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Wechsel bei den Edelstahlwerken

Der langjährige Chef Sönke Winterhager geht in schwierigen Zeiten – bleibt dem Unternehmen aber erhalten.

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Die Mitteilung des Dresdner Amtsgerichtes über die Änderung des Handelsregistereintrages ist knapp: „BGH Edelstahlwerke GmbH, Freital, ausgeschieden: Geschäftsführer: Winterhager, Sönke, Bannewitz, geb am 21.11.1968.“ Dass der langjährige Chef geht, ist überraschend – hat aber simple Gründe, wie er gegenüber SZ verrät. Er rückt künftig für seinen ausgeschiedenen Vater in den Aufsichtsrat der Gruppe nach. Der Wechsel an der Spitze sei daher eher als Formalie zu betrachten. „Ich kann ja nicht das Unternehmen leiten, dass ich an anderer Stelle als Aufsichtsrat überwachen soll“, erklärt Winterhager.

Um das Unternehmen werde er sich aber natürlich dennoch weiter kümmern, seine Erfahrungen einbringen und Strategien weiter verfolgen. Auch seiner Wahlheimat hier will er treu bleiben. Seine Aufgaben als Geschäftsführer übernimmt laut Winterhager im Bereich Personal und Organisation Gunnar Kohlschein, der für die BGH-Gruppe als Geschäftsführer tätig ist. Den Bereich Technik übernimmt der Geschäftsführer der BGH Edelstahl Freital GmbH, Dr. Jürgen Loh. Der Wechsel an der Spitze kommt zu einer Zeit, in der sich das Edelstahlwerk in schwierigen Verhältnissen befindet.

Seit März gibt es Kurzarbeit. Die Auftragslage ist schlecht und wenig aussichtsreich. Entlassungen seien aber vorerst nicht geplant. Befristete Verträge müsse man zuweilen aber auslaufen lassen, hieß es. Über die Monate bis jetzt habe man sich laut Winterhager mit vorgezogenen Aufträgen über Wasser gehalten. Doch das ist nun ausgeschöpft, die Situation auf dem Markt unverändert schlecht.

Deutlichen Einfluss auf die aktuelle Krise in der Stahlbranche hat die Krise der Autobauer. Auch in Richtung Windkraftanlagen und Kraftwerksbau herrscht absolute Flaute. (SZ/wei)