merken
PLUS Zittau

Mehr Parkplätze für die Innere Weberstraße

Händler und Anwohner fordern mehr Pkw-Stellflächen nach der Sanierung. Die Stadt will, wie sie beim Vor-Ort-Termin am Samstag versprach, Alternativen prüfen.

Anwohner, Händler und Gewerbetreibende der Inneren Weberstraße sind am Sonnabend mit Zittaus OB Thomas Zenker (vorn) und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung zu einem Krisengespräch über die am Montag beginnende Sanierung der Straße zusammengekommen.
Anwohner, Händler und Gewerbetreibende der Inneren Weberstraße sind am Sonnabend mit Zittaus OB Thomas Zenker (vorn) und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung zu einem Krisengespräch über die am Montag beginnende Sanierung der Straße zusammengekommen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Am Samstagnachmittag gab es schon mal einen Vorgeschmack: Der untere Teil der Inneren Weberstraße in Zittau war voll gesperrt. Ab Montag soll das für mehrere Monate der Fall sein, denn dann soll die Sanierung der Inneren Weberstraße beginnen. Die Stadt Zittau hatte die Absperrung am Samstag aber nicht nur zum "Gefühl bekommen" aufgestellt. Sie wollte mit den Händlern, Gastronomen und Anwohnern der Inneren Weberstraße ins Gespräch kommen, nachdem sich ein Großteil von ihnen mit einem offenen Brief an die Stadt gewandt und Unterschriften gesammelt hatten. Die Planung für die Umgestaltung stimme nicht mit dem tatsächlichen Bedarf überein.

Wie dieser Bedarf aussieht, wurde auch bei diesem Treffen schnell deutlich: mehr Parkplätze. Denn im Zuge des Straßenbaus soll die Zahl der Pkw-Stellflächen von jetzt über 40 auf 19 verringert werden. Viele Händler befürchten dadurch einen wirtschaftlichen Schaden, weil die Kunden nicht mehr vor oder zumindest in der Nähe des Ladens parken können. Ihre Forderung: Es müsse künftig 35 Parkplätze geben, wie Johannes Husar, Inhaberin der Parfümerie "Mein Duft" erklärte, der sich als Sprecher der  Straßenbau-Kritiker präsentierte. 

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Stadt: Nicht mehr Parkplätze auf der Straße möglich

Anfangs war es aber eher wie ein Austausch der gegenseitigen Positionen. Während die Händler ihren Frust über die deutliche Reduzierung der Parkplätze äußerten, verteidigten die Vertreter der Stadtverwaltung die Pläne. Mehr als die künftig vorgesehenen 19 Parkplätze gehen mit den bestehenden Regelungen und Vorgaben nicht, erklärte Zittaus Bauamtsleiter Roland Höhne.

Schon im Herbst 2018, als die Umbaupläne erstmals öffentlich vorgestellt wurden, gab es für die vorgesehene Verringerung der Parkplätze deutliche Kritik vonseiten der Händler. Damals gab es den Vorschlag, zusätzliche Stellflächen vor den Häusern 24 bis 28 zu schaffen. Dieser Vorschlag fand sich auch im Stadtratsbeschluss am 13. Dezember 2018 wieder. 

Doch nun soll es diese Parkplätze nicht geben, die Stadt begründet das mit dem Brandschutz. Die Feuerwehr brauche eine bestimmte Aufstellfläche, um im Brandfall Menschen über die Drehleiter aus den Häusern zu retten. Um das zu demonstrieren, hatte Zittaus OB Thomas Zenker (Zkm) am Samstag die Feuerwehr zu Hilfe gerufen, die mit ihrer Drehleiter anrückte und diese in Höhe der Hausnummer 24 ausfuhr. Es wurde deutlich, dass sie neben den jetzt noch parkenden Fahrzeugen gerade so Platz hatte. Wenn aber die Fußwege im Zuge der Sanierung verbreitert werden, fehle der Platz.

Händler: Parken auf der anderen Straßenseite

Auch wenn der spontane Feuerwehreinsatz ein Hingucker war, überzeugen konnte er die Händler und Gewerbetreibenden nicht wirklich. Johannes Husar will sich für eine Ausnahmegenehmigung einsetzen, wie er ankündigte. Andere Händler machten ihrerseits den Vorschlag, das Parken im Bereich der Hausnummer 26 bis 28 auf die andere Straßenseite zu verlagern. Auch dagegen fanden die Rathausmitarbeiter schnell Gegenargumente. Überzeugt waren die Händler und Gewerbetreibenden davon nicht. Immobilienmaklerin Cornelia Marter kann nicht verstehen, warum der Fußweg vor der Pizzeria Roma (Nummer 26) insgesamt 4,65 Meter breit sein soll. Wenn er nur die Mindestbreite von 2,50 Meter habe, gebe es auch Platz, um weiterhin an dieser Stelle parken zu können.

Angesprochen wurden auch Ersatzparkplätze. Bereits 2018 ist darüber diskutiert worden, damals wurden ein dauerhaftes Parken an der Johanniskirche und zusätzliche Stellflächen in der Poststraße vorgeschlagen. Zum dauerhaften Parken an der Johanniskirche gebe es noch keine endgültige Entscheidung, erklärt Höhne und versprach, dass es bis zum Ende des Straßenbaus eine Lösung geben werde. Stadtrat Matthias Böhm (Grüne) sieht zusätzliche Parkmöglichkeiten vor allem rund um die Weberkirche. Entlang des Spielplatzes an der Weberkirche könnten bei Verlegung des Radweges auf die Straße sieben Stellplätze geschaffen werden. Drei bis vier Parkflächen könnten darüber hinaus gegenüber der Weberkirche entstehen. 

Stadtratskollege Thomas Kurze (Freie Wähler) mahnte in Richtung Stadtverwaltung, dass die Vorschläge nicht nur geprüft werden sollten, sondern es solle auch mal klar gesagt werden, das und das sind Ersatzparkplätze. Die Freien Wähler hatten 2018 schon den Vorschlag gemacht, in der Poststraße weitere Parkplätze zu schaffen.

Parken sei immer ein Streitpunkt, findet OB Zenker. Er versprach, dass Park-Alternativen geprüft werden, die aber, so betonte er gleichzeitig, nicht auf der Straße sein werden. Es könnten, so seine Idee, nicht genutzte Läden und Gebäude als Parkraum genutzt werden.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau