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Pirna

Weesenstein lebt

So ernst es ist, ein bisschen Spaß muss auch sein. Der Weesensteiner Wirt wurde erst von seinen Gästen überrascht, jetzt revanchiert er sich.

Noch einmal hat Wirt Axel Prussak das Schild "Weesenstein lebt" hervorgeholt.
Noch einmal hat Wirt Axel Prussak das Schild "Weesenstein lebt" hervorgeholt. © Daniel Schäfer

Weesenstein lebt! Dieses Schild hat Axel Prussak jetzt noch einmal rausgeholt. Es war damals im August 2002 beim Jahrhunderthochwasser entstanden. Im vergangenen August stand es im Hof seiner Weesensteiner Schlossgaststätte, als er mit anderen zu einer Zusammenkunft zum Gedenken an die Flut einlud. Nun steht es wieder da. Es ist keine Flut, aber doch auch eine Katastrophe. Eine, die wie damals den Zusammenhalt fördert - und die Ideen. 

Am Sonntag kamen spontan 25 Leute, die er "mit Anstand auf Abstand" bekochte. Die Gäste und der Wirt haben sich gefreut. Und das brachte Prussak auf eine Idee, die für viele Wirte jetzt ein Rettungsanker ist. Auch die Weesensteiner Schlossgaststätte will Ostern ihre Gäste bekochen. Die können fürs Wochenende bestellen und dann ihre Speisen abholen, gern auch in eigenen Gefäßen bzw. Behältern. Prussack bietet unter anderem Schnitzel mit Spargel, Wildgulasch und Eierkuchen XXL an. 

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Damit beim Abholen auch alle Forderungen, Regelungen und Maßnahmen beachtet werden, hat Prussack auf seinen Hof einen kleinen Parcours aus Verkehrskegeln aufgebaut. Mit ernstem Hintergrund und trotzdem einem Lächeln. 

Für mehr Zusammengehörigkeit

Weesenstein würde zu Ostern boomen, wenn nicht Corona schneller gewesen wäre. "Es ist in unserem kleinen Ort derzeit fast gespenstig ruhig", sagt Prussak. Dass das Schild "Weesenstein lebt!" noch einmal eine andere Bedeutung bekommt, hatte er sich nie vorstellen können. Was für die Gäste eine willkommene Abwechslung zu Ostern sein wird, wird nicht nur für Prussak zum Überlebenskampf. Weesenstein ist vor knapp 18 Jahren wieder auferstanden und wird auch diesmal nicht untergehen, sagt Prussack. Und damals wie heute braucht es das Miteinander vieler. 

Als Prussak im August vergangenen Jahres die Weesensteiner einlud, wollte er das Zusammengehörigkeitsgefühl aufleben lassen. Er hatte damals gesagt, das Treffen soll nun jährlich stattfinden. Und vielleicht brauche nicht wieder ein Jahr, um die Weesensteiner zusammenzubringen. Dass ein Virus diese Idee befördert, daran hatte niemand gedacht. 

2002 war das in den Schlamm der Müglitz gestellte Schild ein Hilferuf. Das ist es auch heute. Und ein Angebot. Bestelltelefon der Schlossgaststätte: 035027 629152

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