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Pirna

Weesenstein steigt in königliche Liga auf

Das Schloss ist als Residenz von europäischem Rang geadelt worden. Geld bringt das nicht, aber andere Vorteile.

Schloss Weesenstein ist etwas Besonderes: In Sachsen weiß man das längst, jetzt wird es auch europäisch anerkannt.
Schloss Weesenstein ist etwas Besonderes: In Sachsen weiß man das längst, jetzt wird es auch europäisch anerkannt. © Archiv: Marko Förster

Versailles, Schönbrunn, Weesenstein: Die drei Schlösser sind jetzt eine Familie. Während das französische Versailles und das österreichische Schönbrunn schon länger Teil der „Gemeinschaft Königlicher Residenzen Europas“ sind, wurde Weesenstein jetzt in den erlauchten Kreis aufgenommen. Die Assoziation hat dafür herausragende sächsische Schlösser ausgewählt. Neben Weesenstein sind Schloss Moritzburg mit dem Fasanenschlösschen, Schloss und Park Pillnitz, die Albrechtsburg Meißen, der Dresdner Zwinger und das Palais Großer Garten Dresden aufgestiegen. Für Andrea Dietrich ist das eine besondere Auszeichnung. Sie ist die Chefin von Weesenstein – und dem Barockgarten Großsedlitz, der gerade 300 Jahre Baubeginn feierte. Die Aufnahme von Schloss Weesenstein in den erlauchten Kreis königlicher Residenzen in Europa ist auch eine Anerkennung für die Mitarbeiter, sagt Sachsens Schlösserland-Pressesprecher Uli Kretzschmar. Der Freistaat hat in den vergangenen Jahren einen Millionenbetrag in die Sanierung des Schlosses investiert. Die Schlossmannschaft revanchiert sich mit Ausstellungen, die oft grenzüberschreitend angelegt sind und böhmische Geschichte einbeziehen. Die Ausstellung „Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945“ war im vergangenen Jahr ein über Sachsen hinausreichender Erfolg.

Seit nunmehr 20 Jahren trägt auch die Braukommune als Förderverein zum Aufstieg des Schlosses bei. Der damalige Schlossdirektor Klaus Dieter Wintermann beschäftigte sich Ende der 1990er-Jahre mit der Tradition des Bierbrauens und regte die Gründung einer Schlossbrauerei-Genossenschaft an. Sie sollte eine Mini-Brauerei aufbauen und betreiben. Es gab Ideen und Konzepte, die Genossenschafts-Idee ging aber nicht auf. Für Braumeister Ulrich Betsch war es die Chance. Er braut seither Bier, die Genossenschaft wurde liquidiert und im Oktober 1999 die Weesensteiner Braukommune als Verein gegründet. Sie unterstützt das Schloss und seinen Ruf mit ehrenamtlichem Engagement, organisiert Veranstaltungen und ist auch dem Bier nicht abgeneigt.

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Für Weesenstein bedeutet die Zugehörigkeit zu den königlichen Residenzen Ruhm und Ehre, aber kein Geld. „Dafür können nun wir auf ein europaweites Netzwerk zurückgreifen, zum Beispiel bei Fragen der Restaurierung, Präsentation, Gartenpflege oder auch gestalterischen Fragen“, sagt Andrea Dietrich. „Es geht um den europäischen Gedanken- und Informationsaustausch.“

Und im Gefolge von europaweit rund 100 anerkannten Königsschlössern gibt es sicher auch mehr Besucher.

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