ort, damit alles läuft und Probleme oder Fragen der Mieter oder Handwerker möglichst sofort und unkompliziert geklärt werden.“

Leben mit Einschränkungen

Da alle Mieter rechtzeitig über den Bauablauf informiert wurden, konnten manche den Urlaub oder Schichtplan so legen, dass sie während der Bauphase nicht oder nur wenig zu Hause sind. Die meisten Mieter müssen jedoch ganztägig die Bauarbeiten ertragen – und nehmen es gelassen hin. Selbst die Tatsache beziehungsweise Notwendigkeit, dass sie tagsüber bei Nachbarn Wasser holen oder auf Toilette gehen müssen. „Eine Mobiltoilette vorm Haus, wie von uns angeboten, wollten die Mieter nicht“, begründet Sigmar Nagorka und sagt: „Ich bin sehr froh darüber, dass das Miteinander bislang problemlos verlief.“ Nagorka weiß auch, wie belastend Lärm und Dreck für die Mieter sind. Besonders, wenn in der eigenen Wohnung gebaut wird. Doch es ist nicht vermeidbar.

„Ich bin viel rausgegangen oder habe mich auf den Balkon gesetzt. Mit der Toilette, das ging, weil abends und nachts alles in jeder Wohnung wieder funktioniert“, meint Gisela Lehmann gelassen. Als Mieterin in der Parkstraße 24 erlebt sie nicht die erste Baustelle mit. „Hier wurden schon Fenster, Dach und Fassade gemacht und Kachelöfen ausgebaut. Es hat alles immer Lärm und Schmutz gebracht. Aber alles machte es für uns Mieter immer bequemer“, so die 86-Jährige zufrieden, der nicht einmal ein Fahrstuhl im Haus fehlt: „ Treppensteigen hält mich jung“, begründet sie.

2020 wird weitersaniert

Wie viel die Wohnungsbaugenossenschaft in die aktuellen Sanierungsarbeiten in der Parkstraße investiert? Das umschreibt Nagorka als einen hohen sechsstelligen Betrag. „Der kommt komplett aus Eigenmitteln unserer Genossenschaft. Außerdem ist das Vorhaben noch nicht beendet. Im kommenden Jahr führen wir in weiteren 24 Wohnungen in der Parkstraße die notwendigen Strangsanierungen weiter“, blickt Nagorka voraus.

Mehr zum Thema Weißwasser