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Weesenstein ist auch mit Maske schön

Das Schloss ist wieder offen und lockt mit einer neuen Ausstellung. Veranstaltungen aber finden vorerst keine statt.

Schloss Weesenstein im Sonnenlicht: Unten ist der Wintergarten zu sehen, der bis 2021 restauriert werden soll.
Schloss Weesenstein im Sonnenlicht: Unten ist der Wintergarten zu sehen, der bis 2021 restauriert werden soll. © Thomas Morgenroth

Seltsame Zeiten sorgen für ungewöhnliche Einträge im Gästebuch auf dem Weesenstein. „Das Schloss ist auch mit Maske schön“, heißt es da zum Beispiel. Es ist ein Satz, der Andrea Dietrich Mut macht. „Die Leute kommen wieder zu uns“, sagt die Leiterin des Schlosses. „Trotz aller Einschränkungen.“

Seit Mitte Mai ist das Museum wieder offen. Besucher dürfen sich auf eine neue Sonderausstellung freuen, die unter dem Titel „Der gute Ton“ im Salettchen, im Theatersaal und auf dem Taubenboden an Prinzessin Amalie von Sachsen erinnert. Die Schwester zweier sächsischer Könige ist heute weitgehend vergessen. Dabei galt sie in den Dreißiger- und Vierzigerjahren des 19. Jahrhunderts als eine der beliebtesten Komödienautoren Deutschlands.

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Als Amalie Heiter verfasste sie Theaterstücke, von denen 21 in das dramatische Kompendium „Deutsche Schaubühne“ aufgenommen wurden. Wenn sie komponierte, einer ihrer Lehrer war Carl-Maria von Weber, nannte sie sich A. Serena. Mit zwölf musikalischen Komödien mit Libretti in italienischer Sprache, die sogar in Russland und Schweden Beifall fanden, ist sie die bedeutendste Opernkomponistin ihrer Zeit. Allerdings wurden ihre Stücke nach ihrem Tod vor 150 Jahren eher als seicht empfunden und nicht mehr aufgeführt.

Die reizvolle Ausstellung rückt Amalie nun erstmals ins rechte Licht, mit noch nie gezeigten Leihgaben aus der Sächsischen Landesbibliothek und der Moskauer Staatsbibliothek. Weil die Schau wegen der staatlichen Restriktionen im Zuge der Corona-Pandemie erst mit fünf Wochen Verspätung starten konnte, soll sie nun dafür gleich ein ganzes Jahr länger zu sehen sein – bis zum Herbst nächsten Jahres.

2021 ist auch das Jahr, in dem Schloss Weesenstein die Ergebnisse zweier aufwendiger Restaurierungen präsentieren will, die bereits begonnen haben. Das ist zum einen der Ledertapetensaal mit Goldledertapeten aus der Bünau-Zeit um 1720, und zum anderen der Wintergarten, den die Uckermanns um 1800 errichten ließen. In beiden Fällen leitet der Staatsbetrieb Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement die Arbeiten. Hohe sechsstellige Summen sollen in die beiden Projekte fließen, weiß Andrea Dietrich.

Vom Schlosspark aus bietet sich ein schöner Blick auf den Wintergarten, der seit Jahrzehnten nicht zugänglich ist. Der Park indes war selbst während der Corona-Pause der sächsischen Museen geöffnet und lockt in diesen Tagen mit einer herrlichen Blütenpracht. Daran hätten sich über Pfingsten wohl auch die zehntausend Besucher des alljährlichen Mittelalterfestes erfreut, das aber wurde bereits im März abgesagt. Eine frühe aber richtige Entscheidung. Angesichts der Kontaktbeschränkungen hätte es nicht stattfinden dürfen.

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„Wir haben bis zu den Sommerferien alle Veranstaltungen streichen müssen“, sagt Andrea Dietrich. Sie setzt nun „zaghafte“ Hoffnungen auf den Herbst. „Allerdings können wir derzeit nicht sagen, ob wir in diesem Jahr überhaupt noch Veranstaltungen durchführen können.“ Das sei auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit, wenn die Abstandsregeln zwischen den Besuchern weiterhin gelten. Im Museum und im Park ist das eher kein Problem, dort können sich die Gäste aus dem Weg gehen.

Das Schloss ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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